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Engpässe bei Flugsicherung werden noch schlimmer

DFS-Tower in Frankfurt
DFS-Tower in Frankfurt, © Fraport AG

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HAMBURG - Nach dem europäischen Luftverkehrschaos im Sommer sehen die deutschen Fluglotsen keine Anzeichen für eine Verbesserung im kommenden Jahr. "In diesem Jahr hatten wir Wind, 2019 werden wir starken Wind haben und dann kommt der Sturm", sagte der Chef der Gewerkschaft der Flugsicherung Matthias Maas.

Ein wichtiger Grund für die zahlreichen Verspätungen und Flugausfälle sei die seit langem bekannte Personalnot bei den europäischen Flugsicherungen, für die es keine schnelle Lösung gebe. "Die Airlines und die Flughäfen können schnelle Verbesserungen für das kommende Jahr erreichen, aber die Ausbildung neuer Lotsen dauert vier bis fünf Jahre", sagte der Gewerkschafter.

Europaweit sei der Markt für fertig ausgebildete Lotsen leergefegt. Allein im Zentrum Karlsruhe zur Überwachung des oberen deutschen Luftraums fehlten rund hundert Leute.

Maas kritisierte erneut, dass verschiedene Luftverkehrs- Gewerkschaften nicht zu dem Gipfel eingeladen wurden. In der Hansestadt kommen am Freitag Vertreter des Bundes, der Länder, der Flugsicherung, der Airlines und der Flughäfen zusammen, um die Ursachen der Verspätungen anzugehen.

"Wenn man über zusätzliche Arbeitsverdichtung und Überstunden sprechen will, wird das ohne uns nicht gehen", erklärte der Chef der GdF, die bei der bundeseigenen Deutschen Flugsicherung viele Mitglieder hat.

Maas machte erneut Vorgaben der EU-Kommission für die Lotsen-Misere verantwortlich. Die Verkehrsprognosen für die bis 2019 laufende Regulierungsperiode seien viel zu niedrig gewesen. Die daraus abgeleiteten Kostenvorgaben und Personaleinsparungen bei den nationalen Flugsicherungen schlügen nunmehr voll auf das operative Geschäft durch.


Lobby-Druck der Airlines

Maas appellierte an Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU), sich in Brüssel für Regelungen einzusetzen, die den Flugsicherungen "die Luft nicht noch weiter abschnüren". Derzeit würden die EU-Vorgaben bis 2024 abgestimmt und es seien weitere Verschärfungen zu befürchten. Die EU sei ständigem Lobby-Druck seitens der Airlines ausgesetzt.

"Ryanair-Chef Michael O'Leary und seine Kollegen ernten jetzt genau das, was sie in den letzten Jahren selbst gesät haben", meinte Maas. Er hoffe, dass die hohen Verspätungskosten bei den Fluggesellschaften ein Umdenken einleiteten.

Die GdF werde an der Verbesserung der Situation nur mitwirken, wenn die Deutsche Flugsicherung (DFS) einen "stimmigen Ausbildungs- und Zukunftspakt" anbiete, sagte Maas. Die bislang angekündigte Aufnahme von jährlich 120 Lotsenschülern über die kommenden fünf Jahre reiche gerade aus, um die altersbedingten Abgänge auszugleichen. "Der notwendige Personalaufbau ist damit noch nicht verbunden."
© aero.de, dpa | Abb.: Fraport AG | 30.09.2018 09:12

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Beitrag vom 01.10.2018 - 11:38 Uhr
Ich meine, dass 5-Jahres-Vorgaben ein zu langer Zeitraum sind um sinnvoll auf sich verändernde Rahmenbedingungen zu reagieren.
Ihrem "Gegenargument" nach scheinen Sie der gleichen Meinung zu sein...
Und trotzdem hat noch keiner bei mir angerufen und gefragt was er machen soll. Bei Ihnen vielleicht?

Ich verstehe Ihre Erwiderung nicht.

> Wie wäre es, zur Versteigerung von Slots überzugehen?
Könnte man drüber nachdenken. Aber man muss auch sehen dass nicht der Wettbewerb einseitig den einen zugeschanzt wird auf Kosten der anderen. Das ginge am Ende zu Lasten der Passagiere. Für die ist man aber doch erstrangig da, oder für wen sonst?
Ja, klar geht das auf Kosten der Passagiere.
Das wollen die aber nicht.
Das macht nix.
Den Passagieren schon. Und die entscheiden ob sie zugreifen oder nicht. So einfach funktioniert die Welt.

Ja sicher.
Eine Preiserhöhung läuft darauf hinaus, dass ein paar dann nicht mehr zugreifen.
Und ja, das ist so einfach, hat keiner bestritten :)

Oder haben Sie schon vergessen warum LCC so erfolgreich ist?
Weil sie die billigsten Anbieter sind.
Wenn jetzt jeder Flug jedes Anbieters einen Fixbetrag mehr kostet sind sie immer noch die billigsten Anbieter.
Wenn morgen auf dem Oktoberfest die Bierpreise verdoppelt werden, ist derjenige mit 21,60 Euro immer noch der billigste. Glauben Sie dass er noch genauso viel Bier verkaufen wird?

Nein, sicher nicht.
Wir reden aber aktuell nicht über Verdopplung sondern über Preiserhöhungen im einstelligen Prozentbereich.
Ein angeblicher Einbruch des kompletten Markts bei einer derartigen Erhöhung ist Panikmache.

Was soll er dann mit den ganzen Angestellten machen die kein Bier mehr servieren brauchen weil keiner mehr bestellt? Denen wäre es lieber gewesen wenn der alte Bierpreis geblieben wäre.
Das ist falsch. Angebot und Nachfrage. Um ihr Handy zu behalten würden manche Leute noch deutlich mehr zahlen.
Manche. Aber die reichen nicht. Warum gibt es keine Airline die ausschließlich First Class anbietet? Ein paar VIP Flieger gibt es schon, dann ist der Bedarf gedeckt. Der Rest ist Masse, und die schaut aufs Geld.
Solange es Wettbewerb in Form mehrerer Anbiter gibt wird das aber halt nicht passieren.
Steigt nun aber bei allen gleichzeitig der Preis, wird wieder der dann billigste genommen.
Oder keiner mehr.

Unrealistisch.

Wenn sich morgen die Preise für einen PKW um vierzig Prozent erhöhen, sind viele ehemalige Kunden draußen. Unbezahlbar. Andere könnten noch, sehen es aber nicht mehr ein.

Auch hier: wir reden nicht von 40% auf 30.000€ sondern von 5% auf 400€.

So gut wie keiner würde aufhören zu telefonieren.
Nicht ganz freiwillig. Manche müssten einfach aufhören oder müssten sich stark einschränken. Mancher würde sich überlegen ob er noch drei Handys braucht oder nicht. Das würden die Anbieter schon merken, keine Frage. Und deren Angestellte: Denken Sie an die Bedienungen in den Bierzelten.

Der Sinn einer Wirtschaft besteht nicht darin, quersubventionierte Arbeitsplätze in Massen zu schaffen.
Wir haben heute bereits einen Mangel an Arbeitskräften und werben aktiv im Ausland an.
Aktuell sind daher in der Luftfahrt Verzweiflungsaktionen, ein Geschäftsmodell mit Subventionen am Laufen zu halten, unnötig.

Bodenseitige und Luftseitige Limits müssen für Wachstum beide gelöst werden.
Na also.
Eine Lösung des einen Problems verhindert dabei nicht die des anderen Problems.
Das ist kein Entweder-oder sondern ein Und.
Und in dieser Meldung geht es nun mal nur um die DFS.
In der Meldung. Und in der Realität?

Dann suchen Sie sich doch eine Meldung die zu den von ihnen wahrgenommenen Problemen passt und diskutieren Sie diese dort.
Ich denke auch, dass der CO2 Ausstoß der Branche ein globales Problem ist - ohne das in jedem Kommentar zu völlig anderen Meldungen zu thematisieren.

Was glauben Sie warum sich LH, FR und all die anderen das noch nicht gemeinsam getraut haben?
Weil sie in Konkurrenz stehen und ein gemeinsames Vorgehen ein strafbares Kartell wäre.
Dann wissen Sie auch, ob die Tickets morgen oder nächste Woche 15 Euro mehr kosten. War doch ganz einfach, oder?

Wenn der Staat die Kosten für Slots anhebt, zB über eine Versteigerung - was denken Sie, wird das Ergebnis sein?
Die Flugpreise sinken trotzdem weiter?
Und die Differenz zahlt die Zahnfee?
Beitrag vom 01.10.2018 - 10:51 Uhr
Ich meine, dass 5-Jahres-Vorgaben ein zu langer Zeitraum sind um sinnvoll auf sich verändernde Rahmenbedingungen zu reagieren.
Ihrem "Gegenargument" nach scheinen Sie der gleichen Meinung zu sein...
Und trotzdem hat noch keiner bei mir angerufen und gefragt was er machen soll. Bei Ihnen vielleicht?
Wie wäre es, zur Versteigerung von Slots überzugehen?
Könnte man drüber nachdenken. Aber man muss auch sehen dass nicht der Wettbewerb einseitig den einen zugeschanzt wird auf Kosten der anderen. Das ginge am Ende zu Lasten der Passagiere. Für die ist man aber doch erstrangig da, oder für wen sonst?
Ja, klar geht das auf Kosten der Passagiere.
Das wollen die aber nicht.
Das macht nix.
Den Passagieren schon. Und die entscheiden ob sie zugreifen oder nicht. So einfach funktioniert die Welt.
Oder haben Sie schon vergessen warum LCC so erfolgreich ist?
Weil sie die billigsten Anbieter sind.
Wenn jetzt jeder Flug jedes Anbieters einen Fixbetrag mehr kostet sind sie immer noch die billigsten Anbieter.
Wenn morgen auf dem Oktoberfest die Bierpreise verdoppelt werden, ist derjenige mit 21,60 Euro immer noch der billigste. Glauben Sie dass er noch genauso viel Bier verkaufen wird? Was soll er dann mit den ganzen Angestellten machen die kein Bier mehr servieren brauchen weil keiner mehr bestellt? Denen wäre es lieber gewesen wenn der alte Bierpreis geblieben wäre.
Das ist falsch. Angebot und Nachfrage. Um ihr Handy zu behalten würden manche Leute noch deutlich mehr zahlen.
Manche. Aber die reichen nicht. Warum gibt es keine Airline die ausschließlich First Class anbietet? Ein paar VIP Flieger gibt es schon, dann ist der Bedarf gedeckt. Der Rest ist Masse, und die schaut aufs Geld.
Solange es Wettbewerb in Form mehrerer Anbiter gibt wird das aber halt nicht passieren.
Steigt nun aber bei allen gleichzeitig der Preis, wird wieder der dann billigste genommen.
Oder keiner mehr. Wenn sich morgen die Preise für einen PKW um vierzig Prozent erhöhen, sind viele ehemalige Kunden draußen. Unbezahlbar. Andere könnten noch, sehen es aber nicht mehr ein.
So gut wie keiner würde aufhören zu telefonieren.
Nicht ganz freiwillig. Manche müssten einfach aufhören oder müssten sich stark einschränken. Mancher würde sich überlegen ob er noch drei Handys braucht oder nicht. Das würden die Anbieter schon merken, keine Frage. Und deren Angestellte: Denken Sie an die Bedienungen in den Bierzelten.
Bodenseitige und Luftseitige Limits müssen für Wachstum beide gelöst werden.
Na also.
Eine Lösung des einen Problems verhindert dabei nicht die des anderen Problems.
Das ist kein Entweder-oder sondern ein Und.
Und in dieser Meldung geht es nun mal nur um die DFS.
In der Meldung. Und in der Realität?
Was glauben Sie warum sich LH, FR und all die anderen das noch nicht gemeinsam getraut haben?
Weil sie in Konkurrenz stehen und ein gemeinsames Vorgehen ein strafbares Kartell wäre.
Dann wissen Sie auch, ob die Tickets morgen oder nächste Woche 15 Euro mehr kosten. War doch ganz einfach, oder?
Beitrag vom 01.10.2018 - 10:45 Uhr
Entweder implodiert das ganze Luftfahrtsystem im kommenden Jahr oder man schafft es endlich eine Europäische Lösung zu erarbeiten, die auf größere Effizienz des Systems und weniger Kleinstaaterei setzt. Im Grunde wären genügend Fluglotsen da, aber statt ein paar großen Bäckereien fordern die souveränen Länder weiter ihre eigenen Brötchen zu backen. Daran haben auch die Gewerkschaften einen großen Anteil dran. Hier wäre mehr Europäische Regelungen dringend angebracht.

Also ich halte die "Europäische Lösung" für massiv überschätzt. Was soll sich denn groß bessern?

Upper Airspace kann man mehr oder weniger ohne größere Verluste rein Englisch abwickeln - da kann man Fluglotsen in der Tat beliebig in Europa verteilen (auch wenn es sich in DE um Airspace C handelt, und somit VFR-Flüge und Flugfunk auf Deutsch möglich sein sollten; die DFS hat übrigens ein paar Lotsen, die kein Deutsch können). Einsparungspotential in Deutschland ist dennoch mehr oder weniger gleich null, da D trotz "Kleinstaaterei" in mehrere Sektoren unterteilt ist.

Im Lower Airspace muss man jedoch die Sprache des Landes breithalten. Der Lotse muss also in DE Level 4 auf Deutsch und Englisch hinbekommen. In Belgien Level 4 auf Flämisch, Französisch und Englisch. In Frankreich Level 4 auf Französisch und Englisch (in Straßburg zusätzlich auf Deutsch, weil die zum Teil deutschen Luftraum mitkontrollieren). Um einen Lotsen Europaweit einsetzen zkönnen bedarf es also eines Sprachgenies der ein paar Dutzend Sprachen auf Level 4 hinbekommt. Reines Wunschdenken.

Und extreme Kleinstaaterei (z.B. Benelux) ist ja bereits jetzt schon aufgehoben.


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