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Viruskontrollen auch an deutschen Flughäfen

Air China Airbus A350-900
Air China Airbus A350-900, © Airbus

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BERLIN - Auch Deutschland wird für Einreisende aus China wegen der dortigen Corona-Welle eine Testpflicht einführen. Das teilte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach am Donnerstag mit. Die deutsche Einreiseverordnung werde kurzfristig verändert, sagte der SPD-Politiker.

Reisende aus China benötigten künftig bei Reiseantritt nach Deutschland mindestens einen Antigenschnelltest.

Gesundheitsexperten der 27 EU-Staaten hatten sich am Mittwochabend zwar nicht auf eine Testpflicht verständigen können, diese aber nachdrücklich empfohlen. Zudem raten die Experten auch zum Tragen einer medizinischen oder einer FFP2-Maske an Bord der Flugzeuge aus China.

Lauterbach sprach von einer guten Entscheidung. "Europa hat eine gemeinsame Antwort auf die Pandemie-Lage in China gefunden. Genau dafür haben wir uns als Bundesregierung eingesetzt." Neben einer Testpflicht kündigte der Gesundheitsminister Stichproben bei der Einreise an, um Virusvarianten zu erkennen. Darüber hinaus werde es ergänzende Abwasserkontrollen für China-Reisen geben.

Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums hatte am Mittwoch gesagt, dass es am Frankfurter Flughafen bereits Abwasseruntersuchungen gebe. Ausgeweitet werden könne dies, indem beispielsweise das Abwasser einzelner Flugzeuge aus China untersucht werde. Österreich hatte angekündigt, dies bei allen Flügen aus China ab der kommenden Woche zu tun.

Neben Deutschland kündigten nun auch weitere Länder eine Testpflicht an. Aus Belgien und Schweden kamen am Donnerstag entsprechende Meldungen. In Schweden sollen Ankommende aus China beispielsweise ab Samstag und zunächst für drei Wochen einen negativen Test vorweisen. Einreisende auf Direktflügen nach Belgien sollen vor der Abreise künftig einen negativen Test vorweisen müssen. Andere Länder wie Italien, Frankreich oder Spanien hatten die Einreiseregeln in den vergangenen Tagen bereits auf eigene Faust verschärft.

Wann die neuen Regeln in Deutschland gelten sollen, blieb zunächst offen. Deutschland hatte mit Viruskontrollen zunächst gezögert, aber zeitgleich auf eine EU-weit einheitliche Regelung hingewirkt. Jetzt will Deutschland wie zuvor schon Österreich und Belgien auch das Abwasser von Flügen aus China testen.

Flughäfen warten auf konkrete Vorgaben

Die deutsche Luftverkehrsindustrie wartet nun auf konkrete Vorschriften zur Umsetzung der neuen Corona-Testpflicht für Passagiere aus China. Der Flughafenverband ADV begrüßte am Donnerstag, dass die Passagiere bereits vor Abflug in China getestet werden sollen und nicht erst bei der Ankunft an einem europäischen Flughafen.

China hatte nach fast drei Jahren mit Lockdowns, Massentests und Zwangsquarantäne am 7. Dezember abrupt ein Ende seiner Null-Covid-Politik verkündet. Seitdem erlebt das bevölkerungsreichste Land eine massive Corona-Welle. Es haben sich bereits einige Hundert Millionen Menschen mit dem Virus infiziert. Vom 8. Januar endet auch die Pflicht zur Quarantäne bei der Einreise nach China.

Der riesige Ausbruch soll Erwartungen von Experten zufolge noch bis März oder April andauern. Genaue Infektionszahlen liegen nicht vor, weil die Behörden aufgehört haben, epidemiologische Daten zu veröffentlichen. Die Weltgesundheitsorganisation forderte am Mittwoch erneut mehr Informationen von China. Zugleich zeigte sie Verständnis für Länder, die Testvorschriften für Reisende aus dem bevölkerungsreichsten Land eingeführt haben.

Die EU-Gesundheitsbehörde ECDC hatte mit Blick auf die Lage in China zuletzt Entwarnung gegeben. Diese habe voraussichtlich keine Auswirkungen auf die epidemiologische Situation in Europa, teilte die Behörde am Dienstag mit. Auch sie betonte, dass die Varianten in der Volksrepublik in der EU schon im Umlauf seien und deshalb keine Herausforderung für die Immunantwort von EU-Bürgern darstellten. Dass die EU-Staaten sich nun auf neue Maßnahmen verständigt haben, liegt auch daran, dass die Datenlage aus China als unzureichend gilt.
© dpa-AFX | Abb.: Airbus | 05.01.2023 12:21

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Beitrag vom 06.01.2023 - 14:09 Uhr
Schön dass die Politik diesmal kein dreiviertel Jahr braucht um zu begreifen dass ein Rumpler in der größten Volkswirtschaft der Welt (ok - man weiß das nicht genau) möglicherweise auch Deutschland betreffen könnte.

Es wird aber noch besser: die Maßnahme ist verhältnismäßig und trifft tatsächlich die Richtigen.

Wer hätte das noch vor einem Jahr für möglich gehalten?


Das ist mal ein vielversprechender Start ins neue Jahr.


Wer weiß: vielleicht schafft man es im neuen Jahr sogar ISO Schilder aufzustellen und auf Selbstgemaltes zu verzichten.
Beitrag vom 06.01.2023 - 12:46 Uhr

Seit Omikron nicht mehr zu mehr als 80%, aber immerhin wird die Ausbreitung gebremst und die Folgen gemildert. Das sehen Sie daran, dass hierzulande heute immer noch nur etwa 170 von 100.000 Personen infiziert sind.

So sieht´aus. Ziel der Impfmaßnahmen war immer eine Verlangsamung der Durchseuchung und eine Abmilderung der schlimmsten Symptome oder fatale Krankheitsverläufe. Wurde zwar beispielslos schlecht, aber inhaltlich nie anders kommuniziert.


Beitrag vom 06.01.2023 - 06:59 Uhr
Lieber F11, es ist NICHT die Meinung eines einzelnen Virologen

Doch, das war ein Interview mit ihm persönlich.

Und übrigens kann man die von ihnen vermuteten Mutationen nicht mal ebenso erkennen

Doch, kann man. Eine Gen-Sequenzierung zeigt bekannte und neue Mutationen.

geschweige denn behandeln denn wie mittlerweile auch die naivsten begriffen haben und selbst seitens der Pfizer CEO zugegeben worden ist ist die Impfung weder in der Lage die Infektion abzuwehren geschweige denn deren Verbreitung zu verhindern.

Seit Omikron nicht mehr zu mehr als 80%, aber immerhin wird die Ausbreitung gebremst und die Folgen gemildert. Das sehen Sie daran, dass hierzulande heute immer noch nur etwa 170 von 100.000 Personen infiziert sind.

China ist eines der deutlichsten Zeichen dafür das Isolation, Quarantänecamps etc. nichts gebracht haben.

Eher das Gegenteil, oder?
China ist Corona erst in dem Moment um die Ohren geflogen, als sie Isolation, etc. schlagartig aufgegeben haben.
Hätten sie in der Zeit wie hier geimpft und so den aktuell extremen Anstieg vermieden, hätte China Corona als _die_ Erfolgsgeschichte für ein extrem auroritäres Vorgehen gegen die eigene Bevölkerung verkaufen können.

Aber Menschen wie sie freuen sich über eine vermeintliche Sicherheit die wir erneut mit Millionen bis Milliarden Steuergeldern finanzieren.

Ich frag mich ja immer, was Menschen wie Sie zu solchen ad hominem Attacken antreibt.
Ist es das Wissen, selbst nur schlechte bis gar keine Argumente geliefert zu haben oder gibt es einen anderen Grund?


Dieser Beitrag wurde am 06.01.2023 08:46 Uhr bearbeitet.


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