Tarifänderungen
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Fürchtet Lufthansa nach dem Iran-Krieg eine Stornowelle?

Lufthansa Airbus A350-900
Lufthansa Airbus A350-900, © Lufthansa

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FRANKFURT - Lufthansa verschärft am oberen Ende der Tarifstruktur die Spielregeln. Auf einigen Linien löst der Konzern Vorteile des "Flex"-Tarifs weitgehend auf. Streckenhorizont und Timing der Tarifänderung lassen Rückschlüsse zu, auf welchen Linien Lufthansa noch 2026 mit Wettbewerbsstress rechnet.

Die "Flex"-Option zieht sich von der Economy Class bis zur First Class quer durch die Lufthansa-Tarifstruktur - die Buchungsvariante verheißt Flexibilität beim Umbuchen und Stornieren und zielt auf Geschäftsreisende, deren Reisepläne sich auch kurzfristig ändern können. Soweit, so normal.

Lufthansa hat die Regeln für den Flex-Tarif jetzt auf einigen Linien im Netz aber markant gestrafft. Umbuchungen bleiben zwar weiter gebührenfrei - zur reinen Ticketpreisdifferenz - möglich, bei Stornierungen erstattet Lufthansa auf vielen Strecken aber nicht mehr den vollen Ticketpreis.

Die Neuregelung betrifft zunächst Flüge nach Indien, in Teile Asiens und Linien nach Afrika.

Die Stornoeinbehalte zehren in der Economy Class und Premium Economy Class auf betroffenen Langstrecken mit 400 Euro beziehungsweise 700 Euro fast die gesamte Ticketpreiserstattung auf. Faktisch zahle Lufthansa nur Steuern und Gebühren zurück, merken Vielflieger in Foren an.

In der Business Class und First Class machen pauschale Stornogebühren von 1.000 Euro beziehungsweise 2.000 Euro zumindest prozentual einen geringeren Anteil am ursprünglichen Ticket aus.

Lufthansa rechtfertigt die Änderungen mit einem "dynamischen Buchungs- und Stornierungsverhalten", das der Konzern offenbar zumindest in einem Teil seines Netzwerks beobachtet.

Linien nach Nordamerika, China, Japan und Singapur sind für den Moment ausgenommen - auf Strecken, die Lufthansa in Joint-Venture-Strukturen mit anderen Flugkonzernen anbietet, muss Lufthansa Änderungen im Tarifsystem laut Konzernkreisen allerdings ohnehin erst mit den Partnern koordinieren.

Lufthansa füllt wegen des Iran-Kriegs Flüge aktuell schneller als sonst - laut Lufthansa-Insidern gingen dabei zuletzt mehr Buchungen als sonst im Flex-Tarif ein. Bei vorgezogenen Buchungen sei dieser Effekt nicht unüblich - hier bestehe eben ein höheres Risiko, dass sich Reisepläne nochmal ändern.

Lufthansa schwant Dumpingstrategie der Golfairlines

Ganz traut Lufthansa den Flex-Buchungen offenbar aber nicht. Eine Stichprobe legt nahe, dass Lufthansa die Tarifänderungen auf Strecken anwendet, die im Zuge des Iran-Kriegs besonders viel Nachfrage generierten - und auf denen der Konzern beim Wiederhochlauf der Golfdrehkreuze in Dubai, Abu Dhabi und Doha mit scharfer Konkurrenz rechnet.

Lufthansa stellt sich auf Dumpingstrategien der Golfcarrier ein, die möglichst schnell versuchen werden, Marktanteile im Asiengeschäft zurückzugewinnen, warnte Lufthansa-Chef Carsten Spohr. Lufthansa will sich mit den bisherigen Flex-Regeln offenbar nicht selbst eine Stornofalle stellen, wenn Passagiere jetzt mit Flex-Tickets insgeheim auf günstigere Buchungsgelegenheiten bei Konkurrenten zocken.
© aero.de | Abb.: Lufthansa | 03.05.2026 06:51

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Beitrag vom 04.05.2026 - 08:26 Uhr
Ob das nicht am Ende zu deutlich weniger Buchungen zum flex Preis führt ...

Ja, natürlich ... darum geht es ja!

... und damit zu weniger Gewinn?

Wie im Artikel beschrieben gibt es Anzeichen, dass vermehrte Flexbuchungen nicht zu mehr Gewinn führen, da diese Pasagiere ja nicht fliegen.
Für Passagiere, die mit LH fliegen, aber zeitlich flexibel sein wollen, hat sich nichts geändert. So verstehe ich den Artikel.

Ein ähnliches Phänomen gab es auch schon Anfang der 2000er. Da führte man solche Buchungen im Kontbereich auf gezielte Aktionen der LCC zurück.
Beitrag vom 03.05.2026 - 16:54 Uhr
Man wird den Sonderumsatz im Haus halten wollen, das Geld nicht wieder gen Golf abziehen sehen wollen. Mir war aber nicht klar, dass man so schnell AGB anpassen kann.
Beitrag vom 03.05.2026 - 10:56 Uhr
LH sollte sich erst einmal wieder Vertrauen erarbeiten, bevor an den Tarifen geschraubt wird
Das kann Lufthansa nur sehr eingeschränkt selbst beeinflussen...
Letztes Jahr hat das zwar mit einer gezielten Angebotsanpassung nach unten und der Verlängerung der Mindestumsteigezeit in FRA zu einer deutlichen Verbesserung der Performance geführt.
Und in dem Moment, wo es wieder halbwegs stabil ist, schlagen VC und UFO wieder rein.


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