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Portugal nimmt Privatisierung von TAP in Angriff

TAP Air Portugal Airbus A321LR
TAP Air Portugal Airbus A321LR, © TAP

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LISSABON - Die portugiesische Regierung hat am Donnerstag die seit längerem erwartete Privatisierung der staatlichen Fluglinie TAP beschlossen. Mindestens 51 Prozent der größten Fluggesellschaft des Landes sollten veräußert werden, sagte Finanzminister Fernando Medina nach einer Kabinettssitzung in Lissabon.

Fünf Prozent sei den Mitarbeitern vorbehalten. Gesucht werde nach einem Großinvestor im Luftfahrtsektor, betonte der Minister.

In der Vergangenheit hatte es immer wieder Spekulationen gegeben, auch die Lufthansa sei an TAP interessiert. Die Zeitung "Público" berichtete am Donnerstag von mindestens drei möglichen Interessenten: Neben der Lufthansa auch Air France-KLM und der Luftverkehrskonzern IAG, die Muttergesellschaft von British Airways und Iberia.

Vergangene Woche hatte Regierungschef António Costa im Parlament angedeutet, das gesamte Kapital von TAP könne in private Hände gegeben werden. Medina betonte, den Zuschlag bei der TAP-Privatisierung werde nicht "einfach" dasjenige Unternehmen erhalten, das am meisten Geld böte, sondern das dem Land und der Volkswirtschaft am besten diene. Lissabon als Drehkreuz für den Luftverkehr vor allem Richtung Südamerika müsse erhalten werden.

TAP war schon früher teilprivatisiert. 2016 hatte der Staat seinen Anteil aber wieder auf 50 Prozent erhöht und während der Corona-Pandemie 2020 die Linie ganz übernommen. Die 1945 gegründete TAP hat etwa 6.600 Mitarbeiter und rund 100 Maschinen.

Zweite Chance für Lufthansa

Lufthansa war laut Kreisen bereits unmittelbar vor Ausbruch der Corona-Pandemie zusammen mit dem US-Partner United Airlines an einer Übernahme von TAP interessiert. Denn TAP ist nicht nur für Portugal, sondern auch für Lufthansa und United von strategischer Bedeutung.

Im Südamerikaverkehr ist das Lufthansa-Bündnis Star Alliance, dem auch TAP angehört, gegenüber SkyTeam und Oneworld in Rückstand. Der Star-Alliance-Partner TAM zog nach der Fusion mit LAN Airlines erst zu Oneworld weiter und ist als LATAM inzwischen mit der SkyTeam-Größe Delta verbandelt.

IAG und Air France-KLM bekräftigen Interesse

Um TAP Air Portugal zeichnet sich ein Bieterrennen ab. "Wir sind stets offen für große Unternehmen und Marken", unterstrich IAG-Vorstandschef Luis Gallego diese Woche in Lissabon grundsätzliches Interesse. Der Konzern werde sich die Bedingungen der Privatisierung genau ansehen.

Air France-KLM will in Lissabon mit Flugzeugen punkten. Der Konzern hat zusätzlich zu einer aktuellen Bestellung bei Airbus über 50 A350-900 und A350-1000 weitere 40 Stück optioniert. Ein Teil davon könnte auch bei Investitionen zum Tragen kommen, ließ Air France-KLM-Vorstandschef Ben Smith durchblicken.
© dpa-AFX, aero.de | Abb.: Airbus | 28.09.2023 21:27


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