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05:36 Uhr

Lufthansa plant mit ITA Airways Rückkehr nach Caracas

ITA Airways Airbus A350-900
ITA Airways Airbus A350-900, © Airbus

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ROM - Lufthansa will mit ITA Airways stärker im Südatlantikgeschäft mitmischen. Die italienische Fluggesellschaft plant unter anderem eine Nonstop-Linie von Rom nach Caracas. Die Strecke gilt als äußerst lukrativ - Venezuela war für ausländische Airlines allerdings nicht immer ein zuverlässiger Partner.

Nach schweren Erdbeben in Venezuela ist die offizielle Opferzahl auf 2.595 gestiegen. Der Flugbetrieb am Flughafen der Hauptstadt Caracas läuft seit einigen Tagen wieder an - aus dem Ausland kommt Hilfe.

Das südamerikanische Land durchlebt turbulente Zeiten - der Sturz von Machthaber Nicolas Maduro liegt erst sechs Monate zurück, die Politik in Venezuela sortiert sich neu.

Unter der neuen Regierung wachsen Hoffnungen auf eine bessere Wiederanbindung an den internationalen Luftverkehr. Lufthansa schickt wahrscheinlich ITA Airways vor. Die Airline, an der Lufthansa bald 90 Prozent halten wird, soll über das Drehkreuz Rom ohnehin das Südatlantikgeschäft der Lufthansa Group voranbringen.

Caracas ist in der Strategie ein wichtiges Puzzleteil. ITA-Chef Jörg Eberhart hatte Pläne für Caracas im Frühjahr publik gemacht und Venezuela als "wichtigen Markt" bezeichnet. Zu Alitalia-Zeiten gehörte Rom-Caracas sogar "zu den profitabelsten Langstrecken" im Netz, sagte Eberhart laut der Nachrichtenagentur ANSA.

ITA Airways hat innerhalb der Lufthansa Group in Südamerika bereits einen Vorsprung, was auch an vielen italienischen Auswanderern liegt. Das Netz erstreckt sich unter anderem auf Rio de Janeiro, Sao Paulo und Buenos Aires. Neben Caracas rechnet ITA Airways laut Kreisen weitere Südamerika-Ziele durch, darunter Lima und Santiago de Chile.

US-Regierung wacht über Zahlungsverkehre

Venezuela war für Lufthansa - und andere Airlinekonzerne - in der Vergangenheit kein verlässlicher Partner. Das Land zahlte wiederholt Ticketerlöse in Milliardenhöhe wegen Devisenengpässen nicht aus.

Lufthansa hatte 2016 die Reißleine gezogen und Frankfurt-Caracas, seit 1971 eine feste Linie im Lufthansa-Netz, eingestellt. Seinerzeit hatte Lufthansa auf die "schwierige Wirtschaftslage" und eine fehlende Möglichkeit verwiesen, "lokale Währungsbestände in US-Dollar" zu tauschen.

Bolivares aus Ticketverkäufen in Landeswährung waren für Lufthansa quasi wertlost. Dem Vernehmen nach ging es allein für den Lufthansa-Konzern um US-Dollar-Beträge in dreistelliger Millionenhöhe, die Venezuela nicht freigab.

Nach dem Sturz von Maduro wacht die US-Regierung über Zahlungsverkehre. Laut Medienberichten hatte Venezuela internationale Airlines Ende Mai 2026 angewiesen, Zahlungen für Flugtreibstoffe in Fremdwährungen auf Treuhandkonten des US-Finanzministeriums zu hinterlegen.
© aero.de | Abb.: ITA Airways, Airbus | 04.07.2026 05:36


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