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Lufthansa setzt noch stärker auf die Langstrecke

Lufthansa Airbus A350-900 in München
Lufthansa Airbus A350-900 in München, © Lufthansa

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FRANKFURT - Das Lufthansa-Kerngeschäft ist die Langstrecke. Lufthansa-Chef Carsten Spohr steckt in einem Interview Eckpunkte einer erweiterten Interkontstrategie ab. Lufthansa wird 2026 sechs Interkontdrehkreuze bespielen - das ermöglicht Lufthansa "Wachstum auf der Kurzstrecke begrenzt zu halten".

Lufthansa plant 2026 sechs Prozent Kapazitätsausbau auf der Langstrecke. Diese Planzahl gab Lufthansa-Chef Carsten Spohr in einem Interview mit "Reuters" preis. Den Gesamtverkehr werde Lufthansa demgegenüber nur um 3,5 Prozent hochfahren.

"Wir werden jetzt noch stärker in unser Hub-System integrieren, was es uns ermöglicht, das Wachstum auf der Kurzstrecke begrenzt zu halten und dennoch auf der Langstrecke zu expandieren", sagte Spohr der Nachrichtenagentur. "Wir müssen nicht mehr jeden einzelnen Hub mit jedem einzelnen Kurzstreckenziel verbinden."

Lufthansa unterhält fünf Langstreckendrehkreuze: Frankfurt, München, Zürich, Wien und Brüssel. Rom wird das System 2026 - nach der Mehrheitsübernahme von ITA Airways in den Konzern - als sechstes Lufthansa-Interkontdrehkreuz verstärken. Lufthansa spult ITA Airways sowohl in die Star Alliance als auch ins Transatlantik-Joint-Venture A++ ein.

Die Lufthansa-Führung sieht die Langstrecke als wichtigsten Hebel zu höheren Gewinnen. Ab 2030 will Lufthansa mit acht bis zehn Prozent operativer Marge fliegen - ein Vielfaches des derzeitigen Werts.

Nur die Interkontflotte darf wachsen

Ende September hatte das Management Investoren auf einem Kapitalmarkttag auf die neue Strategie eingeschworen. Lufthansa will in der Flotte asynchron wachsen - die Zahl der Großraumflugzeuge soll steigen, die Stärke der Kontflotte unverändert bleiben. Im Kontverkehr will Lufthansa das Angebot nur noch über größere Flugzeuge wie den Airbus A321neo ausbauen.

"Unsere Investitionen in Großraumflugzeuge sind substanziell und sehr strategisch", sagte Lufthansa-Flottenmanager Alexander Feuersänger auf der Veranstaltung. Jedes neue Interkontflugzeug werde das Betriebsergebnis (EBIT) um zehn Millionen Euro pro Jahr steigern.

Lufthansa Classic schärft Langstreckenprofil

Die stärkere Gewichtung der Langstrecke wird bei Lufthansa Classic in den nächsten Jahren besonders sichtbar werden. Mit dem Effizienzprogramm "Turnaround" will Lufthansa ihre kriselnde Classic wieder auf stabilen Gewinnkurs bringen. Die Strategie sieht grundlegende strukturelle Änderungen vor.

Bei den neuen Flugbetrieben im Teilkonzern Lufthansa Airlines - City Airlines und Discover - fällt der Kostenblock Crew "bis zu 40 Prozent" niedriger aus als bei Lufthansa Classic, hielt Lufthansa auf dem Kapitalmarkttag fest.

Lufthansa Classic soll daher viel stärker auf Langstrecke getrimmt werden. "Die Zielsetzung ist sehr klar", sagte Lufthansa-Netzwerkmanager Stefan Kreuzpainter. "Bis 2030 werden wir 50 Prozent der Lufthansa-Airlines-Kurzstreckenflotte bei den effizienteren Flugbetrieben Discover Airlines und City Airlines haben."

Ende 2024 hatte Lufthansa Classic noch 80 Prozent der Kurzstreckenflotte von Lufthansa Airlines auf sich vereint.
© aero.de | Abb.: Lufthansa | 20.12.2025 06:35

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Beitrag vom 21.12.2025 - 11:26 Uhr
zu den "40% höhere Crewkosten" würde mich interessieren, wie das berechnet wurde. Wenn ich einen neuen Betrieb aufmache und dort erstmal jeder "unten" anfängt, ist völlig klar, dass ich eine andere Gehaltstruktur habe als im Altbetrieb, wo per Anweisung von oben dann noch dazu keine Jungen mehr - mit entsprechend niedrigeren Gehältern - nachrücken dürfen.
Es fängt aber auch bei City und Discover nicht jeder unten an, sondern es wird nach erfahrungsstand eingestuft. Du wärst überrascht, wieviele Kollegen da tatsächlich in Richtung Endstufe anfangen, eben weil sie 15.000h und mehr mitbringen.

Etwas, dass ja leider im "geschützen Verein" Lufthansa Classic nicht möglich ist
Beitrag vom 21.12.2025 - 10:42 Uhr
Und wie stellt Spohr es sich vor wie sich die zusätzlichen Langstreckenflieger füllen lassen, ohne zusätzlichen Feed?
Ich bezweifle, dass so viele Menschen lieber mit dem Zug oder Auto nach FRA oder MUC fahren werden und nicht stattdessem andere Hubs mit dessen feed ab deren Heimatflughafen zu nehmen.

Ich glaube es geht darum das nicht mehr soviel Kont- Feeds, aus den Ländern mit LH- Hubs zu den jeweils anderen LH- Hubs geflogen werden (müssen). Quasi man sich nicht gegenseitig, innerhalb der Group Konkurenz macht.
Beitrag vom 21.12.2025 - 05:21 Uhr
zu den "40% höhere Crewkosten" würde mich interessieren, wie das berechnet wurde. Wenn ich einen neuen Betrieb aufmache und dort erstmal jeder "unten" anfängt, ist völlig klar, dass ich eine andere Gehaltstruktur habe als im Altbetrieb, wo per Anweisung von oben dann noch dazu keine Jungen mehr - mit entsprechend niedrigeren Gehältern - nachrücken dürfen.
Es fängt aber auch bei City und Discover nicht jeder unten an, sondern es wird nach erfahrungsstand eingestuft. Du wärst überrascht, wieviele Kollegen da tatsächlich in Richtung Endstufe anfangen, eben weil sie 15.000h und mehr mitbringen.


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