Komplettübernahme
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Lufthansa will Brussels Airlines zum Krisen-Preis

Brussels Airlines Airbus A320
Brussels Airlines Airbus A320, © Brussels Airlines

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BRÜSSEL - Lufthansa übernimmt Brussels Airlines komplett und schockt die Altaktionäre. Weil Brussels Airlines bei Lufthansa mit 45 Millionen Euro in der Kreide steht, geht Lufthansa mit einem Angebot von 2,6 Millionen Euro in die Preisverhandlungen für 55 Prozent der Aktien, die ihr noch fehlen.

Die ersten 45 Prozent der SN Airholding waren Lufthansa 2009 noch 65 Millionen Euro wert. Eine Call Option schrieb den Kaufpreis für die übrigen Aktien auf 140 Millionen Euro fest - einschließlich des 45-Millionen-Kredits deckelte Lufthansa den Wert von Brussels Airlines auf 250 Millionen Euro.

Statt 140 Millionen Euro will Lufthansa den etwa 30 Altaktionären, unter ihnen die Virgin Group und der Flughafen Brüssel, nach Informationen der Zeitungen "Le Soir" und "L`Echo" ihre Papiere nun jedoch für ausgesprochen magere 2,6 Millionen Euro abluchsen. Wie das?

Neben der regulären "Call Option" verbriefte Lufthansa Konditionen für eine "Notfallübernahme" von Brussels Airlines. Der "Crisis Call" sieht eine Abfindung der Altaktionäre mit eben diesen 2,6 Millionen Euro vor und kann ausgeübt werden, sofern Brussels Airlines im Referenzjahr 2014 Schulden bei Lufthansa hat (hatte sie).

Mittlerweile steht Brussels Airlines allerdings ziemlich gut dar und machte allein 2015 ordentliche 41,3 Millionen Euro Gewinn. Auch dieses Jahr will Airline-Chef Bernard Gustin einen Überschuss vorweisen.

Belgische Aktionärsvertreter reagierten auf den von Lufthansa ausgerufenen Crisis Call "ziemlich baff", sagt ein Insider, zumal Lufthansa eine Rückzahlung des Darlehens im Aufsichtsrat blockiert habe.

Letztes Wort noch nicht gesprochen

"Gemeinsames Ziel von Lufthansa und Brussels Airlines" bleibe es, die Komplettübernahme von Brussels Airlines "nach abschließender Abstimmung der Modalitäten zur Ausübung des Bezugsrechts mit den Altaktionären" bis Ende dieses Jahres auf den Weg zu bringen, erklärte Lufthansa am Mittwoch.

Das letzte Wort über den Kaufpreis scheint also noch nicht gesprochen. Parallel zu den Verhandlungen erhöht Lufthansa ihren operativen Einfluss auf Brussels Airlines und stellt Gustin mit Christina Förster zum 01. Oktober eine Managerin aus dem eigenen Stall als Geschäftsführerin zur Seite.
© aero.de | Abb.: Brussels Airlines | 29.09.2016 10:53


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