Grounding der 737 MAX
Älter als 7 Tage

Boeing verabschiedet sich von Jahreszielen

Flydubai Boeing 737 MAX 8
Flydubai Boeing 737 MAX 8, © Boeing

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SEATTLE - Boeing kann die finanziellen Folgen des 737-MAX-Desasters noch nicht absehen. Bereits im ersten Geschäftsquartal belasteten Grounding und Lieferstopps nach zwei Totalverlusten die Bilanz. Hunderte 737 MAX werden zwischengeparkt, während der Konzern an der Wiederzulassung arbeitet.

Da weiter unklar ist, wann und zu welchen Bedingungen der absatzstärkste Flugzeugtyp wieder abheben darf, werde man eine neue Prognose erst zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgeben, teilte Boeing am Mittwoch bei der Vorlage der Quartalszahlen in Chicago mit.

Die Boeing-Aktie reagierte positiv auf die Nachrichten. Nachdem ihr Kurs infolge der Abstürze und Flugverbote im März deutlich abgesackt war, legte er im vorbörslichen New Yorker Handel um rund zwei Prozent zu. Auch seit Jahresbeginn liegt die Aktie klar im Plus.

Im ersten Quartal brach Boeings Gewinn verglichen mit dem Vorjahreszeitraum auch wegen höherer Steuern um 13 Prozent auf 2,1 Milliarden Dollar (1,9 Mrd Euro) ein. Die operative Marge im Geschäftsbereich Zivilflugzeuge ging von 11,0 auf 9,9 Prozent zurück.

Weil der Hersteller infolge des zweiten Absturzes einer 737-MAX im März vorerst keine neuen Exemplare des Typs mehr ausliefern darf, fiel der Umsatz um zwei Prozent auf 22,9 Milliarden Dollar. Boeing machte vorerst keine Angaben dazu, wie stark die künftigen Geschäfte unter dem Auslieferungsstopp leiden dürften.

Der bisherige Geschäftsausblick für 2019 habe jedoch keine Gültigkeit mehr und werde aktualisiert, wenn es mehr Klarheit über die Probleme mit der 737-MAX-Baureihe gebe, so Boeing.

Der Hersteller hatte ursprünglich angepeilt, in diesem Jahr 895 bis 905 Passagier- und Frachtflugzeuge auszuliefern. Der Umsatz sollte 109,5 bis 111,5 Milliarden Dollar erreichen. Für den Gewinn je Aktie hatte das Management 21,90 bis 22,10 Dollar im Auge.

Wegen Schadenersatzforderungen von Fluggesellschaften und Angehörigen der bei den Abstürzen getöteten Passagiere drohen Boeing aber nun hohe Belastungen.

Der Flugzeugbauer hat die Produktion der Unglücksflieger bereits um 19 Prozent auf 42 Flugzeuge pro Monat gedrosselt. Analysten gehen davon aus, dass Boeing bis zur frühesten Wiederaufnahme der Auslieferungen im August 225 bis 300 737 MAX auf Halde parken wird.

Das Unternehmen steht nach den Abstürzen in Indonesien und Äthiopien, bei denen insgesamt 346 Menschen starben, massiv in der Kritik.

Internationale Projektgruppe prüft MCAS-Update

Ein Herstellerfehler bei der Trimmautomatik MCAS, die eigens für Boeings spritsparende Neuauflage der 737-Reihe entwickelt wurde, gilt laut vorläufigen Ermittlungsberichten als möglicherweise entscheidende Unfallursache.

Boeing hat in den letzten Wochen auf Hochtouren an einem dringend erwarteten Update der Software gearbeitet, um bei den Luftfahrtbehörden eine Wiederzulassung der MAX zu erreichen. Ab 29. April wird ein Verbund internationaler Aufsichtsbehörden das Update prüfen: für das "737 MAX Joint Authority Technical Review" (JATR) sind 90 Tage angesetzt.
© dpa-AFX, aero.de | Abb.: Boeing | 24.04.2019 14:26


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