Air-Berlin-Insolvenz
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Lufthansa drängt auf Entscheidung bis Jahresende

Eurowings Airbus A320-214
Eurowings Airbus A320-214, © Michael Lassbacher

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WIEN - Lufthansa stellt sich bei der Teilübernahme von Air Berlin auf Gegenwind von den Kartellbehörden ein. Möglicherweise müsse Eurowings "Slots abgeben" oder "Kapazitäten auf einigen Strecken reduzieren", sagte Eurowings-Chef Thorsten Dirks Dienstag vor Medienvertretern in Wien.

Lufthansa hofft auf eine Entscheidung der Kartellbehörden bis Jahresende, um NIKI an Eurowings anzudocken. "Dauert das Verfahren länger, ist NIKI pleite", stellte Dirks klar. In welchem Umfang Eurowings Kartellauflagen akzeptieren werde, sei "eine unternehmerische Entscheidung".

Air Berlin stellt diesen Freitag ihren Flugbetrieb ein. Dann droht eine Lücke, denn viele Fragen sind noch unbeantwortet. Easyjet, die über 25 Airbus A320 und Crews verhandelte, zögert. Lufthansa taktet Großraumgerät in den Flugplan nach Berlin ein, Vorkehrungen für erwartete "Engpässe". Ab Sonntag fehlen im Markt 60.000 Sitze - täglich, erklärte Dirks die Situation.

"Eurowings-Flüge, die im Wetlease durch Air Berlin betrieben werden, sind von der teilweisen Einstellung des Flugbetriebs in der Air Berlin Group bis 31. Oktober nicht betroffen", sagte Lufthansa-Sprecherin Anja Lindenstein aero.de. "Ebenso der Flugbetrieb der LGW und NIKI."

Gegen Januar 2018 werde Eurowings, vorbehaltlich dem OK der Kartellbehörden, mit der Integration der übernommenen Air-Berlin-Teile beginnen.

In der LGW will Eurowings das Wet-Lease-Arrangement ab 01. November mit Air Berlin fortsetzen und nach letztem Stand 17 Bombardier Q400 und 13 Airbus A320 betreiben. NIKI steuert 20 Airbus A320-Flugzeuge bei. 24 Airbus A320 plant der Kranich-Konzern von Lessoren als organisches Wachstum für Eurowings Europe ein. Insgesamt soll die Eurowings-Flotte im nächsten Jahr um 50 auf dann 210 Flieger wachsen.

Bis Abschluss der Kartellverhandlungen habe Lufthansa allerdings nur wenig Spielraum in der Netzwerkplanung, sagte Dirks. NIKI werde als eigenständiges Unternehmen in den Eurowings-Verbund integriert, jedoch unter neuer Marke. LGW soll künftig konzernweit im Wetlease fliegen, unter anderem für Austrian. Ihr AOC könnte Lufthansa zudem für eine Integration weiterer A320 nutzen.

Langstrecken mit Brussels Airlines


Auf der Langstrecke geht Eurowings künftig auch in Düsseldorf und Berlin an den Start, unter Nutzung technischer Ressourcen von Brussels Airlines. Ein Airbus A330 soll ab Sommer zwischen Berlin und New York fliegen, und bis zu sechs auf vormaligen Air Berlin-Märkten in Düsseldorf.

Inklusive der Maschinen von Brussels Airlines soll die Langstreckenflotte der Eurowings damit von derzeit sieben auf 20 Einheiten wachsen. Bis Sommer sollen die neuen Langstrecken allerdings von Lufthansa geflogen werden.
© aero.at | Abb.: Michael Lassbacher | 25.10.2017 08:41

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Beitrag vom 25.10.2017 - 18:59 Uhr
"LGW soll künftig konzernweit im Wetlease fliegen, unter anderem für Austrian."
Wieso sollte LGW denn entweder mit Q400 oder mit A320 für Austrian fliegen - die hat die Austrian doch jeweils selbst?
Und wieso braucht die EW Gruppe neben EWD, EWE, GWI und Niki noch ein weiteres A320 AOC, wenn LGW die A320 bekommt?

Hier ist ein Bericht dazu:
 http://www.austrianaviation.net/detail/niki-wird-mit-jahreswechsel-geschichte-sein/
Beitrag vom 25.10.2017 - 17:09 Uhr
Ob LGW günstiger produziert als EWE weiss ich nicht, aber tariflich im Cockpit sollte das Niveau bei LGW wenn nicht auf gleichem Niveau, dann doch über EWE liegen.
Beitrag vom 25.10.2017 - 15:51 Uhr
"LGW soll künftig konzernweit im Wetlease fliegen, unter anderem für Austrian."
Wieso sollte LGW denn entweder mit Q400 oder mit A320 für Austrian fliegen - die hat die Austrian doch jeweils selbst?
Und wieso braucht die EW Gruppe neben EWD, EWE, GWI und Niki noch ein weiteres A320 AOC, wenn LGW die A320 bekommt?
Um den Druck auf die Belegschaft zu erhöhen. Eine LGW produziert noch günstiger als die Eurowings Europe in Wien, die mittlerweile Castings in Rumänien und Bulgarien abhält (Siehe Stellenausschreibung EW), um (fliegendes) Personal zu finden.


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