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Airline-Verband warnt auch 2019 vor Verspätungs-Chaos

Alexandre de Juniac
Alexandre de Juniac, © IATA

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MONTREAL - Verspätungs-Chaos und Flugausfälle könnten Passagiere auch im kommenden Jahr in Europa quälen - davor warnt der Chef des Airline-Verbands IATA, Alexandre de Juniac. Das Risiko eines ungeregelten EU-Austritts Großbritanniens verschärft die angespannte Lage zusätzlich.

Sowohl an den Flughäfen als auch im Fluglotsenbetrieb fehle es an den nötigen Investitionen, um den Betrieb angesichts steigender Passagierzahlen ordentlich zu regeln. "Es war ein furchtbarer Sommer, und ich sehe keine Verbesserungen für 2019", sagte de Juniac. Vor allem müssten mehr Fluglotsen rekrutiert und ausgebildet werden.

Lufthansa will sich mit zusätzlichen Flugzeugen gegen eine Wiederholung des Chaossommers 2018 stemmen, in dem der Konzern 18.000 Flüge absagen musste.

Speziell für den Fall eines Brexits ohne Deal sagte der IATA-Chef Chaos an den Flughäfen voraus. Dann sei es etwa unklar, ob Piloten überhaupt starten könnten, weil ihre Fluglizenz womöglich am Zielort nicht mehr gelte.

"Wenn nicht bald etwas passiert, wird es ein Alptraum an den Flughäfen in Europa und in Großbritannien", warnte de Juniac. Er schloss ein Szenario mit tausenden gestrandeten Kunden am 1. April 2019 nicht aus. Das ist der erste Tag nach dem voraussichtlichen Austritt Großbritanniens aus der EU.

Trotz allem rechnet der Verband damit, dass die Passagierzahlen sich in den nächsten 20 Jahren weltweit verdoppeln, auf sieben Milliarden im Jahr. Er geht von einer Wachstumsrate von 3,5 Prozent pro Jahr aus. Deutschland werde aber zwischen 2017 und 2037 vom sechsten auf den achten Platz der nach Passagierzahlen wichtigsten Airline-Märkte abrutschten.

China löse die USA auf Platz eins ab, und Indien und Indonesien rückten anstelle von Großbritannien und Spanien auf die Plätze drei und vier. Insgesamt könnten im Jahr 2037 weltweit bis zu 8,2 Milliarden Passagiere unterwegs sein.

China und Indien boomen

Die größte Zunahme gemessen in Passagierzahlen sieht die IATA bei Inlandsflügen in China, mit einem jährlichen Wachstum um 5,2 Prozent. International werde die Route von Indien in die Vereinigten Arabischen Emirate am stärksten zulegen - um plus 7,8 Prozent -, gefolgt von China-Thailand und China-Japan.

Falls die USA ihre protektionistischen Maßnahmen zurückfahren und damit Impulse für Investitionen und Nachfrage geben sollten, könnten in 20 Jahren auch drei Mal so viele Passagiere wie heute unterwegs sein, schätzt die IATA. Das entspräche einem Wachstum von 5,5 Prozent im Jahr.

Im umgekehrten Fall - einer Eskalation des Handelsstreits und weiterer Zölle - würde der Zuwachs auf 2,4 Prozent sinken. Der Verband vertritt 290 Fluggesellschaften aus 120 Ländern.
© dpa-AFX, aero.de | Abb.: IATA | 24.10.2018 16:09


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