FRANKFURT - Das Interesse an USA-Reisen kühlte sich 2025 unter Westeuropäern ab. Die rückläufige Entwicklung hat sich nach neuen Zahlen des National Travel and Tourism Office (NTTO) zum Jahresende verstetigt. Warum Lufthansa für 2026 trotzdem optimistisch auf den Transatlantikmarkt blickt.
An US-Grenzstationen schlugen im November 2025 5,5 Prozent weniger Einreisende aus Westeuropa auf als im Vorjahresmonat. Das geht aus vorläufigen Zahlen der US-Tourismusbehörde NTTO hervor. Der Abwärtstrend hielt damit den siebten Monat in Folge an.
Aus Deutschland, Frankreich und den Niederlanden reisten im November 2025 rund 8,0 Prozent weniger Besucher in die USA ein, die Besucherströme aus Großbritannien und Italien kühlten sich um 1,8 beziehungsweise 1,5 Prozent moderater ab.
Insgesamt bleiben die internationalen Besucherzahlen in den USA rückläufig. Die "New York Times" führte den Trend in einem Bericht kürzlich unter anderem auf verschärfte Visa-Anforderungen der US-Regierung zurück. Der "Trump Slump" dämpfte zuletzt die Stimmung in der US-Tourismuswirtschaft, der Urlauber fehlen.
Der Nordamerika-Verkehr ist für europäische Flugkonzerne unter diesen Vorzeichen ebenfalls kein Selbstläufer mehr, bleibt für Lufthansa aber auch 2026 weiter der mit großem Abstand wichtigste Langstreckenmarkt.
Denn vor allem Kunden aus den USA wählen weiter gerne Lufthansa - und buchen anteilig öfter teurere Sitze - während in Europa vor allem die Kunden in den günstigeren Buchungsklassen zögern.
Den Trend spürt Lufthansa sogar unter kaufkräftigen Schweizer Fluggästen. "Wir sehen eine gewisse Buchungszurückhaltung aus der Schweiz, aus Europa Richtung USA", räumte Swiss-Chef Jens Fehlinger in einem Interview mit dem "SRF" im September ein. Die Nachfrage von US-Reisenden nach Europa sei demgegenüber "ungebrochen hoch".
Lufthansa: Trendumkehr bei den BuchungenZum saisonal verkehrschwachen Jahresauftakt hegte Lufthansa ihren USA-Flugplan ein, will das Angebot im weiteren Jahresverlauf aber hochfahren - und setzt dabei weiter auf US-Bürger.
"Wir konnten unseren Verkaufsschwerpunkt auf mittlerweile fast 60 Prozent aus den USA und nur 40 Prozent aus Europa verlagern, was über viele Jahre hinweg genau umgekehrt war", sagte Lufthansa-Chef Carsten Spohr kürzlich der Nachrichtenagentur "Reuters".
Lufthansa will das Interkontangebot 2026 mit rund sechs Prozent deutlich stärker ausbauen als das Gesamtangebot. Der Schwerpunkt liegt weiter auf dem US-Geschäft. Neue US-Ziele im Lufthansa-Netz wie Raleigh-Durham (North Carolina) oder die Linie Frankfurt-St. Louis laufen laut Konzernkreisen gut.
Die hohe Ticketnachfrage aus den USA kompensiert Nachfragerückgänge aus Europa über - das NTTO weist in der Momentaufnahme für November 2025 auf 5,1 Millionen Passagiere im Transatlantikverkehr zwischen den USA und Europa hin.
Das waren 1,1 Prozent mehr als im November 2024 - und sogar 0,6 Prozent mehr als im Vorkrisenreferenzpunkt November 2019.
Fluggesellschaften hoffen unterdessen auf eine Sonderkonjunktur in Richtung USA durch ein Großereignis. Die Fußball-Weltmeisterschaft in den USA könnte die "Reisetätigkeit" Richtung USA 2026 ankurbeln, sagte Fehlinger.
© aero.de | Abb.: Lufthansa | 09.01.2026 06:19
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Beitrag vom 16.01.2026 - 12:20 Uhr
Es ist richtig, dass der Staat Hauptanteilseigner ist. Und dass der Staat durch sein Gesamtkonzept Geld verdienen möchte, ist ja auch klar und verständlich. Der springende Punkt ist jedoch, dass der Staat seine Staatsairline nicht finanziell subventioniert, sondern von den Gewinnen seiner Airline profitiert. Das ist ein großer Unterschied.
In Europa hat sich niemand drauf "geeinigt", dass Staaten an Ihren Airlines nicht beteiligt sein dürfen. KLM hat 39% Staatsbeteiligung, Finnair 100%, Tap 72%, SAS 50%, etc.
Dass dauersubventionierte Airlines verschwinden, liegt ja nicht an der Staatsbeteiligung, sondern einfach daran, dass die Airlines im Wettbewerb untergehen und sich das weitere Investment irgendwann einfach nicht mehr lohnt.
Beitrag vom 12.01.2026 - 15:20 Uhr
Wie kommen Sie auf die Idee, dass Dubai eine Airline wie Emirates subventionieren sollte? Die profitabelste Airline der Welt. Die Realität sieht genau umgekehrt aus. Emirates unterstützt Dubai.>
Vielleicht googlen Sie einmal wie da so die Besitzverhältnisse der Emirates sind. Das ist die ICD, kontrolliert vom Herrscher Al Maktoum. "Die Investment Corporation of Dubai (ICD) gehört vollständig der
Regierung von Dubai; sie ist das wichtigste Investmentvehikel des Emirats, das ein riesiges Portfolio an Staatsvermögen verwaltet, darunter große Unternehmen wie Emirates, ENOC, Dubai Duty Free und Atlantis The Palm. Die oberste Leitung der ICD obliegt dem Kronprinzen von Dubai, Scheich Hamdan bin Mohammed bin Rashid Al Maktoum, und der Aufsichtsrat setzt sich aus Mitgliedern der Herrscherfamilie zusammen, was die direkte Verbindung zur Regierung unterstreicht. "
Also ein Staatsunternehmen. Die europäischen global player sind seit Jahrzehnten börsennotierte Kapitalgesellschaften. Dem Scheich ist es nun total egal, ob seine Flieger halb leer und defizitär durch die Gegend schaukeln. Für sein Staatsunternehmen ist nur wichtig, dass unter unter dem Strich, bei seiner Mischkalkulation aus Transport, Hotelübernachtung und Shopping im Stopover, oder sonst wie, ein Dollar übrig bleibt. Kleiner Unterschied zu den europäischen Airlines, die mit Ihrem Flug Geld verdienen müssen, da Ihnen weder Hotels, duty free shops, Vergnügungsparks, business center oder Gewerbegebiete gehören, die sie in Ihre etwaige Mischkalkulation einbeziehen könnten.
So einfach ist das.
Übrigens würde ich mal empfehlen nachzulesen, wie die großen europäischen Airlines sich in der Anfangszeit entwickelt haben. Waren bestimmt keine staatlichen Airlines oder vom Staat subventionierte Airlines.. *Ironie*>
In Ihrer Anfangszeit... die ist bei Emirates lange vorbei. Nicht ohne Grund hat man sich in der EU auf Privatisierung geeinigt, um ein faires Wettbewerbsumfeld zu schaffen. Nicht umsonst sind dauersubventinierte Airlines wie Olympic oder Alitalia verschwunden, weil sie diesen Wettbewerb verzerrt haben.
Den Standortvorteil kann man Turkish und den Airlines aus den Emiraten nicht ankreiden, die durch Ihre staatliche Unterstützung erlangten Vorteile gehören hier in Europa massiv eingeschränkt.
Beitrag vom 12.01.2026 - 11:00 Uhr
Wie kommen Sie auf die Idee, dass Dubai eine Airline wie Emirates subventionieren sollte? Die profitabelste Airline der Welt. Die Realität sieht genau umgekehrt aus. Emirates unterstützt Dubai.
In der Aufbauphase gab es da schon massive staatliche Unterstützung.
Problem ist doch eher in Deutschland/Europa, dass wir Investitionen zu kurzfristig denken. Man hat am Golf sehr langfristig gedacht - auch weil das Geschäftsfeld Ölverkauf in jedem Fall irgendwann endlich ist - und sich wirtschaftlich diversifiziert. Wobei natürlich gerade der Luftverkehr schon auch eher Öl-abhängig ist.
Ähnlich übrigens auch China mit seinem mittlerweile über 10 Jahre alten Wirtschftsprogramm aus 2015 (?), langfristig in mindestens 10 Schlüsseltechnologien weltweit Marktführer zu sein. Während China demnächst die Welt mit günstigen und sicherlich auch guten E-Autos fluten wird, diskutieren wir hier bei uns immer noch pro/contra Verbrennerverbot.
So fatal ist das im Luftverkehr dann allerdings auch wieder nicht, wie es klingt. Airbus hat massiv von den Golf-Airlines profitiert und auch den LH-Konzern gibt es noch. Die ME3 haben also in gewisser Weise nicht (nur) Verkehr aus Europa abgezogen, sondern leben auch von einer gesamt gewachsenen Nachfrage.
Geographisch liegt Istanbul m. E. sogar noch fast besser als Dubai, da man von dort mit SA-Flugzeugen fast jeden Flughafen in Europa und Nord-Afrika erreicht und Turkish Airlines fliegt ja fast völlig unbemerkt mehr oder weniger jede Landebahn in Nord- und Mittelafrika aus Istanbul mit B737MAX an.
Kommentare (11) Zur Startseite
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In Europa hat sich niemand drauf "geeinigt", dass Staaten an Ihren Airlines nicht beteiligt sein dürfen. KLM hat 39% Staatsbeteiligung, Finnair 100%, Tap 72%, SAS 50%, etc.
Dass dauersubventionierte Airlines verschwinden, liegt ja nicht an der Staatsbeteiligung, sondern einfach daran, dass die Airlines im Wettbewerb untergehen und sich das weitere Investment irgendwann einfach nicht mehr lohnt.
Vielleicht googlen Sie einmal wie da so die Besitzverhältnisse der Emirates sind. Das ist die ICD, kontrolliert vom Herrscher Al Maktoum. "Die Investment Corporation of Dubai (ICD) gehört vollständig der
Regierung von Dubai; sie ist das wichtigste Investmentvehikel des Emirats, das ein riesiges Portfolio an Staatsvermögen verwaltet, darunter große Unternehmen wie Emirates, ENOC, Dubai Duty Free und Atlantis The Palm. Die oberste Leitung der ICD obliegt dem Kronprinzen von Dubai, Scheich Hamdan bin Mohammed bin Rashid Al Maktoum, und der Aufsichtsrat setzt sich aus Mitgliedern der Herrscherfamilie zusammen, was die direkte Verbindung zur Regierung unterstreicht. "
Also ein Staatsunternehmen. Die europäischen global player sind seit Jahrzehnten börsennotierte Kapitalgesellschaften. Dem Scheich ist es nun total egal, ob seine Flieger halb leer und defizitär durch die Gegend schaukeln. Für sein Staatsunternehmen ist nur wichtig, dass unter unter dem Strich, bei seiner Mischkalkulation aus Transport, Hotelübernachtung und Shopping im Stopover, oder sonst wie, ein Dollar übrig bleibt. Kleiner Unterschied zu den europäischen Airlines, die mit Ihrem Flug Geld verdienen müssen, da Ihnen weder Hotels, duty free shops, Vergnügungsparks, business center oder Gewerbegebiete gehören, die sie in Ihre etwaige Mischkalkulation einbeziehen könnten.
So einfach ist das.
Übrigens würde ich mal empfehlen nachzulesen, wie die großen europäischen Airlines sich in der Anfangszeit entwickelt haben. Waren bestimmt keine staatlichen Airlines oder vom Staat subventionierte Airlines.. *Ironie*>
In Ihrer Anfangszeit... die ist bei Emirates lange vorbei. Nicht ohne Grund hat man sich in der EU auf Privatisierung geeinigt, um ein faires Wettbewerbsumfeld zu schaffen. Nicht umsonst sind dauersubventinierte Airlines wie Olympic oder Alitalia verschwunden, weil sie diesen Wettbewerb verzerrt haben.
Den Standortvorteil kann man Turkish und den Airlines aus den Emiraten nicht ankreiden, die durch Ihre staatliche Unterstützung erlangten Vorteile gehören hier in Europa massiv eingeschränkt.
Wie kommen Sie auf die Idee, dass Dubai eine Airline wie Emirates subventionieren sollte? Die profitabelste Airline der Welt. Die Realität sieht genau umgekehrt aus. Emirates unterstützt Dubai.
In der Aufbauphase gab es da schon massive staatliche Unterstützung.
Problem ist doch eher in Deutschland/Europa, dass wir Investitionen zu kurzfristig denken. Man hat am Golf sehr langfristig gedacht - auch weil das Geschäftsfeld Ölverkauf in jedem Fall irgendwann endlich ist - und sich wirtschaftlich diversifiziert. Wobei natürlich gerade der Luftverkehr schon auch eher Öl-abhängig ist.
Ähnlich übrigens auch China mit seinem mittlerweile über 10 Jahre alten Wirtschftsprogramm aus 2015 (?), langfristig in mindestens 10 Schlüsseltechnologien weltweit Marktführer zu sein. Während China demnächst die Welt mit günstigen und sicherlich auch guten E-Autos fluten wird, diskutieren wir hier bei uns immer noch pro/contra Verbrennerverbot.
So fatal ist das im Luftverkehr dann allerdings auch wieder nicht, wie es klingt. Airbus hat massiv von den Golf-Airlines profitiert und auch den LH-Konzern gibt es noch. Die ME3 haben also in gewisser Weise nicht (nur) Verkehr aus Europa abgezogen, sondern leben auch von einer gesamt gewachsenen Nachfrage.
Geographisch liegt Istanbul m. E. sogar noch fast besser als Dubai, da man von dort mit SA-Flugzeugen fast jeden Flughafen in Europa und Nord-Afrika erreicht und Turkish Airlines fliegt ja fast völlig unbemerkt mehr oder weniger jede Landebahn in Nord- und Mittelafrika aus Istanbul mit B737MAX an.