Anja Karliczek
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Tourismusausschuss-Chefin: Deutschland verliert Flüge

Eurowings Airbus A320
Eurowings Airbus A320, © Airbus

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BERLIN - Hohe Steuern und Gebühren machen Fliegen in Deutschland nach Ansicht von CDU-Politikerin Anja Karliczek immer unattraktiver.

"Wenn wir die Luftverkehrsteuer nicht bald senken, riskieren wir, dass Deutschland noch mehr Flugverbindungen verliert", sagt die Vorsitzende des Tourismusausschusses im Bundestag der Deutschen Presse-Agentur. Die Koalition hatte eine Absenkung zugesagt. Im Haushaltsentwurf für 2026 ist sie bislang nicht enthalten.

Auch die Flughafenentgelte seien zu hoch, kritisierte die frühere Bundesbildungsministerin. "Die Gebühren an deutschen Flughäfen sind im internationalen Vergleich schlicht zu hoch und genau das treibt Airlines ins Ausland." Schon heute würden Passagiere auf günstigere Nachbarländer ausweichen: "Es kann nicht sein, dass Urlauber extra nach Amsterdam oder Warschau fahren, nur weil Fliegen von dort billiger ist."

Mit ihrer Kritik steht Karliczek nicht allein. Auch der Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft verlangt niedrigere Standortkosten. Weniger Fluggäste bedeuteten weniger Geschäft für Hotels, Reiseveranstalter oder Messen, warnt der Verband. Kanzler Friedrich Merz (CDU) hatte in der Haushaltsdebatte vergangene Woche betont, dass der gewerbliche Luftverkehr entlastet werden müsse, um im internationalen Wettbewerb zu bestehen.

Tourismus zwischen Boom und Grenzen

Karliczek mahnt außerdem vor Überlastungen in beliebten Reisezielen. "Wir müssen uns gerade mit Blick auf ausländische Hotspots ehrlich fragen, wie viel Tourismus eine Stadt oder eine Region überhaupt verkraften kann." In Spanien etwa steuert die Branche trotz Protesten auf einen neuen Besucherrekord zu.

Zugleich erinnerte die CDU-Politikerin daran, dass Länder wie Griechenland oder Italien stark auf Einnahmen aus dem Tourismus angewiesen seien - Nachhaltigkeit müsse dabei dennoch ein zentrales Ziel bleiben.

Als Schwerpunkte für die kommenden Jahre nennt Karliczek mehr Wettbewerbsfähigkeit für die heimische Branche, eine stärkere internationale Sichtbarkeit Deutschlands, marktgerechte Nachhaltigkeit und digitale Angebote für Reisende. Als Ausschussvorsitzende will sie diese Themen nun politisch voranbringen. Der Tourismus sei ein Jobmotor und "kein Schönwetterthema", betonte Karliczek. "Millionen Arbeitsplätze hängen an dieser Branche."
© dpa | 03.10.2025 05:01

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Beitrag vom 04.10.2025 - 09:08 Uhr
Tatsache ist, dass die Flughäfen vie Geld verplempern und deswegen zu hohe Betriebskosten haben. Wozu müssen zB follow-me Wagen VW-Busse sein, das Stück auch mit Nachlass für sicherlich weit über 50.000 €? Und die stehen dann am GSAT in hamburg den ganzen Tag mit laufendem Motor. Ich brauche keinen Vorfeldfritzen, der eine Parkposition vorher kontrolliert. Wenn alles gerödel hinter der roten Linie steht, kann ich das alleine beurteilen. Ausserdem ist es Blödsinn, dass "der Flughafen" Plätze bei bestimmtem Wetter schließt, das überlasst mal schön den "Verantwortlichen Flugzeugführern", die können das ganz alleine. Nennt einfach die Bremskoeffizienten, ob das reicht, wisst Ihr da unten sowieso nicht. Und aus der Festlegung der An- und Abflugverfahren haltet Ihr Euch besser auch raus, das kriegen Flugsicherung und Piloten ganz alleine hin. Macht einfach Eure Arbeit als Dienstleister der Flugbetriebe. Dann wird es auch billiger.

Das kann durchaus so sein (möglicherweise aber auch 'nur' Ihre subjektive Wahrnehmung), liegt aber eben nicht in der Zuständigkeit der Politik.

Btw.
Vielleicht sollte hier die BDL mal ansetzen oder Einfluss nehmen, quasi im Eigeninteresse, Druck auf die Airports etc. ausüben!?
Und nicht immer auf die Falschen 'einprügeln'... !


Auf den Flughäfen wedelt der Schwanz zu oft mit dem Hund !!!
Beitrag vom 04.10.2025 - 08:55 Uhr
"Die Koalition hatte eine Absenkung zugesagt."

Hat sie nicht!
Sie wollte prüfen ob es möglich ist (Finanzierungsvorbehalt) und das ist es nicht. Die Haushaltslage des Bundes sollte einer Politikerin bekannt sein. 

Dann hoffen wir mal, dass der Wähler bei der nächsten Wahl sich an das Kleingedruckte in den Wahlprogrammen erinnert. Laut aktuellem 'ARD-DeutschlandTrend' gibt es noch einiges an Aufklärungsbedarf.

Alle Vereinbarungen im Koalitionsvertrag stehen gleichermaßen unter Finanzierungsvorbehalt. Der ist genauso klein oder groß gedruckt wie der Rest. Selektive Wahrnehmung ist kein gutes Argument.

Ich kann nur hoffen, dass Sie recht haben.

Bitte sehr.

Ich bezog mich da nur auf Ihren letzten Satz, sorry für das Mißverständnis.

 https://www.koalitionsvertrag2025.de/sites/www.koalitionsvertrag2025.de/files/koav_2025.pdf
Seite 51, Zeile 1627

Naja, der Hinweis auf einen Vertrag, der nach der Wahl abgeschlossen wurde, hilft auch nicht bei einer selektiven Meinungsfindung.

Zumindest werden wieder einige Parteien so tun als hätten sie selektiv wahrgenommen. Damit kann man doch "denen da oben" viel besser Lüge unterstellen. Und ein Teil der Wähler lässt sich auch gerne anlügen.
Ob das die Mehrheit wird, müssen wir denke ich abwarten.

Das stimmt, der Trend läßt allerdings nicht viel Hoffnung.
Beitrag vom 04.10.2025 - 00:42 Uhr
"Die Koalition hatte eine Absenkung zugesagt."

Hat sie nicht!
Sie wollte prüfen ob es möglich ist (Finanzierungsvorbehalt) und das ist es nicht. Die Haushaltslage des Bundes sollte einer Politikerin bekannt sein. 

Dann hoffen wir mal, dass der Wähler bei der nächsten Wahl sich an das Kleingedruckte in den Wahlprogrammen erinnert. Laut aktuellem 'ARD-DeutschlandTrend' gibt es noch einiges an Aufklärungsbedarf.

Alle Vereinbarungen im Koalitionsvertrag stehen gleichermaßen unter Finanzierungsvorbehalt. Der ist genauso klein oder groß gedruckt wie der Rest. Selektive Wahrnehmung ist kein gutes Argument.

Ich kann nur hoffen, dass Sie recht haben.

Bitte sehr.
 https://www.koalitionsvertrag2025.de/sites/www.koalitionsvertrag2025.de/files/koav_2025.pdf
Seite 51, Zeile 1627

Ich fürchte nur, wir werden bei der nächsten Wahl feststellen, dass die Mehrheit der Wähler selektiv wahrnimmt.

Zumindest werden wieder einige Parteien so tun als hätten sie selektiv wahrgenommen. Damit kann man doch "denen da oben" viel besser Lüge unterstellen. Und ein Teil der Wähler lässt sich auch gerne anlügen.
Ob das die Mehrheit wird, müssen wir denke ich abwarten.

Manipulierende Politiker der Regierungspartei, die bei der Durchsetzung von Lobby-Interessen ihrer eigenen Partei - mit welche Abwägung ihrer Interessenkonflikte auch immer - zusätzlich Lügen unterstellen, helfen bei dieser "Mehrheitsfindung" sicher ebenfalls prima...

Dieser Beitrag wurde am 04.10.2025 00:45 Uhr bearbeitet.


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