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Lufthansa-Airbus fliegt mit «Haifischhaut»

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LH A340-300 mit Multicoating-Testpatches, © Lufthansa Technik
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BREMEN - Im Rahmen des Forschungsprojekts "Multifunctional Coating" testet Lufthansa unter realen Flugbedingungen neue, strömungsgünstige Oberflächenstrukturen, die der Haut von Haifischen technisch "nachempfunden" sind. Dazu wurden zwei Airbus A340-300 an Rumpf und Anströmkante der Flügel mit je acht 10x10 cm großen Test-Patches ausgerüstet. An dem Feldversuch sind Lufthansa Technik, Airbus Operations und das Frauenhofer Institut Bremen beteiligt.

Zweck des Tests ist es, die Beständigkeit dieser neuen Oberflächenstrukturen zu erproben. In der Natur erstreckt sich diese Rillenstruktur (Riblets) über den gesamten Haifischkörper und und setzt so durch Verringerung turbulenter Strömungen die Reibung herab. Dadurch reduziert sich der Widerstand an der Oberfläche bei schneller Fortbewegung.

Die neue, vom Fraunhofer-Institut Bremen entwickelte Technologie ermöglicht es, Haifischhautstrukturen in die Flugzeuglacke zu prägen. Nach jüngsten Erkenntnissen könnte man mittels dieser strömungsgünstigen Oberflächen etwa ein Prozent Kerosin einsparen, die Betriebskosten senken und gleichzeitig die Umwelt entlasten.

Dafür wurde ein spezielles Lacksystem entwickelt, das durch UV-Licht härtet, einen sehr geringen Anteil an flüchtigen Lösungsmittel enthält und den hohen Beanspruchungen in der Luftfahrt gerecht wird. Das neue Lacksystem ist zudem schmutzabweisend, UV-stabil und dank Nanotechnologie hochbeständig gegen Abrieb und Erosion. Für das Auftragen der mikrostrukturierten Lackschicht auf die Patches wurde mit der „Simultan-Stempel- Härtungs-Methode" ein neues Verfahren entwickelt, das die Mikrostruktur exakt in den Lack überträgt. Wie beim Negativdruck wird der Lack mittels einer Silikonfolie, die ein Negativ der Riblet-Struktur trägt, aufgetragen und mittels UV-Licht ausgehärtet, bevor die Silikonfolie entfernt wird.

Sollten die Tests die positiven Ergebnisse bestätigen, können in Zukunft im Rahmen des Forschungsprojekts zunächst größere Patches getestet werden. Später soll ein hochautomatisiertes Applikationsverfahren entwickelt werden,  das die Komplettlackierung vergleichbar mit einem Decklack ermöglicht.

© aero.at mit Lufthansa Technik | Abb.: Lufthansa Technik | 05.02.2013 23:00




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