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Scheuer: EU muss Einschränkungen für Lufthansa verwerfen

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU)
Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU), © CSU

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BERLIN - Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer hat die EU-Kommission aufgefordert, bei dem staatlichen Rettungspaket für die Lufthansa auf Auflagen zu verzichten. "Die EU-Kommission muss die Einschränkungen für die Lufthansa verwerfen und genauso unkompliziert agieren wie beispielsweise mit Air France oder Alitalia".

Dies sagte der CSU-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Auch Frankreich und Italien stützen ihre nationalen Fluggesellschaften in der Corona-Krise mit Milliardenhilfen. Die Wettbewerbshüter hatten den Rettungsplänen für Air France und Alitalia zugestimmt.

Im Fall des europäischen Marktführers Lufthansa besteht Brüssel dem Vernehmen nach auf Abgabe von einem Dutzend Flugzeugen samt wertvoller Start- und Landerechte an den Flughäfen Frankfurt und München an Wettbewerber.

Die Bundesregierung will die in der Coronakrise schwer angeschlagene Lufthansa mit einem neun Milliarden Euro umfassenden Hilfspaket stützen. Die EU-Kommission soll Wettbewerbsverzerrungen im Zuge von Staatshilfen verhindern.

Der Aufsichtsrat der Lufthansa hat dem Rettungspakt bisher noch nicht zugestimmt. Als Grund nannte das Unternehmen mögliche Auflagen der EU-Kommission, die bei einer Staatshilfe die Start- und Landerechte überprüfen könnte. Die Bundesregierung rechnet bei den Verhandlungen mit der EU-Kommission nach dpa-Informationen erst nach Pfingsten mit einem Ergebnis.

Der Unions-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Ralph Brinkhaus (CDU), wirft der EU-Kommission vor, mit Auflagen für das Rettungspaket ein europäisches Unternehmen zu gefährden. "Das Verhalten der Europäischen Kommission ist sehr irritierend", sagte Brinkhaus dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Freitag). "Es geht schließlich darum, europäische Weltmarktspieler am Leben zu erhalten. Die Frage ist, ob Lufthansa gegenüber Konkurrenten auf dem Weltmarkt wettbewerbsfähig bleibt." Brinkhaus nannte es nachvollziehbar, dass die Lufthansa ihre Entscheidung verschoben hat.
© dpa-AFX | 29.05.2020 05:11

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Beitrag vom 30.05.2020 - 12:16 Uhr
Von HAM nach MIA (am 17.9., willkürlich gewählt) gibt es lt. Google Flights über 50 Verbindungen, davon 6 mit LH, die preiswertesten mit TAP und AF.

Mal eben selber geschaut. Ja es sind sehr viele, aber rechne mal die raus, wo nur unterscheideliche Zubringerzeiten angegeben sind, die Codeshare sind, sehr sportliche Transitzeiten oder die dreimal Umsteigen haben oder die Gesamtdauer >24h sind.
Da bleibt von den mehr als 50 nicht mal 15 übrig.

Nach FRA oder MUC, kann man überspitzt formulieren, kommen große Teile Bayerns, Baden-Württembergs Thüringens, NRWs, Hessens, Elsas, Saarland, Rheinland-Pfalz, teilweise Tschechien, Luxemburgs, Schweiz und Österreich.

Okay, und warum hat die LH so ein Intresse HAM/TXL im 30 Minuten-Takt mit FRA/MUC morgens zu verbinden? Weil ohne diese Zubringer, die Langstrecke nicht gefüllt werden kann.


Das Ansinnen der EU kann ich schon verstehen, dass man in FRA/MUC für dort lebenden Menschen, mehr Wettbewerb haben möchte. Bei der Marktmacht bzw. der noch freien Slotverfügbarkeit, traut sich das keiner zu. Allerdings werden "24" freie Slots an dieser Situation derzeit auch nicht viel ändern.
Den Grundgedanken kann ich auch verstehen, der wird aber durch nur die die Slots nicht gelöst. Wenn man einen Mangel an Wettbewerb in diesen Standortn hat, dann ergibt sich dieser Mangel nicht aus dem pauschalen Angebot, sondern aus spezifischen Märkten. Solange keine Monopoleinschränkung dabei ist macht das in meinen Augen keinen Sinn. Wenn LH jetzt Slots abgeben muss, dann wird sie in diesen Fenstern Strecken streichen die ertragsschwach oder strategisch irrelevant sind. Die Airlines die reinkommen werden Strecken bedienen, die sie für sich als profitabel definieren und einem Preiskampf mit LH aus dem Weg gehen. LH fliegt nicht mehr nach Bari und Wizz dafür nach Satu Mare. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass es auf der Strecke FRA nach HAM und BER immer noch keinen Wettbewerb gibt.
Dazu kommt, dass die Wettbewerber die jetzt im Gespräch sind entweder da waren, Easy und Wizz (also Slots hatten) oder diese nicht ausgeschöpft haben, Ryan. Was wäre daran morgen anders wenn ich sie nicht verpflichte in bestimmten Märkten engagiert zu sein?

Dieser Beitrag wurde am 30.05.2020 12:20 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 30.05.2020 - 11:52 Uhr
Ich glaube wir können aufhören zu diskutieren, wie wer Catchment (lokal oder regional) definiert.

Könnte man. Ich finde die Diskussion trotzdem interessant - unabhängig von Coronakrise und EU Auflagen -, weil ja immer wieder der Vorwurf aufkam, LH würde ein Monopol in Deutschland haben.
Beitrag vom 30.05.2020 - 11:48 Uhr
Von HAM nach MIA (am 17.9., willkürlich gewählt) gibt es lt. Google Flights über 50 Verbindungen, davon 6 mit LH, die preiswertesten mit TAP und AF.

Mal eben selber geschaut. Ja es sind sehr viele, aber rechne mal die raus, wo nur unterscheideliche Zubringerzeiten angegeben sind, die Codeshare sind, sehr sportliche Transitzeiten oder die dreimal Umsteigen haben oder die Gesamtdauer >24h sind.
Da bleibt von den mehr als 50 nicht mal 15 übrig.

Codeshares sind meines Erachtens da nicht dabei.
Und bei den sechs LH Verbindungen sind auch zwei > 23 h dabei.

Nach FRA oder MUC, kann man überspitzt formulieren, kommen große Teile Bayerns, Baden-Württembergs Thüringens, NRWs, Hessens, Elsas, Saarland, Rheinland-Pfalz, teilweise Tschechien, Luxemburgs, Schweiz und Österreich.

Okay, und warum hat die LH so ein Intresse HAM/TXL im 30 Minuten-Takt mit FRA/MUC morgens zu verbinden? Weil ohne diese Zubringer, die Langstrecke nicht gefüllt werden kann.

Ja natürlich, das ist ja der Sinn eines Hubsystems bzw. einer Hubairline.

Trotzdem haben Passagiere aus HAM und BER dutzende Auswahlmöglichkeiten, LH zu meiden.

Das Ansinnen der EU kann ich schon verstehen, dass man in FRA/MUC für dort lebenden Menschen, mehr Wettbewerb haben möchte. Bei der Marktmacht bzw. der noch freien Slotverfügbarkeit, traut sich das keiner zu. Allerdings werden "24" freie Slots an dieser Situation derzeit auch nicht viel ändern.

Ja, das war ja meine These. Nur handelt es sich hier um einen Bevölkerungsanteil von 1 bis 2%, die das betrifft. Wobei auch die immer eine Auswahl haben, um nicht mit LH zu fliegen.


Dieser Beitrag wurde am 30.05.2020 11:49 Uhr bearbeitet.


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