Investoren-Abwehr
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Southwest Airlines legt Giftpille aus

Southwest Airlines Boeing 737 MAX 8
Southwest Airlines Boeing 737 MAX 8, © Southwest Airlines

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DALLAS - Southwest Airlines sitzt ein Hedgefonds im Nacken. Die Wallstreet-Firma Elliott Investment drängt auf einen Radikalumbau des angeschlagenen Günstigfliegers - und will Southwest-Chef Bob Jordan loswerden. Southwest Airlines will den aktivistischen Investor mit einer "Giftpille" abwehren.

"Schlechte Führung" und eine "Strategie, die in einem modernen Airlineumfeld nicht mehr aufgeht": Aus Sicht von Elliott Investment läuft bei Southwest Airlines viel falsch. Trotzdem - oder gerade deswegen - hat sich die New Yorker Firma mit elf Prozent am weltgrößten Billigflieger beteiligt.

Der New Yorker Hedgefonds wettet 1,9 Milliarden US-Dollar auf eine Erholung des bröckelnden Aktienwerts - und sorgt mit einen Umbauplan für erhebliche Unruhe bei Southwest Airlines.

Das 51 Seiten starke Konzeptpapier sieht zunächst eine Absetzung von Vorstandschef Bob Jordan vor. Elliott hält dem Manager Versäumnisse bei Netzstrategie, Stückkosten und Technologie-Investitionen vor. Der Hedgefonds will das Southwest-Urgestein Jordan lieber heute als morgen durch einen externen Manager ersetzen.

Machtkampf zwischen Management und Investor

Nur steht der Southwest-Verwaltungsrat geschlossen hinter Jordan - und zeigt dem aktivistischen Investor Grenzen auf. Southwest fürchtet, dass Elliott sein Aktienpaket deutlich aufstockt - und den Druck auf das Management danach noch verstärkt.

Elliott verfüge über "Ressourcen, um seine Position bei Southwest Airlines erheblich auszubauen", warnte der Verwaltungsrat die Aktionäre. Mit einem aktienrechtlichen Schachzug will Southwest Airlines den New Yorkern die Lust auf weitere Aktienkäufe verleiden.

Ein neuer Bezugsrechteplan sieht die Ausgabe neuer Southwest-Aktien mit 50 Prozent Abschlag an bestehende Aktionäre vor. Der Plan greift, sobald ein Aktionär - gemeint ist Elliott Investment - eine Beteiligungsschwelle von 12,5 Prozent überschreitet.

Diese - unter Governance-Gesichtspunkten umstrittene - Abwehrstrategie in Form einer Verwässerung des Aktienkapitals wird auch als "Giftpille" bezeichnet.
© aero.de | Abb.: Southwind Airlines | 04.07.2024 09:06

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Beitrag vom 05.07.2024 - 11:33 Uhr
Deswegen die Frage. Aber rein logisch kann es eigentlich nur so sein, daß mit den "bestehenden Aktionären" alle anderen außer dem Großaktionär gemeint sind. Ansonsten ergäbe die Giftpille keinen Sinn. Elliott dürfte also vom Bezugsrecht ausgeschlossen sein.

Was aber passieren kann, ist eine Kraftprobe: Durch die steigende Anzahl an Aktien kann Elliott immer wieder nachkaufen, um wieder auf 12,5% zu kommen. Gleichzeitig sinkt der Kurs der einzelnen Aktie weiter und weiter, so daß die Aktien irgendwann unter dem Wert kursieren, der der Hälfte des heutigen Wertes entspricht. Die Aktionäre werden ihr Bezugsrecht also irgendwann nicht mehr ausüben, weil sie erwarten, daß der Aktienkurs ein oder zwei Runden später unter den Preis fällt, den sie zahlen würden. Gleichzeitig kann dann auch Elliott immer günstiger nachkaufen; im schlimmsten Fall können sie sich mit Bezugsrechten am freien Markt eindecken - von den bestehenden Aktionären, die ihr Bezugsrecht nicht mehr ausüben und dieses an der Börse verkaufen.

Southwest müßte dann junge Aktien mit immer höheren Abschlägen ausgeben - was die Aktionäre natürlich auf Dauer auch erzürnen könnte, weil sie zwar ihren durchschnittlichen Preis pro Aktie mit jeder Bezugsrunde senken, aber den ursprünglich mal gezahlten Preis für die alten Aktien nie mehr erzielen können.

Andererseits sinken aber möglicherweise die Gewinnerwartungen, die sich Elliott durch die Umstrukturierung erhofft (zur Zeit 67-87%), weil auch sie immer wieder nachkaufen müssen, um ihre 12,5% zu halten. Und um in die Nähe einer relevanten Beteiligung zu kommen, müssen sie auch noch massenweise Bezugsrechte kaufen.
Beitrag vom 05.07.2024 - 10:57 Uhr
Elliott würde doch dann ebenfalls Bezugsrechte erhalten und die verbilligten jungen Aktien zeichnen, oder? Oder ist die Konstruktion so, daß nur alle anderen Aktionäre bezugsberechtigt sind, aber nicht derjenige, der die 12,5% überschreitet?

Steht im Text:

"Ein neuer Bezugsrechteplan sieht die Ausgabe neuer Southwest-Aktien mit 50 Prozent Abschlag an bestehende Aktionäre vor. Der Plan greift, sobald ein Aktionär - gemeint ist Elliott Investment - eine Beteiligungsschwelle von 12,5 Prozent überschreitet."

Allerdings ist das etwas unklar formuliert. 'Bestehende Aktionäre' die mehr als 12,5 % haben (wieviele gibt es davon?) oder 'Bestehende Aktionäre' die unter 12,5 % halten🤔 ?
Beitrag vom 05.07.2024 - 10:03 Uhr
Elliott würde doch dann ebenfalls Bezugsrechte erhalten und die verbilligten jungen Aktien zeichnen, oder? Oder ist die Konstruktion so, daß nur alle anderen Aktionäre bezugsberechtigt sind, aber nicht derjenige, der die 12,5% überschreitet?


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