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Berliner Alptraum

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Führungsfragen am BER offener denn je

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Flughafen Berlin Willy Brandt, © Günter Wicker / Flughafen Berlin Brandenburg
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SCHÖNEFELD - Nun backen sie kleinere Brötchen am Hauptstadtflughafen. «Das wäre etwas, was einen guten Ingenieur, was einen guten Manager wirklich schärfen könnte», beschreibt am Montag Staatssekretär Rainer Bomba die Stelle, die seit Wochen zu besetzen ist - Airportchef in Schönefeld. Man kann Bomba so verstehen: Den Schleudersitz an der Spitze der Flughafengesellschaft könnte auch jemand besetzen, der die große Karriere noch vor sich hat.

Ist der Job also nichts für etablierte Manager wie Wilhelm Bender? Der hat seinen Beratervertrag am Montag fallen gelassen wie heiße Kartoffeln.

Nach Wochen des Zankens und Taktierens im Flughafen-Aufsichtsrat bringt ausgerechnet der Hoffnungsträger die Verantwortlichen auf den Boden der Tatsachen: Auch Bender will ihnen nicht aus der Patsche helfen. Der angesehene Manager war zwischen die Fronten der zerstrittenen Flughafen-Anteilseigner Bund, Berlin und Brandenburg geraten und schlägt am Montag kräftig zurück: Unzuverlässigkeit, ja Vertrauensbruch legt er den drei Gesellschaftern zur Last, und es fragt sich, wer bei so einem Arbeitgeber noch anheuern will.

Was war geschehen? Bender sollte zwei Tage die Woche helfen, den Hauptstadtflughafen wieder vorzeigbar zu machen. So viel war geklärt. Doch als Brandenburg und der Bund zur Vorstellung Benders laden, funkt Berlin dazwischen. Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) ist nicht informiert, will den Vertrag in den Gremien beraten.

Dann sickert durch, dass Bender mit Reisekosten und Spesen 4000 Euro pro Tag bekommen soll - nicht mehr als ein Junior-Berater, wie Bomba am Montag versichert. Aber nun redet alle Welt über das Honorar des renommierten Managers Bender. Bis dem am Montag der Kragen platzt. Kurz bevor Wowereit, Bomba und Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) alles bereden wollen, sagt Bender ab.

War es das, was Wowereit wollte? Platzeck, seinem Nachfolger an der Aufsichtsratsspitze, die Tour vermasseln? Wo der sich doch urplötzlich «vom Acker» (Wowereit) gemacht hat und seit kurzem mehr Nachtruhe für seine Landsleute rund um den Flughafen fordert?

In Brandenburg heißt es, das Verhältnis der beiden habe spätestens seit der Nachtflug-Entscheidung einen gehörigen Knacks bekommen. Und Wowereit habe vermutlich kein Interesse daran, dass Platzeck eines Tages als Retter des Projekts dastehe, das der Berliner zuvor gegen die Wand gefahren habe, argwöhnen Regierungskreise.

Nein, einen Zusammenhang mit dem Nachtflug gebe es nicht, beteuert Wowereit. «Es gibt keinen Grund auf jemanden sauer zu sein.» Man ziehe an einem Strang, versichert auch Bomba. Dass er Berlin noch vor der Bender-Präsentation besser hätte informieren können, soviel Schadensanalyse lässt der CDU-Mann noch zu. Ansonsten Wundenlecken: «Schockierend» sei die Absage, sagt Bomba. «Ich bin enttäuscht. Ich hätte sehr gerne mit diesem exzellenten Fachmann zusammengearbeitet.»

"Hervorragende Herausforderung - der Flughafen liegt danieder"


Die Frage ist nur, wer in der aktuellen Gefechtslage noch mit den drei Gesellschafter arbeiten will - auch wenn jene die Stelle des im Januar gefeuerten Flughafenchefs Rainer Schwarz noch so blumig beschreiben. «Für jemanden der Managerqualitäten hat, ist die Situation hier draußen geradezu eine hervorragende Herausforderung», schwärmt Bomba. «Der Flughafen liegt im Grund genommen darnieder.»

Doch mit Fachwissen und exzellenten Qualitäten könne man schnell etwas bewegen. Ein Headhunter sucht nun Kandidaten, sagt Wowereit. Wann mit Vorschlägen zu rechnen sei? «Das sehen wir, wenn sie da sind.»

© dpa-AFX | Abb.: Flughafen Berlin Brandenburg | 05.03.2013 08:15




Leser-Kommentare (5)

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08.03.2013 09:16
Ich drücke ihm die Daumen das er es richten kann !
Die 4,3 Milliarden sind auch schon Geschichte jetzt geht man ohne das Terminal 2 von 5 Milliarden aus .....hab ich aus ner guten Quelle erfahren !
Und das Terminal 2 soll noch mal 1-1,5 Milliarden kosten ....also sind die 6-8 Milliarden die schon 2008 in einem Kostengutachten genannt wurden nicht so abwegig gewesen.
Man hätte das auch von Anfang an sagen müssen aber man hatte Angst vorm Steuerzahlervolk....!!

Dieser Beitrag wurde am 08.03.2013 09:19 Uhr bearbeitet.
08.03.2013 08:33
Jetzt soll es Hartmut Mehdorn richten...
05.03.2013 20:17
Ich möchte das aber nicht an einzelnen festmachen. Aus meiner Sicht ist es das System generell. Thema "Outsourcing" und "Risk share Partner" sowie der Verteilung von Verantwortung generell. Im Projekt BER wurde es wahrscheinlich einfach mal auf die Spitze getrieben. Deswegen liest man auch nicht von einzelnen Unternehmen oder Verantwortlichen. Einfach gesagt, für mich entsteht der Eindruck, dass man einfach nicht mehr wirklich weiß, wo man den Hebel ansetzen muss um das Projekt zu retten.
Dem kann ich mich nur anschließen. Die Katastrophe war freilich in dem Moment vorprogrammiert, als man in der heikelsten Phase des Projekts, der Inbetriebnahme, aus schier unfassbarer Dummheit einfach die federführenden Köpfe geaxt hat. Hat Schwarz und Co denn tatsächlich geglaubt, die "projektverantwortlichen" Unternehmen würden danach noch brav kooperieren und in Ordnung bringen, was sie angeblich angerichtet haben? Die gingen mit dem Götzzitat, und was zurückblieb ist im wahrsten Sinne ein heilloses Durcheinander aus Blech, Beton und Kabel. Was da passiert ist, kommt mir so vor, wie wenn eine Airline eine Crew mitten im Flug feuert und sie aus dem Cockpit jagt.

BER ist ein heute ein kopfloses Monster auf der Suche nach seinem Kopf ,das solang im Kreis herumlaufen wird, bis ihm die Kraft ausgeht. Dass die projektführenden Unternehmen in der Öffentlichkeit kaum genannt werden, hat wohl einen guten Grund. Denn wenn die auspacken, gäb's in Berlin wahrscheinlich den nächsten Reichstagsbrand

ps: Passend dazu, zwei dpa-Zitate von der ITB-Eröffnung:
Merkel, spricht den Flughafen BER an, an dem auch der Bund beteiligt ist: "Aber ich will mal sagen: Ich stecke da auch ein wenig mit drin, insofern will ich das nicht weiter ausführen."
Dazu Wowereit: ""Auch das sogenannte F-Wort, das viele sich gar nicht mehr trauen, in meiner Anwesenheit anzusprechen, kann man ansprechen."
Na bitte, späte Einsichten, aber immerhin.

Dieser Beitrag wurde am 05.03.2013 23:07 Uhr bearbeitet.


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