Verwandte Themen
Flughafen Thessaloniki, 10. Juli 2026: Ryanair 1879 startet um 6:12 Uhr nach Memmingen.
Auf rund 15.000 Fuß bricht mindestens ein Kabinenfenster, ein Passagier auf dem Fensterplatz wird an die Öffnung gesogen - und von Mitreisenden zurück auf den Sitz gedrückt. Nach Medieninformationen handelt es sich um einen 61 Jahre alten Mann. "Sein Kopf und seine Schultern ragten aus dem zerbrochenen Fenster heraus", sagte eine Zeugin dem griechischen Sender "ERT".
Die Piloten leiten einen sofortigen Sinkflug ein und kehren nach Thessaloniki um. In der Kabine fallen Sauerstoffmasken aus den Fächern.
BREAKING: Ryanair passenger reportedly saved from being sucked out the cabin after window fails during a flight from Thessaloniki to Memmingen.
— Breaking Aviation News & Videos (@aviationbrk) July 10, 2026
According to local media Ryanair flight FR1879, a Boeing 737-8AS, returned safely to Greece on Friday after part of a damaged engine… pic.twitter.com/YPgRodjPFp
Nach ersten Berichten soll der Fensterbruch mit einem Triebwerksversagen in Zusammenhang stehen, möglicherweise haben Trümmer das Fenster zerschlagen. Rund 1:15 Stunden nach dem Start setzt die 9H-QEU wieder in Thessaloniki auf. Der Passagier am Fensterplatz wird in ein Krankenhaus gebracht.
Ryanair bestätigte auf Anfrage, dass sich während des Fluges nach Memmingen am Morgen kurz nach dem Start ein Passagierfenster gelöst habe. Die Maschine sei daraufhin nach Thessaloniki zurückgeflogen, die Passagiere seien dort ins Terminal zurückgekehrt. Ein Passagier habe vor Ort um medizinische Hilfe gebeten und diese auch erhalten.
Ryanair schickt Ersatzflugzeug nach Griechenland
Um die Verspätung so gering wie möglich zu halten, sei ein Ersatzflugzeug organisiert worden. Dieses sei um 9.53 Uhr Ortszeit in Thessaloniki gestartet, um die Passagiere nach Memmingen zu bringen. Wie es genau zu dem Zwischenfall gekommen ist, ging aus den Ryanair-Angaben nicht hervor.
Nach abweichenden Medieninformationen hatte die Crew zunächst auf einer Fehlermeldung für ein Triebwerk reagiert und die Entscheidung zum Flugabbruch bereits vor dem Bruch des Fensters getroffen. Teile seien dann im Sinkflug gegen das Fenster geschlagen.
Update 12.07.2026: Triebwerksversagen mit Trümmeraustritt
Nach Angaben der US-Flugunfallbehörde NTSB geht der Fensterbruch wahrscheinlich auf ein Triebwerksversagen mit Trümmeraustritt zurück. Der Zwischenfall wird jetzt näher untersucht.
WATCH: Video showing the damaged engine that caused debris to smash through a Ryanair 737 cabin window earlier today. https://t.co/oWAPFHOt76 pic.twitter.com/ZSOAu0oOE2
— Breaking Aviation News & Videos (@aviationbrk) July 10, 2026
© aero.de, dpa | Abb.: Ryanair | 10.07.2026 10:01







Kommentare (12) Zur Startseite
Um einen Kommentar schreiben zu können, müssen Sie sich bei aero.de registrieren oder einloggen.
Delta P ist ratzfarz wieder da! Sobald der Kopf/ Oberkörper das Loch verschließt liefern die Packs den Druck und die Kabine wird wieder aufgeblasen. Das dauert nur Sekunden.
Und auch ohne den Kopf im Fenster stecken zu haben bleibt ein erstaunlicher Airflow aufrecht - alles was die Packs in dem Flieger reinpumpen entweicht in diesem Fall durch die kleine Fensteröffnung.
Wobei mich das "Ansaugen" dann doch wundert, in 15000 Fuß ist das Druckdifferential noch nicht so hoch?
Neben dem Fenster würde ich definitiv nicht sitzen wollen, aber wir können ja mal nachrechnen:
15000 ft => 4572 m (nur zum Vergleich: das ist nur knapp unter der Spitze des Mont Blanc). Je nach Aussentemperatur ist der Umgebungsdruck auf dieser Höhe zwischen 0.50 und 0.56 atm. Bei einer cabin altitude von 8000 ft (max. im Normalbetrieb für die 737-800) haben wir im Innern des Flugzeugs ca. 0.75 atm => Differenz ca. 0.2 - 0.25 atm. Das ist schon mal in der Grössenordnung eines aufgeblasenen Fahrradschlauchs (ohne Mantel, also z.B. wenn man nach einem Loch sucht), nur ist das Loch jetzt viel grösser als das in einem Fahrradschlauch...
Wir können auch die Kraft berechnen, die auf den Passagier gewirkt hat (sofern er das Fenster komplett abgedeckt hat): so ein Fenster einer B737-800 ist ca. 0.09 m^2 gross (ca. 15" x 10" habe ich gefunden). Nehmen wir für die Druckdifferenz 25000 Pa (also knapp unter 0.25 atm), dann gibt das 0.09 m^2 * 25000 Pa = 2250 N (oder ca. 230 kg, die der Erdanziehung ausgesetzt sind). Da wir den höheren Wert für die Druckdifferenz genommen haben, können wir das von mir aus auch auf 200 kg abrunden.
Wenn plötzlich ca. 200 kg an jemandem ziehen, ist das schon fast ein Wunder dass die Person nicht aus dem Flugzeug gesogen wurde...
Die Cabin Altitude ist in FL150 ca. 3000ft, das delta P dann etwa 350 hpa, entspricht dann einer Gewichtskraft von gut 300 kg.