Ausbau am Flughafen München
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"Der T-Stiel wird ein Milliardenprojekt"

T-Stiel am Flughafen München
T-Stiel am Flughafen München, © FMG

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MÜNCHEN - Lufthansa und der Flughafen München betreiben das Terminal 2 noch mindestens 30 Jahre im Schulterschluss. Die Verlängerung des Joint Ventures schafft die Grundlage für ein Investitionsprojekt - der "T-Stiel" kommt. Der Erweiterungsbau am Satellitenterminal dürfte ein Milliardenunterfangen werden.

Der Flughafen München und Lufthansa erweitern und verlängern ihr Joint Venture.

"Eckpunkte sind der Einstieg in die Planung für den Ausbau der Terminalinfrastruktur und Regelungen zur Fortführung und Weiterentwicklung des bestehenden Joint Ventures bis 2056", teilte der Flughafen München mit. Ein wesentlicher Faktor werde "perspektivisch der Ausbau der Langstreckenflotte in München" sein - Lufthansa stellt dem Flughafen mehr Interkontanteile in Aussicht.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder bezeichnete die intensivierte Zusammenarbeit von Flughafen und Lufthansa am Montag als "Mega-Deal".

T2-Satellit: "T" statt "Riegel"

Tatsächlich stellt das Abkommen eine Weiche für ein großes Erweiterungsprojekt am T2: Der sogenannte "T-Stiel" soll im Osten rechtwinkelig an das bestehende Satellitengebäude angeschlossen werden. "Die jährliche Kapazität des Flughafens würde damit um zehn Millionen Passagiere steigen", so der Flughafen.

Eine Eröffnung des neuen Fingers mit zusätzlichen Gatepositionen ist "derzeit" für 2035 geplant. Die Projektkosten sind noch offen, dürften sich am Ende aber im niedrigen Milliardenbereich einfinden.

"Der T-Stiel wird in jedem Fall ein Milliardenprojekt, auch wenn viel Infrastruktur am Riegel (T2-Satellit, Red.) schon vorhanden oder vorgeplant ist", sagte ein Kenner des Vorhabens aero.de am Montag.

Vor sieben Jahren hatten Lufthansa und die Münchner Fluggesellschaft bereits eine Absichtserklärung für den T-Stiel unterschrieben. Ein Kostenplan folgte nicht - wegen der Covid-19-Krise wurde das Projekt zurückgestellt.

In den T2-Satelliten für elf Millionen Jahrespassagiere flossen seinerzeit rund 900 Millionen Euro - einschließlich eines unterirdischen Beförderungssystems, dessen Kapazität schon auf eine perspektivische Erweiterung des Satellitenterminals ausgelegt wurde.

Ein neuer Pier am T1, der im April 2026 in Betrieb gehen wird und die Kapazität um sechs Millionen Passagiere erweitert, kostete 665 Millionen Euro.

Der Flughafen München hält 60 Prozent, Lufthansa 40 Prozent an der Terminal 2 Betriebsgesellschaft - nach diesen Quoten dürften auch die Investitionen in den T-Stiel verteilt werden. Derzeit hat das Terminal 2 und das Satellitengebäude, das 2016 in Betrieb genommen wurde, zusammen eine Kapazität von 36 Millionen Passagieren jährlich.

T2-Kapazität steigt auf 46 Millionen Jahrespassagiere

Mit dem T-Stiel wird die Gesamtkapazität der von Lufthansa in München belegten Terminalinfrastruktur auf 46 Millionen Jahrespassagiere steigen. Die Gesamtkapazität des Münchner Flughafens wächst mit dem T-Stiel auf rund 60 Millionen Passagiere pro Jahr.

Lufthansa plant einen starken Ausbau ihrer Langstreckenaktivitäten. Ende September 2025 hatte das Management Investoren auf einem Kapitalmarkttag auf die neue Strategie eingeschworen. Lufthansa will in der Flotte asynchron wachsen - die Zahl der Großraumflugzeuge soll steigen, die Stärke der Kontflotte unverändert bleiben.
© aero.de | Abb.: FMG | 24.03.2026 11:07


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