2. Quartal 2019
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737-MAX-Debakel belastet Boeing-Bilanz mit 4,9 Milliarden Dollar

Erste Boeing 737 MAX in der Endmontage
Boeing 737 MAX in der Endmontage, © Boeing

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CHICAGO - Die Krise um die nach zwei Abstürzen mit Flugverboten belegte Baureihe 737 Max vermasselt dem US-Luftfahrtriesen Boeing die Bilanz. Im zweiten Quartal werde eine zusätzliche Belastung in Höhe von 4,9 Milliarden Dollar (4,4 Mrd Euro) nach Steuern anfallen.

Dies teilte das Unternehmen am Donnerstag nach US-Börsenschluss mit. Damit dürfte der Airbus-Konkurrent tief in die roten Zahlen geraten.

Laut Boeing soll das Geld für potenzielle Entschädigungen von Fluggesellschaften verwendet werden, die wegen des Ausfalls der 737 MAXvon Betriebsstörungen und Auslieferungsverzögerungen betroffen sind. Der Konzern will die Sonderkosten zwar komplett im zweiten Quartal verbuchen, mögliche Kompensationen an Airlines sollen aber erst über mehrere Jahre und in verschiedenen Formen erfolgen.

Zudem teilte der Flugzeugbauer mit, dass die Produktionskosten des gesamten 737-Programms im zweiten Quartal um etwa 1,7 Milliarden Dollar angestiegen sein dürften. Dies liege hauptsächlich daran, dass die Fertigungsrate länger als geplant reduziert werden müsse. Diese gestiegenen Kosten würden auch künftig die Gewinnspannen belasten.

Anleger konnte dies jedoch nicht schrecken. Im Gegenteil: Boeings-Aktien drehten im nachbörslichen Handel sogar mit rund zwei Prozent ins Plus. Offenbar hatten die Marktteilnehmer noch heftigere Belastungen befürchtet. Boeing geht zudem davon aus, die 737 MAX noch vor Jahresende wieder in Luft zu bringen - auch das hilft dem Aktienkurs.

Ohnehin haben sich Börsianer die 737-MAX-Krise bislang recht gelassen angeschaut. Auf Jahressicht hat der Aktienkurs sogar um knapp zwölf Prozent zugelegt.

Dabei steht Boeing nach zwei Flugzeugabstürzen baugleicher 737-MAX-Maschinen in Indonesien und Äthiopien, bei denen im Oktober und März insgesamt 346 Menschen starben, massiv unter Druck. Für den betroffenen Flugzeugtyp - bis dahin das meistverkaufte Modell des Herstellers - wurden weltweit Startverbote verhängt. Ob und wann Boeings 737-Max-Serie wieder abheben darf, ist derzeit unklar.

Zuletzt hatten Aufseher weitere Probleme festgestellt, wodurch sich eine Wiederzulassung noch deutlich länger hinziehen könnte. Boeing steht im Verdacht, die Flugzeuge überstürzt auf den Markt gebracht und die Sicherheit vernachlässigt zu haben. Der Konzern bestreitet dies zwar, hat aber Pannen eingeräumt. Untersuchungsberichte deuteten auf eine fehlerhafte Steuerungssoftware als Absturzursache hin.

Die US-Fluggesellschaften mit 737-MAX-Maschinen - Southwest, American und United Airlines - hatten zuletzt alle angekündigt, die Krisenjets bis Anfang November aus den Flugplänen zu streichen. Deshalb entfallen täglich Hunderte Flüge, und den Airlines entstehen zusätzliche Kosten. Ein weiteres Problem sind Bestellungen für die 737 MAX, die wegen des Flugverbots nicht ausgeliefert werden können.
© dpa | Abb.: Boeing | 19.07.2019 05:14

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Beitrag vom 21.07.2019 - 16:11 Uhr

Mit A320er neo und A350 steht Airbus auf absehbare Zeit zudem recht gut da auch wenn bei Großraumfliegern Boeing jetzt klar die Nase vorne hat. Man kann eben nicht überall vorne liegen.

Hat Boeing das?
Aktuell verkauft Boeing bei den WBs nur B787.
Die Umstellung auf B777x ist nicht durch,
d.h. aktuell produziert Airbus A330, A330neo, A350 und A380 während bei Boeing in kürze nurnoch 1 Modell vom Band läuft und die B777 umgestellt wird.

Die Nase vorne sehe ich da nicht.

Na da schauen wir uns doch mal die Zahlen an Nettoaufträgen Großraumjets an:
2018: Boeing = 248 Airbus = 71
2019: Boeing = 61 Airbus = 40 (alles bis Juni)
In den 40 Nettoaufträgen 2019 von Airbus sind zudem noch die 20 A380 für Emirates enthalten. Allerdings ist 2019 noch unkar da die Emirates-Umbestellung noch nicht in trockenen Tüchern zu sein scheint.

Auslieferungen
2018: Boeing = 226 Airbus = 154
2019: Boeing = 126 Airbus = 64
Airbus muß man allerdings bei Lieferungen zugute halten das A350 und A330neo-Produktion noch in Anlaufphasen stecken und A380 zudem im Abschwung steckt.

Das bei Boeing derzeit wesentlich nur B787 vom Band läuft ist bei 3 gefragten Varianten ja nicht gerade wenig. Zudem kommen immer wieder Frachtflieger B777 dazu und einige B767 Frachter/Tanker.
Bei Airbus ist A330 und A380 auch nur noch ein Schatten früherer Zeiten mit sinkender Tendenz.
>
Auch sehe ich das Airbus mit dem A350 den moderneren Jet und den klareren Entwicklungspfad hat. Nämlich A220- 500, evtl. A321 stretch in Richtung MOM,

Das der Entwicklungspfad bei A220 und A321 gut ist stimmt. Ob A350 der modernere Jet ist würde ich gern genauer begründet wissen. Halte sie für ziemlich gleichwertig mit B787.

und dann mit RR Ultrafan ein A350neo mit weiterem Stretch auf knapp unter 80m.

Ultrafan ist mittelferne Zukunft. Stretch könnte schon eher aktuell werden.

Boeing hat gerade 1/3 der entwicklungskosten eine B797 für die Max ausbuchen müssen.
Beitrag vom 21.07.2019 - 10:59 Uhr
Für Boeing ein Klacks, für Airbus wäre das der Untergang...

Bei 10 Mrd. Jahresüberschüss sollte die Summe eigentlich kein Problem sein.

Ist es das?

Warum wäre es für Airbus der Untergang?

5 Mrd. sind definitv verkraftbar für unternehmen der größe


Airbus kann nicht nur solche Belastungen verkraften sondern hat es bereits ausführlich bewiesen. Leider sogar mehrfach. Die Abschreibungen/Rückstellungen die für die Gurke M400 getätigt wurden dürften sogar noch höher liegen. Man hat das nur in kleinen Häppchen über viele Jahre verteilt so das heute keiner mehr die (bisherige)Endsumme parat hat.

Was von den Entwicklungskosten von deutlich über 10 Milliarden für A380 verloren ist kann man nur spekulieren. Dazu kommen noch Anfangsverluste bei Prod. und die Reparaturen. Das Thema ist noch über Jahre nicht abgeschlossen. Die Endbilanz wird tiefrot sein.


Das alles konnte Airbus nur stemmen weil die Brot- und Butterflieger A320er und A330 weit über die ursprünglich angepeilten Mengen hinaus verkauft wurden. An denen hat Airbus deshalb in den letzten Jahren prächtig verdient weil die Entwicklungskosten längst bezahlt waren. Mit A320er neo und A350 steht Airbus auf absehbare Zeit zudem recht gut da auch wenn bei Großraumfliegern Boeing jetzt klar die Nase vorne hat. Man kann eben nicht überall vorne liegen.

Hat Boeing das?
Aktuell verkauft Boeing bei den WBs nur B787.
Die Umstellung auf B777x ist nicht durch,
d.h. aktuell produziert Airbus A330, A330neo, A350 und A380 während bei Boeing in kürze nurnoch 1 Modell vom Band läuft und die B777 umgestellt wird.

Die Nase vorne sehe ich da nicht.

Auch sehe ich das Airbus mit dem A350 den moderneren Jet und den klareren Entwicklungspfad hat. Nämlich A220- 500, evtl. A321 stretch in Richtung MOM,
und dann mit RR Ultrafan ein A350neo mit weiterem Stretch auf knapp unter 80m.
Boeing hat gerade 1/3 der entwicklungskosten eine B797 für die Max ausbuchen müssen.
Beitrag vom 21.07.2019 - 10:12 Uhr
Für Boeing ein Klacks, für Airbus wäre das der Untergang...

Bei 10 Mrd. Jahresüberschüss sollte die Summe eigentlich kein Problem sein.

Ist es das?

Warum wäre es für Airbus der Untergang?

5 Mrd. sind definitv verkraftbar für unternehmen der größe


Airbus kann nicht nur solche Belastungen verkraften sondern hat es bereits ausführlich bewiesen. Leider sogar mehrfach. Die Abschreibungen/Rückstellungen die für die Gurke M400 getätigt wurden dürften sogar noch höher liegen. Man hat das nur in kleinen Häppchen über viele Jahre verteilt so das heute keiner mehr die (bisherige)Endsumme parat hat.

Was von den Entwicklungskosten von deutlich über 10 Milliarden für A380 verloren ist kann man nur spekulieren. Dazu kommen noch Anfangsverluste bei Prod. und die Reparaturen. Das Thema ist noch über Jahre nicht abgeschlossen. Die Endbilanz wird tiefrot sein.


Das alles konnte Airbus nur stemmen weil die Brot- und Butterflieger A320er und A330 weit über die ursprünglich angepeilten Mengen hinaus verkauft wurden. An denen hat Airbus deshalb in den letzten Jahren prächtig verdient weil die Entwicklungskosten längst bezahlt waren. Mit A320er neo und A350 steht Airbus auf absehbare Zeit zudem recht gut da auch wenn bei Großraumfliegern Boeing jetzt klar die Nase vorne hat. Man kann eben nicht überall vorne liegen.


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