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Es geht um 44,9 Prozent - und ein starkes Südatlantiknetz: Portugal lockt Lufthansa und Air France-KLM in eine Bieterrunde um eine Minderheitsbeteiligung an TAP Air Portugal.
Zwar lieferten Komplettübernahmen die "größten Synergien", sagte Lufthansa-Chef Carsten Spohr gerade der "FAZ". Ein "Hinderungsgrund" sei eine Minderheitsbeteiligung aber nicht. "TAP ergänzt unsere heutigen Drehkreuze in Frankfurt, München, Zürich, Wien, Brüssel und Rom ideal."
Lufthansa und Air France-KLM sehen in Lissabon ein Tor nach Südamerika, das die bestehenden Drehkreuze in den Konzernsystemen - mit wenig Überschneidungen - logisch und zukunftsfest ergänzt.
Die Drehkreuzfunktion von Lissabon ist für Portugal nicht verhandelbar - hier kann Air France-KLM leicht punkten. Lissabon wäre nach Paris-CDG und Amsterdam Schiphol erst der dritte Interkonthub im System, bei Lufthansa bereits der siebte.
Air France-KLM kann über die SkyTeam-Allianz zudem mit einem starken Verteiler in Südamerika aufwarten - GOL. Die Star Alliance, der Lufthansa und TAP Air Portugal angehören, ist in Südamerika aktuell schlechter vernetzt als Konkurrenzbündnisse.
Trotzdem sei Lufthansa "aus strategischer Sicht und in Hinblick auf die Wertschöpfung" die bessere Wahl für TAP, legte sich der frühere Iberia-Manager und Luftfahrtexperte Rui Quadros gegenüber der portugiesischen Wirtschaftszeitung "Eco" fest. Lufthansa habe an anderer Stelle schon bewiesen, dass sie neue Airlines effizient in Konzernstrukturen und -strategien einspulen kann.
Lufthansa: Wirtschaftlich die sichere Bank
Auch die Finanzstärke spricht für Lufthansa - die Eigenkapitalquote des Konzerns ist mit 24 Prozent knapp viermal höher als die von Air France-KLM. Lufthansa dürfte bereits den kolportierten Kaufpreis für TAP Air Portugal - im Raum stehen rund 700 bis 800 Millionen Euro für 44,9 Prozent - leichter wuppen als Air France-KLM.
Zwar sei das Netzwerk von Air France-KLM sehr "komplementär" zum TAP-Netz, die Umsetzung eines Geschäftsplans für TAP Air Portugal unter Lufthansa-Regie aber sicherer, merkte Luftfahrtanalyst Nuno Esteves gegenüber "Eco" an. Auch bei den Themen Wartung und Technik hat Lufthansa TAP mehr zu bieten als Air France-KLM.
Air France-KLM: Komplementäre Strukturen
Portugal will dauerhaft 50,1 Prozent der Anteile an TAP Air Portugal behalten - und die Mitarbeiter der Airline mit bis zu 5,0 Prozent an der Airline beteiligt wissen.
Marktkenner sehen Air France-KLM durch die eigene Aktionärsstruktur im Vorteil - Frankreich hält 28 Prozent am Konzern, die Niederlande 9,1 Prozent, die Mitarbeiter 3,9 Prozent.
Für Air France-KLM ist der Umgang mit staatlichen Kerngesellschaftern also Tagesgeschäft. Mit Delta, China Eastern Airlines und CMA CGM hat Air France-KLM zudem selbst strategische Investoren an Bord.
Bei Lufthansa ist der Kreis der Anteilseigner ungleich diverser - und kapitalmarktnäher. Kernaktionär ist die Kühne Aviation GmbH, deren Anteil Lufthansa aktuell mit 15,01 Prozent führt. Zweitgrößter Einzelaktionär bei Lufthansa ist der US-Vermögensverwalter BlackRock.
Air France-KLM unterhält mit SAS bereits eine Beteiligung, bei der ein staatlicher Aktionär - Dänemark - langfristig engagiert bleiben will. Lufthansa hat bei ITA Airways zwar noch Italien mit im Boot, der Übernahmeplan zeichnet aber eine Vollübernahme von ITA Airways in den Lufthansa-Konzern vor.
© aero.de | Abb.: Airbus | 22.04.2026 10:48







Kommentare (7) Zur Startseite
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Ich buche einen Flug bei einer Airline. Und da ist diese verantwortlich das die Abläufe funktionieren. Mir ist vollkommen egal ob Pablo oder Mustafa das Gepäck umlädt.
Man kann als Kunde nicht sagen, dass man Gepäckumlader A, B oder C haben will.
Man bucht eine Airline und alle Etappen der Reise sind für einen Kunden Bestandteil des Produktes einer Airline.
... könnte von hoher Auslastung herrühren ... aber wo ist die Verbindung zum Thread-Thema?
Vielleicht lag es auch an den vielen kritischen Geistern in unserem Lande.
Cosmo bist dus?