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China-Ops belastet Einigungssuche bei Lufthansa

Lufthansa Cargo Boeing 777F
Lufthansa Cargo Boeing 777F, © Lufthansa

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FRANKFURT - Nach dem beigelegten Tarifkonflikt mit dem Bodenpersonal sucht die Lufthansa nun eine Einigung mit den Piloten. Die Gespräche werden durch neue Unruhe bei Lufthansa Cargo belastet: Piloten droht auf der Linie nach Hongkong eine Rückkehr in die mehrtägige Zimmerquarantäne vor Ort.

Die Vereinigung Cockpit hat die Piloten der Lufthansa Kerngesellschaften in einer Urabstimmung streikbereit gemacht, setzt aber vorerst auf weitere Verhandlungen mit dem Konzern.

"Wir haben in den nächsten Wochen vier Termine ausgemacht, um zu schauen, wie weit wir auseinander sind", sagte der Vorsitzende der Tarifkommission, Andreas Pinheiro, in einem Podcast.

Die Gespräche sollen im vertraulichen Rahmen stattfinden, wie die Lufthansa am Montag bestätigte. Es soll keine Berichterstattung nach außen stattfinden. Streiks sind dem Vernehmen nach für die Spanne der Verhandlungen nicht geplant.

Die Tarifpartner haben bereits sechs Verhandlungsrunden hinter sich, die bislang zu keinem Ergebnis geführt haben. Die Lufthansa-Spitze hatte zuletzt Kompromissbereitschaft signalisiert und die VC-Teilforderung nach 5,5 Prozent mehr Geld für das Restjahr 2022 akzeptiert. Zu weitergehenden Forderungen nach einem automatischen Inflationsausgleich ab 2023 sowie zu Änderungen in der Tarifstruktur hat es hingegen keine Äußerungen gegeben.

Lufthansa-Chef Carsten Spohr hatte aber den Piloten eine neue Flottenzusage in Aussicht gestellt. Damit würde wieder eine bestimmte Anzahl von Flugzeugen aus der Konzernflotte allein den Piloten der Kerngesellschaft Lufthansa vorbehalten.

Der Konzern hatte die vorhergehende Zusage über 325 Jets zum Jahresende 2021 gekündigt und zudem angekündigt, mehr Verkehr auf Flugbetriebe zu verlagern, die zu niedrigeren Kosten arbeiten. Dazu gehören die "Eurowings Discover" und die in Gründung befindliche "Lufthansa Cityline 2".

Streit um China-Ops

Unterdessen gibt es bei Lufthansa Cargo neuen Ärger um die Hongkong-Linie. Das aktuelle Routing mit Stopp in Dubai unterschreitet die Mindestblockzeit von acht Stunden. Lufthansa plant die Umläufe nach Hongkong daher ab September wieder mit einer Zimmerquarantäne vor Ort und 29 bis 59 Stunden Layover-Zeit.

Die Cargo-Piloten hatten zuvor "zumutbare" Layover-Regelung auch "im Rest Chinas" gefordert, heißt es in einem Rundschreiben der Personalvertretung, das aero.de vorliegt. Dies sei etwa durch eine Verdichtung der Peking-Linie auf sieben Verkehrstage und eine damit verbundene Verkürzung der Aufenthaltszeiten erreichbar.

Lufthansa holte das OK für die neuen Layover in Hongkong vergangene Woche über die Einigungsstelle ein. "Entgegen aller Bekundungen scheint es keinerlei mehrheitsfähigen Willen mehr zur gemeinsamen Gestaltung zu geben", reagierten die Lufthansa-Cargo-Piloten auf den Vorgang.
© dpa-AFX, aero.de | Abb.: Lufthansa | 08.08.2022 11:34

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Beitrag vom 09.08.2022 - 00:33 Uhr
Kann das jemand erklären was es in dem Kontext mit der Mndestblockzeit auf sich hat und was die Einigungsstelle ist?

Soweit ich mich erinnern kann hat das mit den EASA
Flight Limitations zu tun. Ein Inflight rest gilt erst als solcher, wenn die Rest-Zeit mindestens 2h30 ohne Unterbruch beträgt. Bei 3 Piloten lässt sich das jedoch bei weniger als 8h nicht umsetzen. Somit operiert diese Route ohne Rest und die MFDP liegt irgendwo bei 10h30-11h.
Also wird ein Weiterflug zb nach ICN oder TYO auch nicht möglich, weil es dann zu lange wäre. Einzige Option die ich sehen würde wäre 4 Personen Cockpit, damit 2 DXB-HKG machen und 2 den ganzen Flug resten und denn HKG-ICN umgekehrt. Oder man macht wieder direkt FRA-HKG und verlängert nach ICN. Das ist aber nir meine Vermutung.



Beides falsch , das hat was mit der innerbetrieblichen Vereinbarungen der Anzahl der 2 leg enlargements zu tun. Nach ICN wird nicht weitergeflogen , weil die payload restrictions aus ICN zu hoch sind, daher über DWC.
Beitrag vom 08.08.2022 - 21:50 Uhr
Kann das jemand erklären was es in dem Kontext mit der Mndestblockzeit auf sich hat und was die Einigungsstelle ist?

Soweit ich mich erinnern kann hat das mit den EASA
Flight Limitations zu tun. Ein Inflight rest gilt erst als solcher, wenn die Rest-Zeit mindestens 2h30 ohne Unterbruch beträgt. Bei 3 Piloten lässt sich das jedoch bei weniger als 8h nicht umsetzen. Somit operiert diese Route ohne Rest und die MFDP liegt irgendwo bei 10h30-11h.
Also wird ein Weiterflug zb nach ICN oder TYO auch nicht möglich, weil es dann zu lange wäre. Einzige Option die ich sehen würde wäre 4 Personen Cockpit, damit 2 DXB-HKG machen und 2 den ganzen Flug resten und denn HKG-ICN umgekehrt. Oder man macht wieder direkt FRA-HKG und verlängert nach ICN. Das ist aber nir meine Vermutung.

Danke

Kann das jemand erklären was es in dem Kontext mit der Mndestblockzeit auf sich hat und was die Einigungsstelle ist?
Einigungsstelle ist ähnlich einer Schlichtung. Wenn Arbeitgeber und Arbeitnehmervertretung sich in bestimmten Fragen nicht einigen können, dann holt man Hilfe von Außen.
 https://www.betriebsrat.com/wissen/betriebsratsvorsitzender/einigungsstelle

Danke.
Beitrag vom 08.08.2022 - 14:20 Uhr
Kann das jemand erklären was es in dem Kontext mit der Mndestblockzeit auf sich hat und was die Einigungsstelle ist?

Soweit ich mich erinnern kann hat das mit den EASA
Flight Limitations zu tun. Ein Inflight rest gilt erst als solcher, wenn die Rest-Zeit mindestens 2h30 ohne Unterbruch beträgt. Bei 3 Piloten lässt sich das jedoch bei weniger als 8h nicht umsetzen. Somit operiert diese Route ohne Rest und die MFDP liegt irgendwo bei 10h30-11h.
Also wird ein Weiterflug zb nach ICN oder TYO auch nicht möglich, weil es dann zu lange wäre. Einzige Option die ich sehen würde wäre 4 Personen Cockpit, damit 2 DXB-HKG machen und 2 den ganzen Flug resten und denn HKG-ICN umgekehrt. Oder man macht wieder direkt FRA-HKG und verlängert nach ICN. Das ist aber nir meine Vermutung.


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