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Nigeria lässt Airlines weiter auf Geld warten

Emirates sucht neue Verbündete
Emirates sucht neue Verbündete, © Airbus

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LAGOS - Nigeria verschleppt die Auszahlung von Ticketerlösen an Airlines. Afrikas größte Volkswirtschaft steht bei Fluggesellschaften laut IATA-Daten mittlerweile mit 743 Millionen US-Dollar in der Kreide - ersten Airlines ist der Geduldsfaden schon 2022 gerissen, Emirates sogar zweimal.

Nigerias Zentralbank hat ein Devisenproblem. Die Folge: Airlines kommen derzeit in Nigeria schwer bis gar nicht an ihr Geld aus Ticketverkäufen, zumindest nicht in US-Dollar.

"Stand Januar 2023 sind die gesperrten Gelder der Fluggesellschaften in Nigeria auf 743.721.092 US-Dollar angestiegen, gegenüber 662 Millionen US-Dollar im Januar 2022 und 549 Millionen US-Dollar im Dezember 2022", zitiert die in Lagos erscheinende Tageszeitung "Punch" aus einem Brandbrief des Weltairlineverbands IATA an den nigerianischen Luftfahrtminister Hadi Sirika.

Zwar können Airlines auch in anderen Weltregionen ihre in Landeswährung erzielten Ticketerlöse nicht immer sofort umtauschen, Nigeria sticht laut IATA aber heraus: "Seit über einem Jahr ist Nigeria das Land mit dem höchsten Anteil an blockierten Geldern weltweit."

Laut IATA prüfen derzeit mehrere Airlines, ihr Flugangebot von und nach Nigeria vor dem Hintergrund der schleppenden Auszahlungen einzuschränken - oder komplett zu streichen.

Emirates ist der Geduldsfaden 2022 bereits zweimal gerissen. Die Airline legte ihre Linien nach Lagos mit zuvor elf Flügen pro Woche und nach Abuja mit fünf Flügen pro Woche zwischen 1. und 11. September auf Eis.

In Dubai wartete man auf die Auszahlung von 85 Millionen US-Dollar Ticketerlösen, Woche pro Woche kamen laut Emirates zehn Millionen US-Dollar hinzu. Zwischenzeitlich gab Nigeria zwar einige Gelder frei, am 29. Oktober setzte Emirates die Linien aber erneut aus - und dieses Mal dauerhaft.

Sirika hatte Emirates daraufhin einen "Erpressungsversuch" unterstellt. "Das Land kommt auch ohne ausländische Fluggesellschaften zurecht", wetterte der Minister. "Wir lassen uns nicht einschüchtern. Wir sprechen hier immerhin über den größten Markt in Afrika."

Im Februar vermisste Nigeria die Anbindung über Emirates in die Welt dann doch. Er habe Dubais Herrscher Scheich Muhammad bin Zayid Al Nahyan im Rahmen eines Kondolenzanrufs um eine "Wiederaufnahme der ausgesetzten Emirates-Linien" gebeten, verkündete Nigerias Präsident Muhammadu Buhari via Twitter.

Lufthansa wollte sich 2022 auf Nachfrage zu "Umstauschbedingungen unserer Erlöse im nigerianischen Markt" nicht näher äußern. An den Linien nach Lagos, Abuja und Port Harcourt hält Lufthansa bis heute fest.

Erinnerungen an 2016 werden wach

Dass Staaten Airlinegelder zurückhalten, kommt immer wieder vor. Zahlreiche Fluggesellschaften stellten 2016 ihre Linien nach Venezuela ein, nachdem die Regierung die Auszahlung von 3,6 Milliarden US-Dollar blockiert hatte. Nigeria war im gleichen Jahr mit 600 Millionen US-Dollar in Verzug geraten.
© aero.de | Abb.: Emirates, Airbus | 15.03.2023 16:25

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Beitrag vom 15.03.2023 - 17:41 Uhr
Ich will das Geld, das meien Kunden für meine Dienstleistung bezahlt haben:
= "Erpressung"?
Auch sehr schönes Verfahren: statt das Geld auszuzahlen, das mir nicht gehört, ruf ich Euren Präsidenten an, damit ihr weiter Dienstleistungen unentgeldlich erbringt.




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