225.000 US-Dollar
Älter als 7 Tage

USA brummen Eurowings hohe Geldstrafe auf

Eurowings Airbus A330-200
Eurowings Airbus A330-200, © Eurowings

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DÜSSELDORF - Eurowings hat das Thema Langstrecke abgehakt. In den USA wird die Lufthansa-Tochter von dem Fehlversuch im Interkontverkehr noch einmal eingeholt - das US-Verkehrsministerium brummt Eurowings eine happige Geldstrafe auf. Die Airline zahlt, wenn auch zähneknirschend.

Der Flughafen von Fort Lauderdale ist am 23. Juli 2019 für Eurowings 1182 nur zweite Wahl - das eigentliche Ziel Miami ist wegen eines Sturms geschlossen, der Airbus A330 mit 268 Passagieren weicht nach FLL aus.

In Fort Lauderdale hat Eurowings allerdings keine Servicepartner - und die US-Behörden bestehen darauf, dass Passagiere das Flugzeug erst verlassen, wenn auch die Entladung des Gepäcks geklärt ist.

Zwei Stunden später findet sich ein Entladeteam am A330 ein, doch die Crew will noch abwarten - in Miami klart das Wetter gerade wieder auf, ein Weiterflug scheint möglich. Nach weiteren drei Stunden Wartezeit am Boden werden erste Passagiere "unruhig", teilte das US-Verkehrsministerium DoT mit. Einige wählen kurzerhand "911", die US-Notrufnummer.

225.000 US-Dollar, zahlbar in 30 Tagen

Tatsächlich nimmt letztlich die Polizei das "Deplaning" der Passagiere in die Hand. Nach Einschätzung des DoT hat Eurowings mit der überlangen Bodenzeit in Fort Lauderdale gegen gleich mehrere US-Bestimmungen verstoßen. Das Ministerium setzte eine Geldstrafe von 225.000 US-Dollar gegen die Airline fest.

Eurowings sieht bei dem Vorfall zwar kein strafbares Fehlverhalten, "stimmt diesem Vergleich aber zu, um noch höhere mögliche Zivilstrafen zu vermeiden", erklärte das DoT. Innerhalb von 30 Tagen muss die Airline die volle Summe überweisen.

Eurowings hatte 2015 zur Expansion auf die Langstrecke angesetzt, der Start verlief allerdings ziemlich holprig. Zeitweise war rund jeder dritte Eurowings-Interkontflug verspätet, die Airline kämpfte zudem mit Bereederungsproblemen.

Aus dem Fehlversuch hat Lufthansa gelernt - die Erfahrungen bei Eurowings flossen in die Gründung der Touristikairline Eurowings Discover ein.
© aero.de | Abb.: Eurowings | 10.03.2023 06:54

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Beitrag vom 11.03.2023 - 14:27 Uhr
Wenn Paxe wegen der 5h auf Schadenersatz klagen, so hat man noch Verständnis. Aber die US Strafe ist schon ein Hammer, die Amis haben doch einen Knall. Wer kann schon bei der situativen Wahl des Alternate immer einen mit Servicepartner verfügbar haben. Dass Passagiere das Flugzeug erst verlassen dürfen, wenn auch die Entladung des Gepäcks geklärt ist, kann man nur als bürokratische Willkür werten.


Bis zu dem Zeitpunkt, zu dem ein Entlader gefunden wurde, also 2h, gebe ich ihnen Recht. Diese Vorschrift, dass vorher keiner Aussteigen darf, ist äußerst fragwürdig.

Aber wenn ich den Artikel richtig verstehe, bezieht sich die Geldstrafe auf die zusätzliche Wartezeit von 3h, weil die Crew hoffte, nochmal starten zu können, und damit die Paxe in "Geiselhaft" genommen hat.
Das ist dann tatsächlich abartig. 5h zusätzlich am Boden auszuharren zu müssen, nach einem ca. 9h Flug. Auch in der Höhe finde ich die Geldstrafe für ein derartiges Verhalten absolut gerecht!

Ich selbst habe es einmal in Perth erlebt, knapp 2h im Flieger vor dem Start - noch am Finger mit offener Tür - wegen eines technischen Defekts Das war schon ziemlich arg. Ein weiteres mal in Sydney nach der Landung eine Stunde wegen "Hygienemaßbahmen" zu Anfangszeiten von Corona.

Das zieht sich wie Kaugummi. 5 Stunden will ich mir überhaupt nicht im Traum vorstellen müssen...



Dieser Beitrag wurde am 11.03.2023 14:28 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 11.03.2023 - 10:58 Uhr
Wenn Paxe wegen der 5h auf Schadenersatz klagen, so hat man noch Verständnis. Aber die US Strafe ist schon ein Hammer, die Amis haben doch einen Knall. Wer kann schon bei der situativen Wahl des Alternate immer einen mit Servicepartner verfügbar haben. Dass Passagiere das Flugzeug erst verlassen dürfen, wenn auch die Entladung des Gepäcks geklärt ist, kann man nur als bürokratische Willkür werten.





Beitrag vom 10.03.2023 - 17:34 Uhr
Aus dem Fehlversuch hat Lufthansa gelernt - die Erfahrungen bei Eurowings flossen
in die Gründung der Touristikairline Eurowings Discover ein.

Glaube nicht, daß die Lufthansa bis dato drei Std. Passagiere einsperren als kostenlose Zugabe aufgefaßt und erst jetzt gelernt hätte, daß Geduld ein rares Gut ist.


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