Flug YT691
Älter als 7 Tage

Crew änderte vor ATR-Absturz die Anflugrichtung

Flug YT691
Flug YT691, © Twitter

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KATHMANDU - Klarer Himmel und gutes Flugwetter - trotzdem stürzte eine ATR 72-500 in Nepal ab. Im Landeanflug auf den erst den Tage zuvor eröffneten Flughafen Pokhara International änderte die Crew kurzfristig die Anflugrichtung. Der Kurs aus Westen war für ILS-Anflüge noch gesperrt.

Am Gate warten bereits die Kollegen mit dem vierten Streifen - nach der Landung soll die Copilotin von Yeti-Airlines-Flug 691 zur Kapitänin befördert werden.

Doch im Endanflug auf den internationalen Flughafen von Pokhara kippt der Turboprop unvermittelt über die linke Tragfläche und stürzt ab.

Zwei Tage nach dem verheerenden Unfall gehen die Bergungsarbeiten weiter - 68 der 72 Insassen wurden tot aus den Trümmern geborgen, vier Menschen gelten offiziell weiter als vermisst. Am Montag stellten Teams den Flugdatenschreiber der 9N-ANC sicher.

Die Aufzeichnungen könnten Aufschluss über die Absturzursache geben, sind aber nicht der einzige Anhaltspunkt. Der neue Pokhara International Airport ist erst seit 1. Januar 2023 in Betrieb. Der Flughafen verfügt über eine 2.500 Meter lange Start- und Landebahn 30/12, die von Osten nach Westen verläuft.

Im Anflug hatten sich die Piloten offenbar für einen Wechsel der Anflugrichtung entschieden. "Wir hatten (YT691, Red.) die Landebahn 30 zugewiesen", sagte ein Sprecher des Pokhara International Airport der "Kathmandu Post". Auf Anfrage des Kapitäns habe die Flugsicherung einem Anflug auf Piste 12 zugestimmt.

Für den Kurswechsel könnten der Crew entscheidende Informationen gefehlt haben. "Der Flughafen wurde überhastet in Betrieb genommen, ohne dass die Vorbereitungen für die Einhaltung der Projektfrist am 1. Januar ausreichend waren", sagte ein Insider der "Kathmandu Post".

Für ILS-Anflüge aus Westen war die Landebahn demnach noch nicht freigegeben - Piloten konnten nur nach Sichtflugregeln auf 12 landen.

"Die Flugvermessung, die alle Einrichtungen des neuen Flughafens testet, hat eine Landung aus Westen nicht empfohlen", sagte die Quelle der Zeitung. Eine Veröffentlichung der offiziellen Anflugverfahren aus Westen in den Handbüchern stand demnach noch aus.

CAAN in der Kritik

Nepal war seit 1955 Schauplatz von 104 schweren Flugzeugunglücken mit 914 Toten. Wegen Sicherheitsbedenken stehen nepalesische Airlines auf der Schwarzen Liste der EU-Kommission und dürfen nicht in die EU fliegen.

Für Kritik sorgt auch die Doppelfunktion der nepalesischen Zivilluftfahrtbehörde CAAN, die als Aufsicht fungiert, zeitgleich aber mit der kommerziellen Entwicklung der nepalesischen Luftfahrt betraut ist. Der Pokhara International Airport gilt als wichtiges Infrastrukturprojekt. Pokhara ist Ausgangspunkt vieler Expeditionen, der Flughafen ist für eine Jahreskapazität von einer Million Passagiere ausgelegt.
© aero.de | Abb.: TSL, Yeti Airlines | 17.01.2023 09:22

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Beitrag vom 19.01.2023 - 23:31 Uhr
@Nicci72

Nicht darüber aufregen. Eher die Beiträge von @zweischwervieru als das amüsiert zur Kenntnis nehmen, was es ist: inhaltloses Geschreibsel. Traurig (und sehr aussagekräftig über den Foristen) des er selbst bei so einem tragischen Ereignis diese Tonart nicht unterlassen kann.

Wenn man zu so einem Thema etwas schreibt, dann ja unter anderem auch deshalb, weil es einen bewegt und weil man davon ausgeht, in einem Luftfahrt-Forum mit dem Thema am wenigsten falsch zu sein. Natürlich kann es passieren, dass das Thema nicht auf Interesse stösst - dann bleibt der eigene Kommentar eben einzeln stehen und das ist dann auch ein Feedback, aber eines auf der sachlichen Ebene. Womöglich eröffnet sich aber auch eine Diskussion über Sicherheit in der Luftfahrt - und das wäre dann schon "On-Topic". Mit ganz viel Glück gibt es hier im Forum einen ATR-Piloten, der die eine oder andere Frage, die sich einem aufdrängt, aus seiner beruflichen Erfahrung und Fachkompetenz heraus beantworten kann.

Zuweilen gewinnt man den Eindruck, es gibt in solchen Foren manchmal Menschen, die nicht um des Themas willen darin schreiben, sondern um die Kommunikationsversuche anderer zu zerstören und dabei ihre Aggressionen abzureagieren.


Das war jetzt mein 500. Beitrag hier in diesem Forum. :-(

Den hatte ich mir zwar etwas anders vorgestellt, aber ok. Was soll´s.
Beitrag vom 18.01.2023 - 21:37 Uhr


Andere finden es eher traurig, wenn ohne irgendwelche fachlichen Kenntnisse und Berichte von der Unfallstelle völlig wilde Mutmaßungen angestellt werden.

Wissen Sie ich bin traurig darüber das wieder über 70 Menschen sinnlos durch einen schrecklichen Unfall aus dem Leben gerissen wurden (und unzählige Angehörige diese verloren haben).
Das nennt man Empathie - für Sie offensichtlich ein Fremdwort.

Und darüber das Andere offensichtlich nichts anderes können als Ihr Ego zu befriedigen.

Aber wie bereits gesagt: 80 Millionen Flugunfallermittler. Von nichts ne Ahnung, aber ganz große Klappe im Netz

btw.
Es müsste (hier) heißen:
"Aber wie schon mal geschrieben:..." - sollte ein Mensch mit Ihrer Expertise eigentlich wissen (müssen)😉.

Ps. 80 Millionen Aero.de User (Säugling bis Greis!) - da würde sich die Redaktion sicher sehr darüber freuen.

@Moderatoren:
mehr kommt nicht mehr von mir dazu, weil eigentlich OT - sorry.
Beitrag vom 18.01.2023 - 20:02 Uhr
@Nicci72

Nicht darüber aufregen. Eher die Beiträge von @zweischwervieru als das amüsiert zur Kenntnis nehmen, was es ist: inhaltloses Geschreibsel. Traurig (und sehr aussagekräftig über den Foristen) des er selbst bei so einem tragischen Ereignis diese Tonart nicht unterlassen kann.

Andere finden es eher traurig, wenn ohne irgendwelche fachlichen Kenntnisse und Berichte von der Unfallstelle völlig wilde Mutmaßungen angestellt werden.

Aber wie bereits gesagt: 80 Millionen Flugunfallermittler. Von nichts ne Ahnung, aber ganz große Klappe im Netz


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