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Hat Eurowings zu wenig Piloten?

Eurowings Cockpit-Crew
Eurowings Cockpit-Crew, © Eurowings

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DÜSSELDORF - Cockpit will für Piloten von Eurowings Entlastungen durchsetzen - die Pilotengewerkschaft hat ihren Forderungen nach einer 50-Stunden-Woche mit Streiks Nachdruck verliehen. Eurowings versteht die Welt nicht mehr. Der Sommer 2022 wirft gleichwohl Fragen zur Personalplanung der Lufthansa-Tochter auf.

Der Sommer 2022 hat die 800 Pilotinnen und Piloten von Eurowings Deutschland laut Vereinigung Cockpit "ans Limit" gebracht. Mit vier Streiktagen im Oktober will die Pilotengewerkschaft nicht mehr Geld, wohl aber geringere Wochendienstzeiten und flugfreie Tage durchsetzen.

Ein Stück hat sich Eurowings auf die Piloten zubewegt. "Von 14 zusätzlich geforderten freien Tagen pro Jahr haben wir zehn Tage mehr bereits angeboten, darüber hinaus eine Reduktion der Wochenarbeitszeit (von maximal 55 Stunden, Red.) um zwei volle Stunden", sagte Eurowings-Personalchef Kai Duve.

Cockpit strebt eine Deckelung bei regelmäßig 50 Dienststunden pro Flugwoche an - als Konsequenz aus dem extremen Flugsommer 2022.

"Wenn Eurowings unsere Forderungen akzeptieren würde, müssten sie zehn Prozent mehr Piloten einstellen", sagte ein Erster Offizier der Lufthansa-Tochter der "WirtschaftsWoche". "Eurowings Deutschland hat mit 4,7 Kapitänen und 4,5 Co-Piloten pro Flugzeug eine schlechtere Personaldecke als jeder mir bekannte Konkurrent."

Durch Verzögerungen an Flughäfen überschritten Crews im Sommer 2022 laut der Schilderung zudem mehrfach die gesetzliche Maximaldienstzeit von zwölf Stunden pro Tag.

Der Kapitän darf die Dienstzeit zwar um bis zu zwei Stunden verlängern. Dieser "Kapitänsentscheid" soll aber "eigentlich eine absolute Ausnahme" sein, sagte der Pilot der "WirtschaftsWoche". "Im Moment wird das von Eurowings aber erwartet."

Eurowings Deutschland hat im Lichte der Pilotenstreiks Wachstumspläne auf Eis gelegt, alle laufenden Berförderungen Erster Offiziere zu Kapitänen gestoppt und 200 geplante Neueinstellungen im Cockpit ausgesetzt. Derzeit laufen neue Verhandlungen zwischen Airline und Gewerkschaft.
© aero.de | Abb.: Eurowings | 26.10.2022 16:25

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Beitrag vom 01.11.2022 - 14:45 Uhr
Na gut, dann schauen wir uns doch einmal an, was denn in dem WiWo Artikel drin steht:

Doch leider scheitere das an den deutschen Flughäfen und ihren „hohen Gebühren, die unsere Gäste sowohl am Start- als auch am Zielflughafen in Deutschland bezahlen müssen“.

Das ist, vorsichtig ausgedrückt, nicht ganz nachzuvollziehen und riecht nach künstlich verknapptem Angebot zum Abschöpfen der Konsumentenrente, vulgo: Abzocke. Wer sich die Gebührenordnungen der großen Flughäfen ansieht, erkennt fast keine nennenswerten Anhebungen gegenüber der Zeit vor Corona, als die Lufthansa geschätzt ein Drittel größer war.

Da missversteht der Autor, bewusst oder unbewusst, das eigene Zitat, welches er im ersten Absatz verwendet. Der Autor argumentiert, dass es keine "nennenswerten Anhebungen" gab, die diese Aussage von CS rechtfertigen würde. Nur steht in dem Zitat von CS gar nichts über Erhöhungen drin. Er redet über hohe Gebühren; nicht über Gebührenerhöhungen. Das ist zwar vom Wort her nur ein kleiner Unterschied, die Bedeutung ist aber eine ganz andere.

Einzige Ausnahme ist der neue Berliner Flughafen. Der hat gegenüber seinen Vorgängern Tegel und Schönefeld kräftig aufgeschlagen – und kommt trotzdem nicht aus den roten Zahlen.

Stimmt nicht, wie @contrail55 hier verlinkt hat, hat auch FRA die Preise angehoben. Und das ist einer der Hauptmärkte der LH. Den einfach unter den Tisch fallen zu lassen, ist bei der Betrachtung äußert bedenklich, macht aber schon deutlich, wo der Autor hin will.

Und die ach so hohen Gebühren gelten auch auf Auslandsflügen. Doch die sind bei Lufthansa für die meisten Ziele in Europa wieder auf Vorkrisenstand.

Stimmt, aber auf Auslandsflügen zahlt LH die dt. Gebühren dann nur einmal. Das Argument passt also auch nur so halb.

Was sich neben dem geringeren Angebot seit Corona deutlich geändert hat, sind drei Dinge. Da ist erstmal der Wettbewerb. Vorher flogen zwischen den hiesigen Großstädten noch Easyjet und Ryanair – und sogar mal die Air France-KLM-Billigtochter Transavia.

Ja, und diese Airlines haben den deutschen Markt teilweise aus demselben Grund verlassen, den LH hier auch anführt.

Da hielten Lufthansa und ihr Billigarm Eurowings nach Kräften dagegen, trotz aller Gebühren der „Wegelagerer“, wie führende Lufthanseaten die Airports gern halb scherzhaft nannten.

Ist da etwas verwerfliches dran? Dass man die Preise senkt und versucht die Konkurrenz aus dem eigenen Markt rauszuhalten ist das kleine 1x1 der Unternehmensführung.

Heute ist Lufthansa allein und macht sich nur auf Routen wie Köln-München „Konkurrenz“ – wie in den neunziger Jahren.

Fairerweise sollte der Autor hier allerdings auch darauf hinweisen, dass auch vor Corona mit der "Konkurrenz" im Markt, die meisten Strecken nur von LH und EW bedient wurde. Easyjet hat ab Berlin ein bisschen was geflogen, Ryanair ab Frankfurt?. Transavia war glaube ich ab München auf 1? Strecke unterwegs... das würde zu gutem Journalismus dann auch dazu gehören, dass man solche Aussagen richtig einsortiert und es nicht so stehen lässt, als wenn Lufthansa massiv viel Konkurrenz gehabt hätte.

Wie damals mutet auch die zweite Änderung zur Vor-Pandemie-Ära an: der höhere Preis. Auch wenn Lufthansa mit einem Preis von 44 Euro pro Strecke und Eurowings gar mit knapp 20 Euro werben: In der Praxis kosten Flüge, die in weniger als drei Wochen starten, meist dreistellige Summen. Und spontane Geschäftsreisende zahlen für Ende der Woche auch mal gut 300 Euro – pro Strecke. Das ist auch leichter als früher. Die Lufthansa flog etwa zwischen Düsseldorf und Berlin bis zu zehnmal am Tag. Nun startet sie nur etwa halb so oft und muss die Flieger nicht mit Kampfpreisen voll machen.

Was genau bemängelt denn der Autor hier jetzt? Er bemängelt, dass Lufthansa sich vor der Corona Krise selbst Konkurrenz gemacht hat, weil es mehr Flüge gab und man "Kampfpreise" brauchte um diese voll zu bekommen? Also kritisiert der Autor, dass man kein Überangebot mehr im Markt platziert, das man nur mit günstigen Preisen künstlich füllen kann? Gerade diese Argumentation sollte Sie doch schon stören, wenn man bedenkt, wie Sie gegen das Fliegen als solches argumentieren.

Doch leider gibt es noch eine Veränderung seit der Covid-Zeit: die Zuverlässigkeit. „Die Maschinen, die fliegen könnten, fallen aus oder werden zu unmöglichen Zeiten verschoben – da geht dann der Rückflug schon mal eher als der Hinflug. Ätzend!“, klagt ein prominenter Firmenkunde.

Auch hier ist das reiner Populismus. Da wird ein Argument bzw. ein Zitat ohne Fakten Nennung hingestellt und genutzt um die Lufthansa zu diskreditieren. Wie viele Flüge fallen denn derzeit noch aus? Wie viele sind zu spät? Und was ist ein "prominenter Firmenkunde"?

Darum, liebe Lufthansa, verbessert doch bitte erstmal eure Zuverlässigkeit und erhöht dann die Preise.

Die Zuverlässigkeit wurde massiv erhöht. Aber selbst wenn nicht. Am Ende sind es zwei Dinge, die nichts miteinander zu tun haben. Der Preis den LH abruft, ist ein Angebot zur Durchführung einer Dienstleistung. Wenn den jemand annimmt, dann gibt es den Vertrag. Wenn die Kunden mit dem Preis nicht einverstanden sind, weil unter anderem die Zuverlässigkeit nicht stimmt, dann gibt es in Deutschland mit Bus und Bahn immer noch genug Alternativen.
Wenn der Preis generell zu hoch wäre, dann würden sich andere Marktteilnehmer finden, die in den Markt einsteigen. Komischerweise sind die aber ja, wie der Autor selbst festgestellt hat, alle aus dem Markt ausgetreten. Diese Zusammenhänge sollte ein Kommentator in der "renommierten WiWo" schon kennen. Ansonsten ist er da falsch.

Und seid doch bitte ehrlich. Ihr kappt die innerdeutschen Flüge doch, damit die endlich alle Geld abwerfen. Wenn ihr das zugebt, würde ich mich eher ernst genommen fühlen als beim Spruch mit den Gebühren.

Wow, er fordert also, dass die LH weiter die Tickets unterhalb der Kosten anbietet und bezeichnet alles andere als "Abzocke" (siehe überschroft). Also da fällt mir dann wirklich nichts mehr zu ein, warum man nach solch einem Kommentar die WiWo noch als "renommiert" bezeichnen sollte.
Beitrag vom 01.11.2022 - 12:23 Uhr
@Jordi

b. "Jetzt argumentieren Sie es gäbe weniger Flüge weil LH die künstlich verknappt um höhere Preise generieren zu können."
FALSCH!
Ich 'argumentieren' nicht, ich habe auf einen Artikel/Kommentar in der "WiWo" in der WiWo verwiesen.

… und mit dem Verweis auf die „renommierte“ WiWo haben Sie dabei natürlich überhaupt keine Wertung einfließen lassen, schon klar 🙄

Und es wurde hier schon mehrfach von verschiedenen Usern auf die Unstimmigkeiten in diesem "renommierten" Magazin verwiesen, die aber leider alle unkommentiert von Ihnen blieben. Wenn Sie nach den ganzen Kommentaren immer noch dabei bleiben, dass dieser Artikel, den Sie hier verlinkt haben, ein guter Artikel eine renommierten Zeitschrift ist, ... puh, da hätte ich Ihnen tatsächlich mehr zugetraut.

Wer ausser Ihnen noch?
Ach ja: @contrail55 und (aus genannten Gründen) @x-ray.

Aber, damit die liebe Seele Ruh hat: es ist ein Kommentar und ich stimme diesem im wesentlichen zu!

Egal ob Sie mir "...tatsächlich mehr zugetraut." hätten.

Die Ausdünnung der Flugpläne erfolgte um die Preise exorbitant erhöhen zu können. Der Verweis auf die "erhöhten" Flughafengebühren ist unrichtig und nur eine Ausrede.

Nachweislich hat nur BER (moderat) und FRA erhöht. Auf letztem kann man aber sogar sparen, wenn man leisere und Umweltbelastungen sinkende Flieger einsetzt.

Das der Einsatz der abgezogen Flieger auf anderen Strecken mehr bringt hat ja LH himself als "schwierig" bezeichnet.
Beitrag vom 01.11.2022 - 12:10 Uhr
Just feed him enough rope... ;-)

Yes, there are only 3 users... :)


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