Forderung
Älter als 7 Tage

ADV: Richtungswechsel in der Flughafenpolitik

EasyJet in Hamburg
EasyJet in Hamburg, © EasyJet

Verwandte Themen

FRANKFURT - Jüngste Airline-Pleiten haben insbesondere kleinere Flughäfen in Deutschland in Bedrängnis gebracht. Nun hat der Branchenverband ADV eine Entlastung von Kosten gefordert, die in anderen europäischen Ländern aufgrund anderer Regelungen vom Staat getragen werden.

Dazu zählten Aufwendungen für Luftsicherheit, Flugsicherung und Feuerwehr.

"Es kann nicht sein, dass diese hoheitlichen Aufgaben in anderen EU-Staaten von der öffentlichen Hand finanziert werden, bei uns aber voll unter das EU-Beihilferecht fallen", erklärte der ADV-Präsident und Frankfurter Flughafenchef Stefan Schulte am Freitag nach einer Führungssitzung des Verbandes in Stuttgart.

Die EU-Kommission solle ihre Beihilfeleitlinien im kommenden Jahr entsprechend anpassen, appellierte der Verband. Kleinere und mittlere Flughäfen falle eine "entscheidende Zubringer- und Entlastungsfunktionen im deutschen polyzentrischen Flughafensystem" zu. Zeitgleich fordert der Verband mehr politische Rückendeckung für Infrastrukturprojekte.

"Es ist dringend geboten, dass auch die deutschen Flughäfen bedarfsgerecht wachsen und erforderliche Infrastrukturmaßnahmen realisieren können", sagte Schulte. "Kräftig wachsende Luftverkehrsnachfrage und steigendes Passagieraufkommen bei gleichbleibenden Kapazitäten und guter Pünktlichkeit - diese Rechnung geht über die nächsten Jahre nicht auf."

Tatsächlich steigt die Nachfrage der Reisenden weiter. Für 2030 erwarten die deutschen ADV-Flughäfen über 300 Millionen Passagiere - das sind über 55 Millionen mehr als 2018. Trotz des Einsatzes größerer Flugzeuge sei die Wirkung des Sitzladefaktors endlich.
© dpa-AFX, aero.de | Abb.: Flughafen Düsseldorf | 05.04.2019 12:42

Um einen Kommentar schreiben zu können, müssen Sie sich bei aero.de registrieren oder einloggen.

Beitrag vom 05.04.2019 - 22:17 Uhr
Avokus, heute 17:08
Zwischen den Bedürfnissen der Luftfahrtindustrie und der sich allmählich immer mehr hinauskristallisierenden öffentlichen Meinung in Sachen Klimaschutz entsteht ein immer größer werdender Disconnect, über den man dringend sprechen muß.

ebenfalls Avokus, heute 17:46
Steuer auf Kerosin? Sie wollen die Deutsche Flugwirtschaft noch mehr im Wettbewerb behindern? Sorry aber sowas kann man einfach nicht ernst nehmen.

Mir dünkt, zwischen diesen beiden Aussagen besteht auch ein gewisser "Disconnect" :)
Keineswegs. Ich habe aufgezeigt dass es Kritiker gibt, denen man argumentativ begegnen muß, aber nicht polemisch, und es gibt Sachzwänge die sich nicht wegdiskutieren lassen. Wer nicht anerkennen mag wie Wirtschaft funktioniert darf sich nicht wundern nicht ernst genommen zu werden. Mir dünkt das es manchen Umweltanhänger nicht um eine ernsthafte Diskussion geht,

Challenge accepted :)

sondern nur um das Aufoktrahieren ihrer Ideologie. ;)

Meinen Sie aufoktroyieren?
Klar, darum geht es wohl jedem der dieses Thema diskutiert. Denn natürlich bedingen sich ein gewisses Verständnis der Zusammenhänge und eine gewisse Ideologie gegenseitig.

Sie zB ordnen Ihr Verständnis der Gesamtsituation der Notwendigkeit eines weiteren Wirtschaftswachstums der bestehenden Industrien unter. Da Klima- und Umweltschutz die Wirtschaft am völlig optimalen Wachstum hindert, kommt es für Sie gar nicht erst in Frage genauer darüber nachzudenken was denn die Alternativen sein könnten.
Auch das ist eine Ideologie ( So in etwa angelehnt an die vielzitierte "wirtschaftkonforme Demokratie" )

Tatsächlich aber machen Sie bei Ihrer rein wirtschaftsorientierten Argumentation mindestens 2 grundlegende Fehler:
1) Sie betrachten nur die bestehende, massiv fossil ausgerichtete Industrie (Kunststoff, Auto, Luftverkehr, etc. ) und ignorieren wirtschaftliche Wachstumsmöglichkeiten in regenerativ und nachhaltig bewirtschafteten Zweigen. Aber sogar innerhalb der Alt-Industrien selbst gibt es starke Tendenzen sich den sich ändernden Gegegebenheiten anzupassen, wie das zB in der Autoindustrie mit den Hybrid- und Elektrofahrzeugen geschieht. Im Gegensatz dazu setzt die Luftfahrt auf weiteres Wachstum im Billigsegment durch Sozialisierung der eigenen Kostenbasis, wie die Forderung des ADV hier zeigt.
2) Sie blenden Schäden, die die fortgesetzte Erwärmung der Atmosphäre erzeugt, schlichtweg aus.

Es ist von einigen hochrangigen Gremien postuliert worden CO2 sei schädlich. Dem ist mitnichten so.
Es gibt lediglich ein paar wissenschaftlich halb- und ungebildete Personen, die solche Thesen vertreten. Die Namen Ermeke und EIKE fallen mir da spontan ein. Demnach sollte es mit zunehmendem CO2 sogar kühler werden :)
Bitte seinen Sie sich bewusst, dass hier bezahlte Lobbyisten eine reine Interessenvertretung der Industrie vornehmen, die als Zeithorizont maximal die übernächsten Quartalszahlen im Blick hat.

Zu den Schäden: Kommt drauf an, wo man wohnt und ob man dort von steigendem Meeresspiegel und/oder Sturm/Hagel/Überschwemmung/Versteppung/etc betroffen ist.
Mit steigender Durchschnittstemperatur nimmt zudem die Häufigkeit von Extremereignissen zu.

Extremereignisse wie Überschwemmungen und Dürren sind wesentliche Treiber der Migration. Sowohl in Afrika als auch in Asien.

Diesem Gesamtproblem einfach eine kurzfritig optimale wirtschaftliche Entwicklung hierzulande entgegenzuhalten und die gewünschte Wirtschaftentwicklung der Alt-Wirtschaftszweige als alternativlos hinzustellen, scheint sehr kurzsichtig zu sein, da in Zukunft die Schäden das Wirtschaftswachstum übersteigen könnten.


Dieser Beitrag wurde am 06.04.2019 08:29 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 05.04.2019 - 20:07 Uhr
Avokus, heute 17:08
Zwischen den Bedürfnissen der Luftfahrtindustrie und der sich allmählich immer mehr hinauskristallisierenden öffentlichen Meinung in Sachen Klimaschutz entsteht ein immer größer werdender Disconnect, über den man dringend sprechen muß.

ebenfalls Avokus, heute 17:46
Steuer auf Kerosin? Sie wollen die Deutsche Flugwirtschaft noch mehr im Wettbewerb behindern? Sorry aber sowas kann man einfach nicht ernst nehmen.

Mir dünkt, zwischen diesen beiden Aussagen besteht auch ein gewisser "Disconnect" :)
Keineswegs. Ich habe aufgezeigt dass es Kritiker gibt, denen man argumentativ begegnen muß, aber nicht polemisch, und es gibt Sachzwänge die sich nicht wegdiskutieren lassen. Wer nicht anerkennen mag wie Wirtschaft funktioniert darf sich nicht wundern nicht ernst genommen zu werden. Mir dünkt das es manchen Umweltanhänger nicht um eine ernsthafte Diskussion geht, sondern nur um das Aufoktrahieren ihrer Ideologie. ;)
Beitrag vom 05.04.2019 - 18:16 Uhr
Avokus, heute 17:08
Zwischen den Bedürfnissen der Luftfahrtindustrie und der sich allmählich immer mehr hinauskristallisierenden öffentlichen Meinung in Sachen Klimaschutz entsteht ein immer größer werdender Disconnect, über den man dringend sprechen muß.

ebenfalls Avokus, heute 17:46
Steuer auf Kerosin? Sie wollen die Deutsche Flugwirtschaft noch mehr im Wettbewerb behindern? Sorry aber sowas kann man einfach nicht ernst nehmen.

Mir dünkt, zwischen diesen beiden Aussagen besteht auch ein gewisser "Disconnect" :)

Dieser Beitrag wurde am 05.04.2019 18:17 Uhr bearbeitet.


Stellenmarkt

Schlagzeilen

PaxEx.de Passenger Experience

Meistgelesene Artikel

Community

Fachdiskussionen zu aktuellen Ereignissen und Entwicklungen in der Luftfahrtbranche

FLUGREVUE 05/2019

Shop

Es gibt neue
Nachrichten bei aero.de

Startseite neu laden