Markt kippt
Älter als 7 Tage

Frachtairlines drohen 2023 Turbulenzen

Lufthansa Cargo in Frankfurt
Lufthansa Cargo in Frankfurt, © A. Mohl

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FRANKFURT - Luftfracht hat den Corona-Schock für viele Airlines etwas gedämpft. Die Sonderkonjunktur zeigt aber erste Risse. Fedex parkt nach einer Gewinnwarnung Flugzeuge. Der US-Logistikriese wappnet sich für eine globale Abkühlung. Im Luftfrachtmarkt braut sich etwas zusammen.

Noch brummt bei Lufthansa Cargo das Geschäft - und Konzernchef Carsten Spohr rechnet so schnell nicht mit einem Strömungsabriss.

Denn die weltweiten Lieferketten stehen weiter unter Spannung. Das werde auch 2023 Frachtraten auf einem hohem Niveau halten, sagte Spohr kürzlich in Frankfurt.

Nicht jeder teilt den Optimismus des Lufthansa-Chefs. Am Cargohimmel ziehen inzwischen mehr und mehr dunkle Wolken auf: Europa steht an der Schwelle zur Rezession, in den USA und Asien kühlt die wirtschaftliche Erholung wieder ab.

Das kann und wird für das besonders konjunktursensible Logistikgeschäft nicht ohne Folgen bleiben. Die ersten Warnzeichen sind da.

"Das weltweite Volumen ging zurück, da sich die makroökonomischen Trends im weiteren Verlauf des Quartals sowohl international als auch in den USA deutlich eingetrübt haben", konstatierte Fedex-Chef Raj Subramaniam vergangene Woche bei Vorlage einer miserablen Quartalsbilanz in Memphis.

Im wichtigen Expressgeschäft hat Fedex das Umsatzziel um 500 Millionen US-Dollar gerissen. Fedex-Aktien brachen daraufhin zweistellig ein. Mit einer "Verringerung von Flugfrequenzen" und einem "vorübergehenden Parken von Flugzeugen" will Subramaniam die Raten stabilisieren - und die Kosten drücken.

"Einen Schritt zurück"

Mengenmäßig bewegt sich die Luftfracht zwar "in etwa auf dem Niveau von 2019", berichtete Willie Walsh, Generaldirektor des internationalen Airlineverbands IATA. Gemessen an den "außergewöhnlichen Leistungen" der Krisenjahre 2020 und 2021 habe der Sektor gerade aber "einen Schritt zurück gemacht".

Nach Daten der IATA entwickelte sich die Luftfrachtnachfrage seit April "seitwärts" - und knickte im Sommer überraschend deutlich ein.

Für Juli 2022 registrierte der Verband eine weltweit um 9,7 Prozent geringere Nachfrage nach Luftfrachttransporten, gemessen in Tonnenkilometern, als noch im Juli 2021. Im Vergleich zu Juli 2019 fiel die Nachfrage 3,5 Prozent geringer aus.

In Europa rauschte die Nachfrage im Juli gegenüber dem Vorjahr sogar um 17,0 Prozent in den Keller. Noch schlägt das nicht voll auf die Preise durch. Russische Anbieter haben im Zuge von Sanktionen den Zugang zum europäischen Luftfrachtmarkt verloren - das allein begrenzt die verfügbaren Kapazitäten.

Rückkehr der Bellyfracht

Trotzdem ist die Gemengelage brisant. "Wie in fast allen Branchen müssen wir die wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen in den kommenden Monaten genau beobachten", warnte Walsh.

Impulse für das Luftfrachtgeschäft verspricht sich die IATA aus China. Das Land meldet sich gerade aus dem Corona-Lockdown zurück. Während in allen anderen Märkten die Exportaufträge derzeit zurückgehen, verzeichnet die IATA in China seit Juni bei diesem "für die Luftfracht wichtigen Indikator einen steilen Aufwärtstrend", sagte Walsh.

Der Chinaeffekt wird allerdings von einer Rückkehr der Belly Fracht flankiert, die auf die Preise drückt. In der Krise flogen Frachtairlines zeitweise außer Konkurrenz, inzwischen steht wieder mehr Frachtkapazität von Passagierflügen zur Verfügung - nach IATA-Zahlen spätestens Ende 2023 wieder soviel wie 2019.

Die weitere Geschäftsentwicklung hänge auch "vom weiteren Erholungstempo der Frachtkapazitäten in Passagierflugzeugen" ab, warnte Fedex.
© aero.de | Abb.: A. Mohl | 19.09.2022 09:25

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Beitrag vom 19.09.2022 - 11:02 Uhr
Damit hat ja nun niemand rechnen können🙄


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