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Lufthansa plant mit anhaltend hohen Kerosinpreisen

Lufthansa Boeing 747-400 mit überarbeitetem Farbbild
Lufthansa Boeing 747-400, © Lufthansa

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FRANKFURT - Lufthansa schließt erste Schotts gegen die Kostenexplosion bei Kerosin. Der Konzern legt die CRJ-Flotte bei Cityline still, Airbus A340-600 und Boeing 747-400 werden folgen. Eine akute Mangellage bei Flugstreibstoff ist dabei nicht die Hauptsorge der Lufthansa-Verantwortlichen.

83,48 US-Dollar - auf exakt diesen Kurs pro Barrel Öl hatte Lufthansa vor Ausbruch des Iran-Kriegs gut 80 Prozent ihres Fuel-Bedarfs 2026 gesichert. Das sogenannte "Fuel Hedging" hilft Lufthansa in der aktuellen Marktkrise enorm, das Sicherheitsnetz hat aber Lücken.

"Die verbleibenden 20 Prozent müssen zu den deutlich gestiegenen Marktpreisen gekauft werden", stellte Lufthansa am Donnerstag klar. Und Öl ist nicht gleich Kerosin  - die Preiskurve für Flugtreibstoff zog im Zuge des Iran-Kriegs wesentlich steiler hoch als für das Rohprodukt.

Kerosin ist zwar teuer, für Lufthansa zumindest an ihren Heimatflughäfen aber noch in ausreichender Menge verfügbar.

Der Frankfurter Flughafen puffert über Reserven einen Bedarf für bis zu 14 Flugtage. Ein Zweckverband der großen Kerosinlieferanten am Lufthansa-Drehkreuz, die "Hydranten-Betriebs OHG" (HBG) kann im Norden des Flughafens bis zu 186.000 Kubikmeter - 186 Millionen Liter - Kerosin bunkern.

HBG-Tanks werden vorwiegend über ein eigenes Terminal am Main aufgefüllt, notfalls auch über einen Abzweig der zentralen NATO-Pipeline.

In Deutschland gebe es "keinen Mangel an Kerosin", stellte Bundeswirtschaftsministerin Katherine Reiche (CDU) vergangene klar und wies auf Raffinieriekapazitäten in Deutschland hin. Jetzt soll es ein Spitzengespräch mit Branchenvertretern im Bundeswirtschaftsministerium geben.

Für Montag hat Reiche zusammen mit dem Bundesverkehrsministerium Kerosin-Versorger, Flughäfen, Airlines und Verbände zu einem Gespräch in ihr Ministerium eingeladen.

Eine Kerosin-Unterversorgung europäischer Hubs ist zwar ein "temporärer Stressfall", auf den sich Lufthansa vorbereitet, sagte ein Lufthansa-Insider aero.de am Donnerstag. Aktuell spiele Lufthansa "auf Konzernebene" aber vor allem "Preisszenarien bis weit ins Jahr 2027 hinein" durch.

Lufthansa schaltet traditionell im Mai die Winterflugpläne zur Buchung frei. Die Bepreisung der Tickets ist für Lufthansa schwieriger als sonst.

Zwar hat Lufthansa auch schon für 2027 Preissicherungen betrieben - und das mit 79,37 US-Dollar pro Barrel Rohöl sogar auf einem besseren Kurs als für 2026. Allerdings ist nur 40 Prozent des Lufthansa-Kerosinbedarfs für nächstes Jahr abgesichert. Wegen der hohen Kerosinpreise hat Lufthansa ihr Fuel Hedging ausgesetzt.

"Normalerweise wären wir jetzt schon bei einer höheren Hedging-Quote für 27", sagte der Lufthansa-Kenner. Marktprognosen deuteten für den weiteren Jahresverlauf zwar auf Preisrückgänge beim Kerosin hin, "die Februar-Kurse dürften wir aber nicht wieder sehen".

Nachdem der Iran am Freitag eine Wiederfreigabe der Straße von Hormus angekündigt hatte, fielen Ölpreise klar unter die 100-Dollar-Marke. Zwischenzeitlich hat der Iran die Meerenge wieder geschlossen - am Montag reagierten die Börsen mit deutlichen Kursaufschlägen beim Öl - die Lage bleibt also volatil.

Eine weitere Variable in der Planung ist für Airlines die Entwicklung der Nachfrage unter höheren Flugpreisen. All jene Risiken, die von einem anhaltend hohen Kerosinpreis ausgehen, will Lufthansa jetzt über Kapazitätsmaßnahmen einhegen.

Lufthansa legt Spritschlucker still

Lufthansa hat die CRJ-Flotte bei Cityline stillgelegt. Die Teilflotte Airbus A340-600 mit zuletzt vier Flugzeugen nimmt Lufthansa nicht mit in den Winter, die spirtdurstigen Boeing 747-400 sortiert Lufthansa 2027 aus. Im Winterflugplan folgen Kürzungen auf der Kurz- und Mittelstrecke.

Für 2026 will Lufthansa den Treibstoffverbrauch rund zwei Prozent senken - die voll im unbesicherten Teil der Kerosinrechnung wirksam werden.
© aero.de | Abb.: Lufthansa | 20.04.2026 06:12


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