Für Airlines ärgerlich
Älter als 7 Tage

Erhöhung der Ticketsteuer hängt im Bundesrat fest

Lufthansa A321neo mit Airspace Cabin
Lufthansa A321neo mit Airspace Cabin, © Lufthansa

Verwandte Themen

BERLIN - Die Bundesregierung will mit dem Wegfall von Agrarsubventionen und einer höheren Ticketsteuer Haushaltslücken schließen. Das Gesetz dazu wird den Bundesrat nicht im Eilverfahren passieren - unionsgeführte Länder sehen weiteren Klärungsbedarf. Für Lufthansa und Co. ist das keine gute Nachricht.

Die Ampel-Koalition dreht an der Steuerschraube. Eine Erhöhung der Luftverkehrsabgabe um rund ein Fünftel zum 1. Mai soll dieses Jahr 400 Millionen Euro, in den Folgejahren sogar 580 Millionen Euro zusätzlich in die Bundeskasse spülen.

Je nach Flugdistanz beträgt die Abgabe dann 15,53 bis 70,83 Euro je Fluggast. Die Ticketsteuer betrifft sämtliche Passagiere, die von deutschen Flughäfen abheben. Zahlen müssen die Aufschläge zwar die Fluggesellschaften, sie können diese aber an die Passagiere weitergeben.

Geregelt ist die Anhebung im sogenannten "Haushaltsfinanzierungsgesetz", das am Freitag zunächst vom Bundestag und anschließend in einem Eilverfahren den Bundesrat passieren sollte. In der Länderkammer blockieren unionsgeführte Länder nun das Eilverfahren.

Das liegt allerdings weniger an höheren Ticketsteuern, sondern am  Abbau von Agrardieselsubventionen, die das Gesetz ebenfalls regelt. Das Gesetzgebungsverfahren könnte sich nun bis zur nächsten Bundesratssitzung am 22. März in die Länge ziehen.

Die Verzögerung ist für Fluggesellschaften kein Grund zum Jubeln. Die Erhöhung der Ticketsteuer gilt als ausgemacht. Solange das Gesetz aber nicht formell beschlossen ist, können Airlines die höheren Abgaben auf Buchungen für Flüge ab 1. Mai nicht auf Ticketpreise umlegen und im Steuertopf berücksichtigen.

Die Folge: Tickets werden vorerst weiter zu den bisherigen Steuersätzen bepreist und verkauft - auch für Flüge, die nach dem 1. Mai stattfinden. Auf der Steuerdifferenz bleiben Airlines sitzen. Derzeit nehmen die Buchungen für den Sommer Fahrt auf, was den Effekt verschärft.

Lufthansa hatte vor diesem Hintergrund zumindest auf Rechtssicherheit und eine schnelle Verabschiedung der Erhöhung gehofft. Der Konzern rechnet laut Insidern bereits jetzt mit einem zweistelligen Millionenbetrag für Steuernachzahlungen auf zu alten Steuersätzen verkaufte Tickets für Flüge ab 1. Mai 2024.
© aero.de, dpa | Abb.: Lufthansa | 02.02.2024 08:41

Um einen Kommentar schreiben zu können, müssen Sie sich bei aero.de registrieren oder einloggen.

Beitrag vom 03.02.2024 - 05:58 Uhr
Wenn die Union mitmacht, werden sie Teil der Ampel. Dann wird auch die Union zunehmend nicht wählbar, was nur die AfD stärkt.

Condor und LH werden hier kaum etwas maximieren können. Wenn sie dieSteuer bereits jetzt einplanen, andere wie BA oder AF aber nicht oder nicht ganz, erwirkt man einen Wettbewerbsnachteil. Oder man bremst die Nachfrage generell, da Fliegen ab D zunehmend teurer wird. Das können sich dann nicht mehr alle leisten.
Beitrag vom 02.02.2024 - 19:11 Uhr
Mir erschließt sich nicht, warum LH & Co. Ihre Ticketpreise ab 1.5. nicht jetzt bereits so kalkulieren können. Die Abgaben sind ja noch nicht mal prozentuale, sondern fixe Beträge, die sich auf die Distanz beziehen. Das kann ich doch jetzt schon einpreisen..!?

So wie unsere Regierung bereits vor protestierenden Bauern gekuscht hat, könnte ich mir auch vorstellen, dass Agrardiesel im Ergebnis weiter subventioniert wird und stattdessen die Ticketsteuer noch stärker angehoben wird als geplant, um das wieder auszugleichen.
Gerade wenn die CDU sich weiter bei den Bauern ranwanzen möchte.
Und immerhin kann man mit einem A320 keine Autobahnen oder Innenstädte blockieren.
Beitrag vom 02.02.2024 - 10:07 Uhr
Mir erschließt sich nicht, warum LH & Co. Ihre Ticketpreise ab 1.5. nicht jetzt bereits so kalkulieren können. Die Abgaben sind ja noch nicht mal prozentuale, sondern fixe Beträge, die sich auf die Distanz beziehen. Das kann ich doch jetzt schon einpreisen..!?

Ich vermute, Condor & Co. verlangen von ihren Kunden den maximalen Preis, den dieser zu zahlen bereit ist und den höchsten Deckungsbeitrag pro Passagier erwirtschaftet - unabhängig von den aktuellen oder zukünftigen Kosten. Ich vermute, dieser Preis ist ein Resultat aus Angebot und Nachfrage.


Stellenmarkt

Schlagzeilen

aero.uk

schiene.de

Meistgelesene Artikel

Community

Thema: Pilotenausbildung

FLUGREVUE 04/2024

Shop

Es gibt neue
Nachrichten bei aero.de

Startseite neu laden