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ITA bittet italienische Regierung zur Kasse

ITA Airways Airbus A350-900
ITA Airways Airbus A350-900, © Airbus

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ROM - ITA fliegt voerst weiter solo. Vor der Wintersaison bittet das Management die neue Regierung in Rom kräftig zur Kasse - ITA ruft die noch offene Tranche aus einer von der EU genehmigten Anschubfinanzierung komplett ab. Zeitgleich wirft der Architekt des Alitalia-Nachfolgers hin.

Der Schlingerkurs um die ITA-Privatisierung kommt Italien teuer zu stehen. Nach Medieninformationen schießt das Finanzministerium 400 Millionen Euro nach. Das Geld soll ITA noch im November gutgeschrieben werden.

Die EU-Kommission hatte Italien 2021 einen Finanzrahmen von 1,35 Milliarden Euro für den ITA-Aufbau gesetzt, 720 Millionen Euro hatte ITA davon bereits gezogen. Bei einem rechtzeitigen Verkauf der Airline wäre die verbliebene Tranche verfallen.

Über Kurz oder Lang soll ein privater Investor bei ITA das Ruder übernehmen. Die Verhandlungen liefen zuletzt auf eine knappe Mehrheitsbeteiligung des US-Fonds Certares hinaus. Dessen Angebot wird von Delta und Air France-KLM unterstützt. Lufthansa hatte mit MSC für ITA geboten, das Duo pochte aber auf mindestens 80 Prozent der Anteile.

Altavilla geht von Bord

Die ohnehin zähen Verhandlungen wurden durch eine Regierungskrise in Italien weiter verzögert - Ende Oktober ist die Frist für Exklusivverhandlungen zwischen Certares und dem italienischen Finanzministerium ergebnislos verstrichen. Damit könnten MSC und Lufthansa noch einmal an den Verhandlungstisch zurückkehren.

ITA-Präsident Alfredo Altavilla hat unterdessen sein Amt am Montag niedergelegt. Der ITA-Architekt galt als ausgesprochener Befürworter eines Verkaufs an MSC und Lufthansa - und sah sich intern mit dem Vorhalt konfrontiert, die Gespräche mit Certares zu verschleppen. Der ITA-Verwaltungsrat hatte Altavilla bereits alle operativen Befugnisse entzogen.

© aero.de | Abb.: ITA | 09.11.2022 09:15

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Beitrag vom 09.11.2022 - 20:00 Uhr
Wieso denn eigentlich auf ITA warten, die sich ohne Zweifel über kurz oder lang selbst erledigen wird? Sich einkaufen in die aufstrebende Aeroitalia wäre viel günstiger und würde erlauben, eine junge Firma mit zu formen - ohne Rücksichten auf eine teilstaatliche ex-Alitalia mit all ihren Altlasten, die nicht einfach wegsubventioniert werden können. Falls sich Aeroitalia durchsetzt, kann man sie mit der (durch den Namen "eingeschränkten") Lufthansa-Tochter Air Dolomiti vernetzen oder sogar zusammenführen.
Beitrag vom 09.11.2022 - 18:56 Uhr
Geschenkt ist noch zu teuer.

Vielleicht sollten alle Interessenten einfach mal ein paar Jahre die Füße stillhalten, der italienische Markt läuft nicht weg, und nichts wäre besser als dass die Regierung mangels seriöser Interessenten in einigen Jahren auf dem Boden der Tatsachen aufschlägt...
Beitrag vom 09.11.2022 - 10:42 Uhr
Noch ein wenig warten, dann bekommt LH die ITA geschenkt, vielleicht auch mit einer Mitgift......? 


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