Pan African Airline
Älter als 7 Tage

Afrikanische Staaten planen multinationale Airline

ADDIS ABEBA - Unter dem wachsenden Druck von Airlines aus Europa, der Türkei und Nahost überlegen sieben afrikanische Staaten die Gründung einer panafrikanischen Airline, sagte Ethiopian Airlines Vorstandschef Tewolde Gebre Mariam kürzlich gegenüber "Aviation International News".

Auf Initiative der Ethiopian Airlines Group liegen den Regierungen von Botswana, Kongo, Namibia, Ruanda, Uganda, Zambia und Zimbabwe Pläne für eine Pan African Airline vor, die in Zentral- und Südwestafrika ein konkurrenzfähiges Netzwerk aus regionalen und internationalen Diensten entwickeln soll.

Speziell der internationale Markt werde heute von nicht-afrikanischen Airlines beherrscht. Allein Turkish Airlines verbinde über ihren Hub Istanbul in Afrika bereits über 40 Ziele mit ihrem globalen Netzwerk. Auch die staatlich kontrollierten Mega-Airlines am Golf haben Afrika für sich entdeckt.

Ethiopian Airlines Airbus A350-900
Ethiopian Airlines Airbus A350-900, © Airbus

Gleichzeitig verlieren die afrikanischen Airlines zusehens Marktanteile. Entfielen vor zehn Jahren noch 40 Prozent der Verkehrsleistung auf heimische Carrier, sank ihr Anteil inzwischen auf 20 Prozent.

Ethiopian warnt vor einem Ausverkauf des afrikanischen Markts. "Die einheimischen Gesellschaften werden regelrecht aus dem Markt vertrieben. Wenn wir jetzt nichts unternehmen, wird es in zehn Jahren keine afrikanische Airline-Industrie mehr geben", sagte Tewolde AIN. "Größe zählt."

Derzeit leiste sich jeder Staat eine eigene kleine Airline, angesichts einer überwältigenden internationalen Konkurrenz müsse sich das ändern. "Wenn wir uns nicht zusammenschließen, verspeisen uns diese Giganten zum Frühstück", so der Ethiopian-Chef wörtlich.

Ethiopian Airlines, Mitglied der Star Alliance und größte Airline am Kontinent, könnte in dem Konsolidierungsprozess eine führende Rolle einnehmen "Wir haben das Know-How und die Expertise".  Ethiopian unterhält zahlreiche Beteiligungen, darunter an Airlines in Ruanda, Malawi und Westafrika.

Dynamisches Afrika

Laut einer Analyse der Linienluftfahrt-Verbands IATA sind unter den zehn schnellst wachsenden Luftfahrtmärkten allein sieben afrikanische Länder: Äthiopien, Zentralafrikanische Republik, Malawi, Ruanda, Sierra Leone, Tansania und Uganda.

Bei einem prognostizierten Wachstum von bis zu 8 Prozent jährlich werden sich diese Märkte alle zehn Jahre verdoppeln. Für Gesamtafrika rechnet die IATA bis zum Jahr 2035 mit einer Verdreifachung auf 303 Millionen Passagiere.

Global erwartet die IATA ein Wachstum von durchschnittlich 3,7 Prozent, wie der Verband am Dienstag mitteilte. Dies entspräche einer Verdoppelung des Aufkommens in den nächsten zwanzig Jahren von zuletzt 3,6 auf 7,2 Milliarden Passagiere.

IATA-Chef Alexandre de Juniac räumte allerdings ein, das zunehmend protektionistische Maßnahmen die Erwartungen auf unter 6,0 Milliarden Passagiere dämpfen könnte.
© aero.at | Abb.: Ethiopian - Lars Kitschke | 22.10.2016 12:10

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Beitrag vom 24.10.2016 - 11:20 Uhr
"Worst-Case",

hmm... man kann es auch so umschreiben: Es wäre wie in der CSU oder EU bei der Pöstchenverteilung. Nur gibt es leider weniger Pöstchen...
Beitrag vom 24.10.2016 - 11:05 Uhr
Bei einer multinationalen Airline in Afrika könnten vielleicht weniger lukrative Posten für nahe Verwandte des Präsidenten entstehen. Worst-Case wäre, dass die Airline für jedes Land entsprechende Posten vorhalten muss.
Beitrag vom 23.10.2016 - 15:04 Uhr
Beide haben aus unterschiedliche Gründe den Betrieb vor vielen Jahren eingestellt.
Multinationale Airlines scheinen so ihre eigene Probleme mit sich zu bringen, auch die Malaysia Singapore Airlines wurde bekanntlich aufgeteilt.

Hier lang der Grund in den Auswirkungen der ein paar Jahre zuvor erfolgten Abspaltung Singapurs von Malaysia. Denn wrtschaftliche Erfolglosigkeit von MSA war es nicht, sondern die unterschiedliche strategische Ausrichtung der beiden federführenden Regierungen über die Zukunft MSAs. Und genau das macht die Führung eines Multinational-Carriers zu einem risikobehafteten Unterfangen.


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