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Lufthansa stoppt Rückbau des innerdeutschen Flugnetzes

Lufthansa City Airlines Airbus A320neo
Lufthansa City Airlines Airbus A320neo, © Lufthansa

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FRANKFURT - Die Bundesregierung senkt 2026 die Ticketsteuer. Lufthansa stabilisiert nun das innerdeutsche System - die Airline verzichtet vorerst auf weitere Streckenstreichungen. Der Flughafen Münster/Osnabrück behält damit die Anbindung an das Langstreckendrehkreuz München.

Lufthansa streicht im Sommerflugplan innerdeutsche Frequenzen. Angesichts einer angekündigten Senkung der Luftverkehrsteuer und möglichen Entlastungen bei Gebühren will Lufthansa auf weitere Eingriffe ins Programm aber vorerst verzichten.

"Wir werden im Sommerflugplan keine weiteren innerdeutschen Strecken streichen", sagte Lufthansa-Airlines-Chef Jens Ritter den Zeitungen der Funke-Mediengruppe in einem Interview.

Lufthansa hatte zuvor die Linie Münster/Osnabrück-München infrage gestellt. Die Region bleibt jetzt weiter mit dem Langstreckendrehkreuz verbunden.

In Dresden, Bremen und Hannover plant Lufthansa ebenfalls keine weiteren Angebotsrücknahmen. Auch Eurowings will den innerdeutschen Flugplan nun nicht weiter zerschneiden.

Lufthansa: Hälfte der innerdeutschen Flüge seit 2019 gestrichen

Seit 2019 brachen bereits rund 50 Prozent der innerdeutschen Flüge der Lufthansa Gruppe weg, knapp 1.000 Starts pro Woche. Friedrichshafen und Padernborn haben ihren Lufthansa-Anschluss seither ganz verloren. 24 innerdeutsche Strecken, sieben von Lufthansa und 17 von Eurowings, entfielen seit 2019 ersatzlos.

Die schwarz-rote Koalition will zum 1. Juli 2026 die Ticketsteuer für Flugreisen senken, was die Branche um etwa 350 Millionen Euro entlastet.
© aero.de | Abb.: Lufthansa | 24.11.2025 08:24

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Beitrag vom 24.11.2025 - 18:20 Uhr
Der innerdeutsche Luftverkehr ist ein allerdings reiner Binnenmarkt. Alle Marktteilnehmer agieren unter identischen Bedingungen. Daher ändert die Höhe der Luftverkehrsabgabe nichts an den Konkurrenzverhältnissen.

Jetzt wollen wir aber nicht anfangen, Lobby-Aussage Realitätschecks zu unterziehen, oder? Denn dann würden wir ja nie mehr fertig.
Klar ist dieser Zusammenhang so herbei halluziniert als wäre er von ChatGPT in die Welt gesetzt worden.
Aus meiner Sicht haben die Luftfahrtverbände hier viel Geld in eine Kampagne investiert, die zwar erfolgreich war (sie haben bekommen, was sie gefordert haben), die sie aber Umsatz und Gewinn kosten wird, wenn sich aufgrund der geringeren Abgabe jetzt FR und Co. wieder verstärkt dem deutschen Markt widmen.

Dieser Beitrag wurde am 24.11.2025 18:21 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 24.11.2025 - 14:43 Uhr


Jeder innerdeutsche Zubringer in die einheimischen Hubs steht ja zusätzlich auch im Wettbewerb mit ausländischen Airlines die in ihre Hubs fliegen, wie auch im Wettbewerb mit anderen Verkehrsträgern. Diese Idee, dass man da einfach beliebige Preise verlangen kann, ist eine Illusion.

Bei der LH-Argumentation "der innerdeutsche Markt ist um xx Prozent gegenüber dem Jahr 2xxx eingebrochen" bezieht im Wesentlichen den dezentralen innerdeutschen Verkehr ein. Es gibt vielleicht 1-2 Strecken wie Dresden-Köln, die vielleicht mit 3 Euro mehr Ertrag noch vorhanden wären, aber der dezentrale Verkehr mit kleinen Regionalfliegern wie bis Anfang des Jahrtausends und den paar Jahren danach mit dem Billigflieger-Boom von germanwings und HLX kommt deshalb auch nicht zurück.

Die Hub-Anbindungen von FRA und MUC sind doch weitestgehend noch da bzw. an den Flughäfen, wo diese teilweise oder ganz eingestellt wurden wie PAD, FMO oder FDH tummeln sich jetzt auch nicht unbedingt die ausländischen Airlines mit Hub-Anbindungen. Am meisten macht das vielleicht noch TK nach IST, aber das ist dann in aller Regel nicht nur Hub-Anbindung in die weite Welt, sondern auch von der generell starken Nachfrage zwischen Deutschland und der Türkei dominiert.

Es können sich doch alle in der Branche freuen, dass ein paar Entlastungen kommen. Ändern wird das nicht viel, außer dass der LH-Konzern 2-3 Verbindungen doch noch in niedriger Frequenz beibehält. Für die Umwelt wir das einen kaum spürbaren Effekt haben, da sind andere Dimensionen relevant wie der ganze Tourismus-Verkehr nach Mallorca und andere Warmwasserziele.

Im Prinzip ganz viel Lärm um nichts.
Beitrag vom 24.11.2025 - 14:22 Uhr
Im Übrigen geben die Airlines die Abgaben freilich 1:1 an ihre Kunden weiter.

Es wurde hier schon unzählige Male sehr überzeugend dargelegt, dass diese Annahme falsch ist.

Es gibt immer Konkurrenz. Condor gibt jetzt richtig Gas mit eigenen Zubringern...

Und Condor ist auf magische Weise von der Luftverkehrsabgabe ausgenommen?

Natürlich nicht, Condor hat ja auch ähnliche Probleme mit dem heimischen Standort wie die LHG.

Wieviel Gewinn hat Condor denn in den letzten Jahren erzielt?
Weshalb dringt Herr Gerber auf steuerliche Entlastungen?
Wieso lagert Condor immer mehr Flüge an Marabu aus?

Jeder innerdeutsche Zubringer in die einheimischen Hubs steht ja zusätzlich auch im Wettbewerb mit ausländischen Airlines die in ihre Hubs fliegen, wie auch im Wettbewerb mit anderen Verkehrsträgern. Diese Idee, dass man da einfach beliebige Preise verlangen kann, ist eine Illusion.


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