NEO und Stretch
Älter als 7 Tage

Airbus-Chef Brégier will vom Ende der A380 nichts wissen

LONDON - Die Airbus-Verkehrsflugzeugsparte will von einem drohenden Ende für den A380 nichts wissen. "Es ist sicher, dass wir die A380 eines Tages mit sparsameren Triebwerken versehen, und irgendwann wird es auch eine verlängerte Version des Flugzeugs geben", sagte Spartenchef Fabrice Brégier am Donnerstag vor Investoren in London.

Damit reagierte er auf überraschende Äußerungen aus der Führungsetage des Mutterkonzerns Airbus Group. Diese hatten Zweifel an der Zukunft der A380 geweckt. Außerdem hatte die Fluglinie Qatar Airways ein Fragezeichen hinter eine Erstauslieferung des A350 noch in diesem Jahr gesetzt. Die Aktie ist seitdem an der Börse im Sturzflug.

Fabrice Brégier
Fabrice Brégier, © Airbus Group
 
Finanzvorstand Harald Wilhelm hatte bei der gleichen Veranstaltung einen Tag zuvor angekündigt, das doppelstöckige Flugzeug ab dem Jahr 2018 entweder mit moderneren Triebwerken aufzuwerten oder die Produktion einstellen. Grund dafür ist der schwierige Kampf um Neukunden. Von den bisher 318 bestellten A380 gehen 140 Exemplare auf das Konto der arabischen Fluglinie Emirates.

Diese fordert seit längerem auch die Modernisierung des Modells, das dann den Namen A380neo bekommen dürfte. "Wir werden auch 140 Exemplare der A380neo abnehmen", kündigte Emirates-Präsident Tim Clark nun im Gespräch mit der Branchen-Website Airlineratings.com an.

Airbus-Konzernchef Thomas Enders hatte am Mittwoch jedoch klargestellt, dass sich eine Modernisierung der A380 für Airbus rechnen müsse. Der Vorstand werde "nicht zulassen, dass das unseren Gewinn belastet".
© dpa-AFX | Abb.: Airbus | 11.12.2014 13:09

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Beitrag vom 13.12.2014 - 11:08 Uhr
Das Flugzeug als solches dafür zu nutzen, wofür es mal angedacht war, versucht nur eine Airline.



Und das, so hört man, sehr erfolgreich. Die Zeiten für die Vierstrahler sind schwer, das lohnt sich nur noch, wenn man wirklich viele Passagiere befördern will. A340, ein in meinen Augen tolles angenehmes Flugzeug, ist das beste Beispiel. Airbus täte in meinen Augen gut daran, eine "kostengünstige" Standardkabine anzubieten. Und dieses Flugzeug dann über ihren eigenen Leasingeber (Amedo) zu vermarkten.

Die Airlines scheuen sich vor den enormen Investitionen in Zeiten der Krisen und instabilen Gemengelagen in der Welt.

Was aber ja nicht heißt, dass das so bleiben muss. Der CFO hat ja letztlich nichts neues gesagt. Bis 2018 müssen Bestellungen für die A380 hereinkommen, oder eine NEO entwickelt/begonnen zu entwickeln werden. Ansonsten muss man wohl über eine Einstellung nachdenken, wobei nachdenken auch falsch ist, denn ab ca 2021 sind keine Bestellungen mehr vorhanden. Wenn man davon ausgeht, dass die bestellten abgenommen werden und Airbus die Rate noch etwas herunterfahren würde, wenn keine Bestellungen kommen.

Was unsere Presse daraus wieder gemacht hat, kann ja jeder selber lesen.

Wie sie halt auch die Verschiebung der A350 Auslieferung um acht Tage (!!!!), als "auf unbestimmte Zeit" versucht hat zu verkaufen. Und das obwohl es durchaus Informationen von Seiten Airbus auf bsp flightglobal usw gegeben hat, dass die Auslieferung auf jeden Fall noch in diesem Jahr stattfindet. Leider ist das richtig eingerissen, es ist nur noch Meinungsmache in den Medien. Schade.
Beitrag vom 13.12.2014 - 10:48 Uhr
Als die B747 am Start ging, gab es nicht so viele Konkurrenz Modelle. Heute werden B747 mit B777 oder A350-1000 mit enger Bestuhlung ersetzt. Es gibt auch kaum Großflughäfen mit Slotproblemen.
Beitrag vom 13.12.2014 - 00:27 Uhr
Man sollte bei den ganzen Vergleichen auch immer alle Faktoren betrachten. Ein A380 Programm mit einem B747 Programm zu vergleichen ist einfach nicht möglich. Da reicht es nicht wilde Recherche im Netz zu betreiben á la Wikipedia!

Fängt schon einfach mit dem Faktor "Zeitpunkt" an.
Als eine 747 an den Start ging, war der Faktor "Fuel" nicht wirklich relevant. Da hieß es nur größer, schneller, weiter um jeden Preis.

Mal relativ zu allen denkbaren Faktoren betrachtet (Zeitpunkt, Weltwirtschaft, Kapazität, Kosten, Treibstoff, PAX-Aufkommen, Technik, Materialien, etc...) und den daraus möglichen negativen Einflüssen, hat das A380 Programm zu ihrem Zeitpunkt einfach mehr Gegenwind.

Das einlenken von Airbus nun doch halbwegs offiziell zu verkünden, dass es doch vielleicht noch eine A389 und eine A38X-NEO geben wird kommt jedoch einfach zu spät!
-> Human Factors im Management ;-)

Man hätte am ursprünglichen Plan festhalten und weiter streben sollen.
Die A380F hätte schon längst fliegen müssen. Bei dem logistischen Fracht-Aufkommen heutzutage, wäre sie schon längst der "Afterburner" geworden.
Eine A389 hatte die Kundschaft gefordert, da ist MSN 3 (SIA) noch nicht einmal betankt oder in der Luft gewesen. Masse statt Klasse!

Heute stellt sich die A380 so dar. Luxus und Spielerei in der Kabine ohne Ende. Quatar und Etihad sind das beste Beispiel. Dafür werden auch hauptsächlich die Entwicklungs- und Fertigungskapazitäten aller beteiligten Hersteller verbrannt.

Das Flugzeug als solches dafür zu nutzen, wofür es mal angedacht war, versucht nur eine Airline.



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