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Der Neuzugang misst knapp 74 Meter Länge: Lufthansa erwartet im Oktober 2026 die konzernweit erste A350-1000 am Drehkreuz München. Selbstverständlich liefert Airbus das Flugzeug mit der neuen Lufthansa-Kabine "Allegris".
Der Sitzplan sickerte im Juli 2026 bereits durch, auch aero.de berichtete. Lufthansa legt die A350-1000 für 300 Passagiere aus. Das ist vergleichswenig wenig und liegt an einer premiumbetonten Aufteilung der Kabine.
Die A350-1000 wird - wie einzelne A350-900 bei Lufthansa - Suiten für bis zu vier First-Class-Gäste an Bord haben. Die A350-1000 Business Class erstreckt sich über 49, die Premium Economy über 35 "Allegris"-Sitze - jeweils elf Sitze mehr als in vergleichbaren A350-900 mit Vier-Klassen-Bestuhlung.
In der regulären Economy Class bringt im A350-1000 bei Lufthansa bis zu 212 Passagier unter - ebenfalls nur elf mehr als der vergleichbaren A350-900. Prozentual gewinnen Business Class und Premium Economy Class am stärksten Angebot hinzu.
Die Premium Economy gilt als renditestärkste Lufthansa-Reiseklasse. Die reguläre Economy Class ist im Allegris-Trimm zwar bei Weitem keine Holzklasse - auch hier hat Lufthansa das Produkt klar aufgewertet. Gerade um Selbstzahler wird der Wettbewerb in der Eco aber stärker über den Ticketpreis ausgetragen als im Premiumsegment.
Die A350-1000 zeigt mit ihrer Kabine, wohin die Reise bei Lufthansa geht. Über eine Premiumstrategie will der Konzern Anlegern seit Jahren versprochene Renditen erzielen - spätestens 2030 soll je Euro Umsatz mindestens acht Cent Gewinn bei Lufthansa hängenbleiben, besser zehn Cent.
Nach Informationen des "Handelsblatt" denkt Lufthansa inzwischen darüber nach, neue Interkontflugzeuge mit noch mehr Premiumsitzen auszustatten als zuvor spezifiert.
"Wir sind in einigen Flugzeugen und auf einigen Strecken eng bei Premiumsitzen", hatte Lufthansa-Konzernchef Carsten Spohr laut "Handelsblatt" die Pläne bereits bei einer Mitarbeiterveranstaltung im Juni 2026 angerissen. "Wir überlegen derzeit, die Zahl unserer Premiumsitze auszuweiten."
Lufthansa muss sich jetzt schnell entscheiden: Ende 2026 soll Allegris bereits auf jedem dritten Interkontflugzeug der Lufthansa-Mainline eingebaut sein, 2027 auf mehr als zwei Drittel der Flotte. Parallel zu Neuauslieferungen laufen Retrofits: Airbus A350-900 werden komplett, Boeing 747-8 zumindest teilweise auf "Allegris" umgebaut.
Im nächsten Jahr kommt mit der Boeing 777-9 ein weiterer Typ in die Flotte. Die 777-9 werden am Drehkreuz Frankfurt Boeing 747-400 ersetzen. Zumindest erste 777-9 werden laut Lufthansa-Kreisen zwar ohne First Class, aber mit einer großen Allegris-Business-Class geliefert.
Lufthansa hatte das neue Interkontprodukt 2017 vorgestellt, drei Jahre späteer sollte Allegris verfügbar sein. Daraus wurde nichts. Tatsächlich konnte Lufthansa nach pandemie-, produktions- und zulassungsbedingten Verzögerungen die neuen Sitze erst 2024 anbieten und zunächst auch nur am Drehkreuz München.
Lufthansa erzielt mit Allegris hohe Margen
In Frankfurt ist Allegris erst seit einem Jahr an Bord neuer Boeing 787-9 für Lufthansa-Gäste buchbar. Wegen einer ausstehenden FAA-Zulassung der Sitzbefestigung in der Business Class musste Lufthansa die ersten Monate die meisten Premiumreihen sperren - allein das kostete Umsätze in Millionenhöhe.
Im laufenden Betrieb geht die Lufthansa-Rechnung hinter Allegris auf - das Produkt ist für Lufthansa dank hoher Zahlbereitschaft der Passagiere der wichtigste Margenhebel. Laut Spohr kann Lufthansa in der Allegris-Business-Class zehn Prozent mehr Durchschnittserlös erzielen als mit einem Business-Class-Sitz von der Stange möglich wären.
© aero.de | Abb.: Lufthansa Allegris | 08.09.2026 11:40







Kommentare (13) Zur Startseite
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12 F-Suiten und 84 Premium Eco unten. Gesamt sind es dann nur noch 421 Plätze. Das ist premiumlastige Bestuhlung.
Ja mei, LHR hat auch ein ganz anderes Nachfrageprofil als die LH Hubs.
Sind auch die 7 Jahre enthalten, die wegen massiver Verspätung, überbordenden Produktentwicklungskosten und nach wie vor fehlender Zertifizierungen keinerlei 10% Mehrerlöse generierten? Oder rechnet man einfach nur die goldenen 10% in den paar Flugzeugen die Allegris haben?
Einfach den Satz nochmal lesen.
Richtig, da steht 'kann', also Konjunktiv. Richtig ermitteln wird man das wohl erst mit einer relevanten Anzahl damit ausgerüsteter Flieger und auf Strecken mit entsprechendem Wettbewerb können. Wird wohl noch etwas dauern.
Apropos von der Stange... der neue C-Sitz von der Stange hängt bei der KLM auf A350 noch in der Zertifizierung fest und kann nicht verkauft werden. Klarer Managementfehler.
Die Meldung ist vom 16.06.26. Wie ist der Stand bei KLM jetzt? Und wie lange hat es gedauert von der Planung mit dieser neuen C - Bestuhlung bis jetzt? Ähnlich lange wie mit Allegris?
Und gerne nochmal meine Frage von gestern:
ist denn das 'Allegris- Problem' für die neuen B777 schon gelöst?