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Älter als 7 Tage

Triebwerksprobleme beim A320neo sollen bis April gelöst sein

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Pratt & Whitney PW1100G der A320neo, © Lufthansa

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HAMBURG - Der neue Airbus A320neo soll in diesem Jahr insgesamt planmäßig an die Fluggesellschaften ausgeliefert werden. Kleinere Verzögerungen durch Probleme mit den Triebwerken würden wieder aufgeholt, sagte Airbus-Chef Fabrice Brégier bei einer Zeremonie mit Erstbetreiber Lufthansa am Freitag in Hamburg.

Er sei wegen der Kinderkrankheiten des neuen Flugzeugs nicht innerlich besorgt. Airbus will in diesem Jahr insgesamt 650 Flugzeuge aller Modelle ausliefern und die Produktionsrate für die A320-Familie zum Beginn des nächsten Jahres auf 50 Maschinen pro Monat steigern.

Die erste Lufthansa-A320neo, D-AINA, war bereits am 20. Januar weitgehend formlos übergeben worden und ist seitdem in Deutschland zwischen Frankfurt, Hamburg und München im Einsatz. Am Freitag stellte Lufthansa auch ihre zweite A320neo vor, die bald ebenfalls den Passagierdienst aufnehmen soll.

Die Triebwerke von Pratt & Whitney sowie die nach oben gebogenen Flügelenden (Sharklets) sind die wesentlichen Innovationen gegenüber dem Vorgängermodell, dem erfolgreichen A320. Für den A320neo liegen bereits 4500 Bestellungen von mehr als 75 Fluggesellschaften vor, so viel wie noch für kein Flugzeug zuvor.

Lufthansa-Chef Carsten Spohr sagte, der Einsatz des neuen Flugzeugs sei unter den üblichen Einschränkungen bei neuen Maschinen erfolgreich verlaufen. Die Flugzeuge brauchten in der Einführungsphase etwas längere Abfertigungszeiten. Vier Flüge seien abgesagt worden.

Die Lufthansa fährt gegenwärtig ein umfangreiches Investitions- und Erneuerungsprogramm und hat insgesamt 116 Maschinen aus der Neo-Familie bestellt. Davon gehen jeweils ein Drittel an Lufthansa, Eurowings und Swiss, sagte Spohr.

Die Verzögerungen mit den neuen Triebwerken seien auf Software-Probleme zurückzuführen, nicht auf die Hardware, sagte der Chef von Pratt & Whitney, Robert Leduc. Diese Probleme seien im wesentlichen bis April behoben. Es gibt Kritik an den neuen Triebwerken, die zur Kühlung aktuell noch Extra-Laufzeiten brauchen.

Insgesamt 12.400 Maschinen der A320-Familie für kurze und mittlere Strecken wurden bestellt, davon sind 6.800 ausgeliefert. Der Marktanteil in dem Segment der zivilen Flugzeuge mit einem Gang in der Mitte liegt bei rund 60 Prozent. Vor wenigen Tage absolvierte auch der A321neo, die etwas längere Variante, ihren Erstflug.

Der neue A320neo soll Einsparungen beim Treibstoff von rund 15 Prozent ermöglichen. Im praktischen Betrieb sei dieser Wert erreicht und leicht übertroffen worden, sagte Spohr. Durch eine optimierte Bestuhlung und geringere Wartungskosten verbessert sich die Wirtschaftlichkeit sogar um gut 20 Prozent. Der Lärm soll sich um rund die Hälfte reduzieren, die Einsparungen von CO2 sollen bei 5.000 Tonnen pro Jahr liegen.
© aero.de, dpa-AFX | Abb.: Lufthansa | 12.02.2016 11:52

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Beitrag vom 13.02.2016 - 16:55 Uhr

Die Softwarelösung ist eigentlich doch nur eine Krücke die ein manuelles betätigen der notwendigen Schritte ersetzt. Nachdem Qatar und IndiGo in heißen Ländern liegen haben die meiner Meinung nach zu Recht vorläufig die Abnahmen verweigert. Ob denen die Softwarelösung reicht?

Die angesprochene Software-Lösung kann der wohl auch ein Teil der Gesamtlösung sein, von daher wäre ich vorsichtig, das als 'Krücke' zu bezeichnen. Aber ganz genau wissen das nur die an dem Vorgang Beteiligten. Letztendlich hängt es davon ab, was genau mit der SW-Lösung garantiert werden kann und was nicht, und ob diese für den eigenen operationellen Betrieb tolerierbar sind oder eben nicht.

Das einzige, was man daraus ableiten kann ist, das diese Garantien & Einschränkungen für Indigo und Qatar nicht akzeptabel waren, für Lufthansa aber hingegen schon.

Eine solche Verschiebung bedeutet für Qatar und Indigo nichts weiter als die Verschiebung der gesamten Einführung der Teilflotte und damit Geldverlust. So etwas nimmt man nur hin, wenn das auszuliefernde Produkt signifikante operationelle Einschränkungen mit sich brint, deren Nachteile größer sind als die Einflottungsverschiebung. Ich nehme an, das es sich bei diesen Nachteilen bei Indigo&Qatar um mehr handelt als schlicht nur diese 3 Minuten. Im Falle Lufthansa sind das wohl im wesentlichen "nur" diese 3 Minuten und deswegen verschiebt man nicht die gesamte Einflottung inkl. Aufbau der Erfahrungen und Infrakstruktur für den neuen Typ.

Von daher kann man genauso gut sagen, das auch Lufthansa die richtige Entscheidung getroffen hat, und die Lieferung akzeptiert hat.
Beitrag vom 13.02.2016 - 09:22 Uhr

Wie groß oder klein diese Probleme sind, ist hier wohl gänzlich unbekannt. Aber wenn sie in (Triebwerkstechnisch gesprochen) kurzer Zeit einen Fix bringen, kann es nicht so eklatant sein, wie es hier diskutiert wird.

Ja, wirklich einen Fix? Oder eher einen Workaround?

Die Vorgehensweise wird wohl so sein: kurzfristig wird öffentlichkeitswirksame ein Workaround eingesetzt (Software-Lösung). Paralell wird an echten mechanischen Verbesserungen gearbeitet und diese später dann fließend, still und leise in die Produktion eingebracht.

So könnte es laufen. So wie ich alle Meldungen und Meinungen interpretiere muß letztlich doch noch merklich was am Triebwerk verbessert werden. Da muß ja nicht zwangsläufig alles tiefgreifend umkonstruiert werden. Vielleicht kann man durch punktuelle Änderungen das Problem lösen. Techniker sind ja recht findig.

Die Softwarelösung ist eigentlich doch nur eine Krücke die ein manuelles betätigen der notwendigen Schritte ersetzt. Nachdem Qatar und IndiGo in heißen Ländern liegen haben die meiner Meinung nach zu Recht vorläufig die Abnahmen verweigert. Ob denen die Softwarelösung reicht?
Beitrag vom 13.02.2016 - 00:19 Uhr
Soweit mir bekannt, hat Qatar den PW Brenner nicht akzeptiert und deswegen auch die Auslieferung abgelehnt. Es gab zudem auch Probleme mit den FAN-Blades.

Auch Qatar wird die Maschine mitsamt den neuen Triebwerken schon noch abnehmen. Warum Lufthansa jetzt als Erstkunde die Kinderkrankheiten ausbadet? Wahrscheinlich weil die sehr erfahrene LH-Technik und die gesamte Art und Weise wie eine LH den Luftverkehr betreibt, diese Probleme besser angehen können.


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