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US-Präsident Donald Trump hat auf seiner Plattform Truth Social eine sofortige "Dezertifizierung" aller Bombardier Global Express "und aller in Kanada hergestellten Flugzeuge" angekündigt.
Als Grund für den Entzug und den möglichen Strafzoll nannte Trump den Umgang der kanadischen Behörden mit Gulfstream, einem US-Hersteller von Geschäftsflugzeugen.
Kanada habe den Modellserien Gulfstream 500, 600, 700 und 800 "rechtswidrig und beharrlich" eine Betriebsgenehmigungen verweigert und damit im Prinzip deren Verkauf in dem Nachbarland verboten, klagte Trump.
Sollte dies nicht "sofort korrigiert" werden, werde er eine zusätzliche Importgebühr von 50 Prozent verhängen, drohte der Präsident.
Kanada hatte Gulfstream G700 und G800 nicht zugelassen, nachdem die US-Luftfahrtaufsicht FAA die Modelle Anfang 2024 von Zertifizierungsvorschriften zur Vermeidung von Treibstoffvereisung für drei Jahre ausgenommen hatte.
Trump greift häufig zu Zöllen, um seinen Willen durchzusetzen. Davon bleiben auch traditionell enge Verbündete wie Kanada nicht verschont. Bisweilen nutzt Trump Zölle aber auch nur als Drohgebärde und setzt diese letztlich nicht um.
Bombardier verwies in einem Statement auf "neun Standorte mit 3.000 Mitarbeitern", die das Unternehmen in den USA unterhalte und ein aktuelles Investitionsvorhaben in Indiana.
Alle Flugzeuge, Werke und technisches Personal seien nach den Vorgaben der US-Luftfahrtaufsicht FAA zertifiziert. In den USA fliegen laut Bombardier täglich "Tausende Jets" der Kanadier.
"Wir hoffen, dass diese Sache schnell gelöst wird, bevor es Auswirkungen auf Luftverkehr und Passagiere gibt", so der Hersteller.
Trump greift Verbündeten Kanada zunehmend an
Erst vor wenigen Tagen hatte Trump Kanada mit horrenden Zöllen gedroht, um eine engere wirtschaftliche Zusammenarbeit des Nachbarn mit China zu verhindern. Sollte die kanadische Regierung einen Deal mit der Volksrepublik schließen, würden alle Importe aus Kanada mit einem 100-Prozent-Zollsatz belegt, schrieb er auf Truth Social.
Kanadas Premierminister Mark Carney, der - ebenso wie sein Vorgänger Justin Trudeau - in der Vergangenheit diverse Streitigkeiten mit Trump auszutragen hatte, war im Januar nach Peking gereist und kündigte danach eine engere Zusammenarbeit mit China an.
So nimmt Kanada einen Teil seiner Zölle auf chinesische Elektroautos zurück, im Gegenzug will China Handelshemmnisse für kanadische Agrarprodukte wie Raps abbauen.
Nach seiner China-Reise fiel Carney beim Weltwirtschaftsforum in Davos mit einer eindringlichen Rede auf, die auch als Kritik an Trump und dessen aggressiver "America First"-Politik verstanden wurde. Der US-Präsident hatte mehrfach davon gesprochen, dass Kanada als Bundesstaat in die USA integriert werden sollte.
© dpa, aero.de | Abb.: Bombardier | 30.01.2026 06:48







Kommentare (14) Zur Startseite
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Ein Vergleich mit den anderen Gulfstreamfliegern klingt etwas unverständlich und nach den Erfahrungen mit der 777 in London etwas bedenklich.
Hat jemand einen Hinweis für mich?
Gulfstream scheint die Compliance Demonstration/Nachweisführung für ihr Anti-vereisungssystem des Treibstoffs noch nicht abgeschlossen zu haben. Nach den Erfahrungen rund um die MAX mit "Ausnahmen der FAA", sperrt sich die Transport Canada daher die zeitlich begrenzte Ausnahmeregelung der FAA anzuerkennen und zu übernehmen und besteht darauf - vollkommen zurecht - zunächst alle Nachweise vorliegen zu haben, bevor sie das Flugzeug endgültig zulassen.
Quelle:
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