PEKING - Europa ist für chinesische Airlines ein heißer Markt - Flugkonzerne aus der Volksrepublik machen der europäischen Konkurrenz zunehmend das Leben schwer. Nach einem Medienbericht reizt China das Luftfahrtabkommen mit Deutschland vollständig aus - 2025 gibt es an dem Deal markante Änderungen.
Die Margen aus und nach Fernost sind gerade "nicht so doll": Lufthansa trifft laut Konzernchef Carsten Spohr im China-Geschäft auf Gegenwind.
Eine Angebotsoffensive chinesischer Flugkonzerne hat den Markt 2024 aus den Angeln gehoben. Air China, China Eastern Airlines und China Southern Airlines spielen Kostenvorteile gnadenlos aus - den chinesischen Fluggiganten steht auf Europastrecken der direkte Weg über Russland uneingeschränkt offen.
Nach Branchendaten stehen chinesische Fluggesellschaften im Sommer 2024 im Europaverkehr bei klar über 110 Prozent des Vorkrisenangebots, Lufthansa hat zum Vergleich erst 57 Prozent ihrer China-Kapazität von 2019 wieder in der Luft. Viel mehr lohnt sich derzeit für den Kranich einfach nicht.
"In Asien haben wir das höchste Wachstum der Branche mit fast 28 Prozent, getrieben durch die großen chinesischen Fluggesellschaften", sagte Lufthansa Interims-Finanzvorstand Michael Niggemann Ende Juli in Frankfurt. "Unsere Durchschnittserlöse sind auf Routen nach Asien um fast zehn Prozent gesunken."
British Airways zieht aus der Schieflage im Markt Konsequenzen:
Ende Oktober setzt die IAG-Airline die Linie London - Peking für ein Jahr aus und halbiert die Frequenz nach Hongkong. Konkurrent Virgin Atlantic zieht sich nach 25 Jahren aus Shanghai zurück.
"Auf einzelnen Strecken zwischen China und Europa stellt China heute 75 Prozent der Sitze und mehr", beschrieb ein Asienmanager einer großen europäischen Airline gegenüber aero.de am Montag die Lage. Doch auch chinesische Flugkonzerne laufen in den Begrenzer.
Das Luftverkehrsabkommen zwischen China und Deutschland deckelt den Flugverkehr zwischen beiden Ländern auf je 55 Passagier- und 38 Frachtflüge pro Woche, schreibt das
"Handelsblatt". Chinesische Airlines reizen dese Möglichkeiten bereits voll aus, Lufthansa nicht annährend.
Mehr China-Spielraum für Lufthansa-CargoLaut "Handelsblatt" hat China Anfang 2024 bei der Bundesregierung einen Ausbau der Wochenkontingente angefragt - mit Erfolg, wie die Wirtschaftszeitung unter Berufung auf einen Sprecher des Bundesverkehrsministeriums schreibt.
Ab Sommer 2025 dürfen chinesische Flugkonzerne vier wöchentliche Passagierflüge pro Woche extra nach Deutschland anbieten, ab Herbst vier weitere. Im Gegenzug gesteht China deutschen Airlines 17 zusätzliche Frachtflüge pro Woche zu.
© aero.de | Abb.: Airbus | 27.08.2024 09:08
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Beitrag vom 29.08.2024 - 19:26 Uhr
Genau das ist die typisch westliche Eigenheit 1. Kajüte.
Andere sollen gefälligst wirtschaftlich auch mit uns leiden, wenn wir uns mit Sanktionen freiwillig selbst geißeln auch wenn diese anderen mit unserem Sanktionswerk moralisch und vor allem bündnisrechtlich rein gar nichts zu tun haben.
Der Westen ist der Nabel der Welt und die restliche Welt muss nach unserer Pfeife tanzen gilt halt als ungeschriebenes Gesetz weltweit.
Haben Sie schon mal für chinesische Kunden gearbeitet?
Da geht es dann nach : "China ist der Nabel der Welt und die restliche Welt muss nach unserer Pfeife tanzen, das gilt halt als ungeschriebenes Gesetz weltweit"
Das wird auch (im Gegensatz zum Westen) nicht nur implizit vorausgesetzt, sondern ganz offen und selbstbewusst fordernd kommuniziert.
Ich denke daher nicht dass das eine rein "westliche" Eigenschaft sondern eher eine menschliche ist: Wer zahlt, bestimmt und wer als Anbieter Geschäfte machen will, muss sich anpassen.
Beitrag vom 29.08.2024 - 17:44 Uhr
China Eastern hatte mal angekündigt, irgendwann in der Zukunft Shanghai mit Berlin verbinden zu wollen.
Vielleicht bekommt der BER ja einen Teil von diesen zusätzlichen Flügen ab, z.B. durch eine Ausweitung der bestehenden Berlin-Peking-Verbindung oder eine Berlin-Shanghai-Verbindung.
Beitrag vom 28.08.2024 - 16:06 Uhr
""pacta sunt servanda" " ist keine chinesische Weisheit sondern "eine typische westliche Eigenheit".
Genauer lesen, bitte.
Ich habe den rechtlichen Grundsatz "pacta sunt servanda" nicht als quasi konfuzianische Weisheit tituliert.
Man könnte etwa �berflüge von russischem Gebiet mit Strafen belegen, weil z. B. im Notfall Sicherheitslandungen unverhältnismässig schlecht gehandhabt werden oder... Da gibt es sicher bessere Begründungen.
Genau das ist die typisch westliche Eigenheit 1. Kajüte.
Andere sollen gefälligst wirtschaftlich auch mit uns leiden, wenn wir uns mit Sanktionen freiwillig selbst geißeln auch wenn diese anderen mit unserem Sanktionswerk moralisch und vor allem bündnisrechtlich rein gar nichts zu tun haben.
Der Westen ist der Nabel der Welt und die restliche Welt muss nach unserer Pfeife tanzen gilt halt als ungeschriebenes Gesetz weltweit.
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Andere sollen gefälligst wirtschaftlich auch mit uns leiden, wenn wir uns mit Sanktionen freiwillig selbst geißeln auch wenn diese anderen mit unserem Sanktionswerk moralisch und vor allem bündnisrechtlich rein gar nichts zu tun haben.
Der Westen ist der Nabel der Welt und die restliche Welt muss nach unserer Pfeife tanzen gilt halt als ungeschriebenes Gesetz weltweit.
Haben Sie schon mal für chinesische Kunden gearbeitet?
Da geht es dann nach : "China ist der Nabel der Welt und die restliche Welt muss nach unserer Pfeife tanzen, das gilt halt als ungeschriebenes Gesetz weltweit"
Das wird auch (im Gegensatz zum Westen) nicht nur implizit vorausgesetzt, sondern ganz offen und selbstbewusst fordernd kommuniziert.
Ich denke daher nicht dass das eine rein "westliche" Eigenschaft sondern eher eine menschliche ist: Wer zahlt, bestimmt und wer als Anbieter Geschäfte machen will, muss sich anpassen.
Vielleicht bekommt der BER ja einen Teil von diesen zusätzlichen Flügen ab, z.B. durch eine Ausweitung der bestehenden Berlin-Peking-Verbindung oder eine Berlin-Shanghai-Verbindung.
Genauer lesen, bitte.
Ich habe den rechtlichen Grundsatz "pacta sunt servanda" nicht als quasi konfuzianische Weisheit tituliert.
Man könnte etwa �berflüge von russischem Gebiet mit Strafen belegen, weil z. B. im Notfall Sicherheitslandungen unverhältnismässig schlecht gehandhabt werden oder... Da gibt es sicher bessere Begründungen.
Genau das ist die typisch westliche Eigenheit 1. Kajüte.
Andere sollen gefälligst wirtschaftlich auch mit uns leiden, wenn wir uns mit Sanktionen freiwillig selbst geißeln auch wenn diese anderen mit unserem Sanktionswerk moralisch und vor allem bündnisrechtlich rein gar nichts zu tun haben.
Der Westen ist der Nabel der Welt und die restliche Welt muss nach unserer Pfeife tanzen gilt halt als ungeschriebenes Gesetz weltweit.