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Lufthansa wird Italien bei ITA nicht ganz los

ITA Airbus A350-900
ITA Airbus A350-900, © Airbus

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FRANKFURT - Der Vertrag zwischen Lufthansa und dem Finanzministerium in Rom zu ITA steht. Lufthansa hat demnach auf den letzten Metern einen höheren Preis für eine Beteiligung akzeptiert - und wird Italien auch im zweiten Schritt nicht ganz los. Das sind die Eckpunkte des Lufthansa-Einstiegs.

ITA landet bei Lufthansa. Laut Medieninformationen werden noch am Donnerstag die Unterschriften unter den Beteiligungsvertrag gesetzt. Nachdem zuvor zwei Einigungsfristen ergebnislos verstrichen waren, ist der Deal jetzt offenbar perfekt.

Im ersten Zug übernimmt Lufthansa 40 Prozent der ITA-Anteile. Lufthansa wollte dafür per Kapitalerhöhung 250 Millionen Euro bei ITA einbringen. Wie die Zeitung "Corriere della Sera" berichtet, konnte Italien in den Verhandlungen aber einen Beteiligungspreis von "320 bis 330 Millionen Euro" durchsetzen.

Lufthansa übernimmt nach der Beteiligung bei ITA die Regie. Der Konzern muss die Airline aus der Verlustzone hieven - 2022 rannen ITA 550 Millionen Euro Betriebsverlust durch die Finger. Laut aktuellem Geschäftsplan soll ITA im ersten Halbjahr 2026 die Gewinnschwelle überschreiten.

Dies löst laut "Corriere" die zweite Stufe des Deals aus - Lufthansa wird dann für 500 Millionen Euro weitere "50 bis 55 Prozent" des ITA-Kapitals übernehmen. Italien behält danach mit fünf bis zehn Prozent Aktienanteil weiter einen Fuß bei ITA in der Tür. Zunächst hatte Lufthansa bei ITA mittelfristig eine Komplettübernahme aller "verbleibenden Anteile" angestrebt.
© aero.de | Abb.: Airbus | 25.05.2023 11:43

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Beitrag vom 26.05.2023 - 10:39 Uhr
Ich bin da vom Gefühl her auch skeptisch, alleine schon wegen der Historie von Alitalia/ITA.
Andererseits: muss die LH 1 Mrd. Gewinn raus bekommen? Die Frage ist auch, wie viel Verlust die LH-Gruppe hätte, wenn die ITA in einem anderen Airline-Konzern aufgehen würde. Italien ist ja immer noch ein großer Markt.
Beitrag vom 26.05.2023 - 04:17 Uhr
Es sind ja nicht nur 325 Mio. - dafür kriegt man nur 41%.
Das bewertet den Laden mit 800 Mio. - dafür das er bei 1,5 Mrd. Umsatz 500 Mio. Verlust gemacht hat, ein stolzer Preis.
Dazu noch den Staat im Boot, und eine massiv defizitäre Airlines.

Mal die Gegenfrage: Wird die LH da jemals 1 Mrd. Gewinn raus bekommen?

Da muss noch viel Wasser den Main runter fließen und noch einiges an Pizza gebacken werden bevor die ITA profitabel ist und dann etwas vernünftiges abwirft.

Ich bin sehr skeptisch.
Beitrag vom 25.05.2023 - 22:54 Uhr
Die €325 Mio sind angesichts der immer stärker werdenden Konzentration bei den Airlines m.E. gut angelegt.

Wenn es funktioniert und die ITA in ein paar Jahren Gewinne macht, hat sich die LH ihre 41% zu einer Bewertung von gerade mal rund €369 Mio. für die gesamte ITA gesichert. Und der "Kaufpreis" von rund €151 Mio. für die 41% fließt auch noch in die Gesellschaft und nicht an den verkaufenden Gesellschafter. Dazu kommt natürlich die Kapitalerhöhung beider Gesellschafter von insgesamt €424 Mio. (Italien €250m, LH €174m), die auch in die Gesellschaft fließen. Ich glaube, das lange Verhandeln hat sich gelohnt.

Wenn es nicht funktioniert und ITA weiter ein Fass ohne Boden bleiben sollte, kann LH die Reißleine ziehen und sich an weiteren Kapitalerhöhungen nicht beteiligen. Die €325m sind so gesehen Risikokapital. Einen Versuch ist es m.E. Wert.

Als Nächstes dann die TAP. Lediglich bei der 3-Staaten Airline SAS bin ich sehr skeptisch.


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