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Boeing sucht weiter Kunden für seine 787-Teens

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Boeing 787 Dreamliner, © The Boeing Company

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EVERETT - Boeing vermerkt in seiner Auftragsübersicht des laufenden Jahres jetzt neun Stornierungen für die 787. Angesichts eines Backlog von fast 890 Dreamlinern eigentlich unproblematisch, zumal Lion Air und Transaero Airlines schon vor Monaten angekündigt hatten, ihre Aufträge für fünf beziehungsweise vier 787 zurückzuziehen.

Allerdings betreffen die Stornierungen nach Informationen des "Wallstreet Journal" bereits gebaute Flugzeuge aus der Charge der sogenannten "Terrible Teens" ab L/N 10. Das sind frühe 787-8, die Boeing vor der Zulassung des Dreamliner in den Jahren 2009 und 2010 baute.

Insgesamt elf "Teens", die schwerer sind als aktuelle 787 und eine geringere Reichweite erzielen, warten seit vier Jahren bei Boeing eingemottet auf einen Abnehmer.

Von den insgesamt 60 787, an die Boeing nach der Endmontage nochmal ran musste, waren bei den "Teens" die umfangreichsten Nacharbeiten erforderlich, die unter anderem einen zeitaufwendigen Austausch von Nietverbindungen umfassten.

Käufer müssten für einen "Teen" wahrscheinlich deutlich weniger als die Hälfte des aktuellen Listenpreises von 218,3 Millionen US Dollar an Boeing überweisen. Der Flugzeugbewerter Avitas schätzt den erzielbaren Stückpreis auf rund 100 Millionen US Dollar.

Die Flugzeuge sind im Prinzip in Ordnung - sie würden mit denselben Garantien ausgeliefert wie die aktuellen 787 und gegenüber dem Airbus A330-200 zehn Prozent weniger Treibstoff verbrauchen, sagte Avitas-Manager Douglas Kelly im Februar. Ihre Reichweite sei allerdings etwa 1.000 Meilen geringer. Für Airlines, denen das nichts ausmache, böten die frühen 787 "einen guten Gegenwert".

Neben den "Teens" vermarktet Boeing einen 787 Prototypen, der in der Flugerprobung eingesetzt wurde. Für zwei weitere Prototypen gibt es laut einer Pflichtmitteilung des Konzerns aus diesem Jahr bereits einen Kunden.

Die ersten drei 787-Prototypen wurden nicht am Markt platziert, weil der Aufwand zu groß gewesen wäre, sie auf Serienstand zu bringen. Boeing hatte auf diese Flugzeuge einen einmaligen Entwicklungsaufwand von 2,7 Milliarden US Dollar gebucht.
© Bloomberg, aero.de | Abb.: Boeing | 31.08.2014 16:41


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