Kolumbianische Airline
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Pleite? Manager Kriete bringt Avianca in Erklärungsnot

Die 500. Boeing 787 fliegt bei Avianca
Avianca Boeing 787-8, © Boeing

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BOGOTÁ - Vermutlich wollte er die Mitarbeiter auf den anstehenden Sanierungskurs einstimmen, doch mit seiner Wortwahl hat Avianca-Führungskraft Roberto Kriete der Airline einen herben Kursverlust beschert. Avianca sei pleite, sagte der Manager.

"Die finanzielle Situation, meine Damen und Herren?", fragt Kriete in einer Mitarbeiterversammlung. "Avianca ist pleite, ok. Sie zahlt nicht an ihre Gläubiger, sie zahlt nicht an ihre Leasinggeber, sie zahlt nicht an die Banken. Wir sind dabei, all dies neu zu verhandeln und die Schulden umzustrukturieren."

Für die Öffentlichkeit war diese Information sicher nicht bestimmt. Doch ein enstprechender Videomitschnitt hat es in die sozialen Medien geschafft. Die Folge: an der kolumbianischen Börse brach der Kurs um knapp 14 Prozent ein, in New York um immerhin fast vier Prozent.

Das Management bemüht sich um Schadensbegrenzung: Kriete hat demnach einen umgangssprachlichen Ausdruck benutzt. Avianca habe keine Insolvenz angemeldet und habe dies auch nicht vor. Zudem sei das Kriete-Zitat aus dem Zusammenhang gerissen.

Avianca-Manager Roberto Kriete auf einer Mitarbeiterversammlung, © @colombiaalaire


Tatsächlich ist er auch in dem Video noch länger zu sehen. Gläubiger, Leasinggeber und Banken hätten Avianca eine Atempause von vier Monaten gewährt, um einen Finanzplan zur Erfüllung der Forderungen aufzustellen, sagt Kriete dort sinngemäß.

In einem ersten Schritt wird die Airline ihm zufolge unrentable Routen einstellen, beispielsweise in Guatemala.

Schon Anfang des Jahres stand die Kommunikationsabteilung Aviancas vor der Herausforderng, der Öffentlichkeit klarzumachen, dass die Insolvenz der Namensschwester Avianca Brasil nichts mit dem eigenen Unternehmen zu tun habe.

Stabil steht Avianca Colombia dennoch nicht da, worauf nicht nur die Zitate Krietes hinweisen. Im ersten Quartal 2019 hat Avianca 68 Millionen US-Dollar Verlust verzeichnet. Im Dezember 2018 hatte der Großaktionär Germán Efromovich mit United Airlines das Zugeständnis eines Kredits in Höhe von 456 Millionen US-Dollar verhandelt.

Im Mai entzog Aktionärin United Airlines dem Milliardär Germán Efromovich die Entscheidungsgewalt über Avianca und setzte an seiner statt den salvadorianischen Milliardär Roberto Kriete ein. Im Juli ist Anko van der Werff als neuer CEO angetreten - er soll die Airline in die Profitzone fliegen. Mit seiner Ausdruckweise hat Roberto Kriete ihm diese Aufgabe nicht leichter gemacht.
© aero.de (boa) | Abb.: Avianca | 28.08.2019 11:38


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