Flug AI2379
15:25 Uhr

Behörde bestätigt rätselhaften Totalausfall der Hydraulik

Air India Airbus A320neo
Air India Airbus A320neo, © Airbus

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NEU-DELHI - Innerhalb von vier Sekunden verlieren an einem Airbus A320neo von Air India alle drei Hydraulikkreisläufe Druck. Kurzzeitig droht ein Strömungsabriss. Airbus hat den Zwischenfall untersucht, Indien einen ersten Bericht vorgelegt. Das ist über den ungewöhnlichen Zwischenfall inzwischen bekannt.

Ostindischer Luftraum, 4. August 2026: Air India 2379 aus Phuket meldet sich bei der Flugsicherung Kalkutta an. An Bord der VT-EXO, ein acht Jahre alter Airbus A320neo, befinden sich 145 Personen.

Das Modell verfügt über drei voneinander getrennte Hydraulikkreisläufe - Blau, Grün und Gelb. Die Dreifachauslegung soll bei Ausfall eines Systems die Steuerbarkeit des Flugzeugs sicherstellen.

Auf Flug 2379 versagt das Redundanzprinzip. Zwischen 04:02:43 Uhr (UTC) und 04:02:47 (UTC) registrieren die Bordsysteme einen Serienausfall der Hydraulik. Nach einem Druckabfall im grünen Kreislauf fallen auch blauer und gelber Kreislauf aus. Das geht aus dem Erstbericht der indischen Flugunfallbehörde AAIB (PDF) hervor.

Um 04:02:48 Uhr (UTC), in der Sekunde nach dem Totalausfall, deaktiviert sich der Autopilot. Weitere drei Sekunden später hallt eine akustische Überziehwarnung durch das Cockpit.

Ohne Hydraulik lassen sich die Ruder nicht mehr steuern. Der Airbus A320neo zieht aus stabiler Reisefluglage "zu Beginn 372 Fuß" hoch und bricht bei dem Zwischenfall "292 Fuß unter die zugewiesene Höhe auf FL360" nach unten aus, vermerkt der Bericht.

Das Ereignis dauert nur wenige Sekunden. "Um 04:02:52 Uhr (UTC) wurde das blaue Hydrauliksystem wieder hergestellt", erklären die Ermittler. "Wenige Sekunden später wurden auch das gelbe und das grüne Hydrauliksystem wieder hergestellt. (...) Der Betriebszustand des Luftfahrzeugs hat sich daraufhin normalisiert."

Airbus hatte nach dem Zwischenfall die Flugdaten ebenfalls ausgewertet und kam zu gleichen Erkenntnissen wie das AAIB.

Indien lässt alle Verkehrspiloten auf Drogenkonsum testen

Bei dem Vorfall erlitten mehrere Insassen Verletzungen. Die Ermittlungen zum Ausfall der Hydraulikkreisläufe dauern an.

Nach AAIB-Angaben fiel nach der Landung ein Drogentest beim Kapitän der Maschine "nicht-negativ" aus. Das hat Konsequenzen: Indien hat vergangene Woche flächendeckende Drogentests für alle Verkehrspiloten im Land angeordnet.
© aero.de | Abb.: Airbus | 14.09.2026 15:25


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