"Aktion Matterhorn"
Älter als 7 Tage

Wie hunderttausende Thomas Cook-Touristen heimkommen

Thomas Cook Airbus A321 mit Sharklets
Thomas Cook Airbus A321, © Thomas Cook

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LONDON - Allein 150.000 Reisende sind derzeit in 55 Ländern mit Thomas Cook im Urlaub - Startpunkt ihrer Reise: Großbritannien. Die britische Luftfahrtbehörde CAA will sie kostenlos nach Hause holen. Auch das Auswärtige Amt verspricht Urlaubern Unterstützung bei der Organisation der Heimreise.

45 Flugzeuge will die britische Regierung im Zuge der "Aktion Matterhorn" chartern - und damit 150.000 Reisende zurück nach Großbritannien holen, die mit Thomas Cook von dort aus gestartet sind.

Auf den griechischen Ferieninseln Kos, Korfu und Zakynthos können erste Thomas Cook-Urlauber bald abreisen. Die ersten 15 Flugzeuge für die Menschen seien organisiert, teilte am Montag das griechische Tourismusministerium mit.

In den kommenden drei Tagen sollen demnach rund 22.000 Touristen zurückgeholt werden. Insgesamt seine in Griechenland rund 50.000 Touristen von der Insolvenz des Reise-Konzerns betroffen.

"Der finanzielle Zusammenbruch von Thomas Cook ist eine unglückliche Entwicklung für die gesamteuropäische Tourismusbranche, die auch den griechischen Markt betrifft", heißt es beim Ministerium. Man arbeite eng mit allen Beteiligten an Lösungen; es sei eine Schaltstelle eingerichtet worden, um die Rückreise der Menschen zu ermöglichen.

Über 30.000 Skandinavier betroffen

Von der Thomas Cook-Pleite sind auch Zehntausende Skandinavier betroffen. Insgesamt befänden sich 34.460 Kunden aus Schweden, Norwegen, Finnland und Dänemark an verschiedenen Reisezielen, teilte der Reiseanbieter Ving, eine Thomas-Cook-Tochter, am Montag mit.

Schätzungsweise 6.500 Menschen waren am Montag von Flugstreichungen der skandinavischen Töchter von Thomas Cook betroffen, davon sollten rund 3.400 in die Heimat zurückfliegen. Alle 31 für Montag angesetzten Flüge von Thomas Cook Airlines Scandinavia blieben am Boden, alle Reisen aus Skandinavien wurden bis auf Weiteres eingestellt.

Auswärtiges Amt sagt Urlaubern Unterstützung zu

Das deutsche Auswärtige Amt hat im Zuge der Insolvenz von Thomas Cook möglicherweise im Ausland gestrandeten deutschen Urlaubern Unterstützung zugesagt.

Ein Sprecher sagte am Montag in Berlin, in diesem Fall stünde das weltweite Netz von deutschen Auslandsvertretungen bereit, Urlauber zu betreuen. Das Ministerium sei auf alle Szenarien vorbereitet.

Angesichts der unterschiedlichen Rechtslage in Deutschland gebe es aber keine "Aktion Matterhorn" wie in Großbritannien. Die britische Regierung hatte betont, im Zuge dieser Aktion würden Touristen ungeachtet ihrer Nationalität ausgeflogen, falls sie eine Reise mit Ziel Großbritannien gebucht hätten.

Ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums sagte, die Bundesregierung arbeite mit Hochdruck daran, den von Condor gewünschten Überbrückungskredit zu prüfen. Man sei mit allen Beteiligten in Kontakt.

Verbraucherschützer: Entschädigung nicht gesichtert

Verbraucherschützer zweifeln indes daran, dass alle Urlauber nach der Pleite Thomas Cooks komplett abgesichert sind. Ob die verpflichtende Versicherung von 110 Millionen Euro pro Jahr bei der Insolvenz eines Branchenschwergewichts ausreiche, sei nicht klar, teilte der Verbraucherzentrale Bundesverband am Montag mit.

Ein Sprecher des Justizministeriums sagte: "Wenn ein Schadensfall eintritt, der größer ist, ist er zumindest nicht pflichtabgesichert." Unter Umständen seien daher nicht alle Urlauber geschützt. Ob Thomas Cook über die Pflichtsumme hinaus versichert ist, ist allerdings nicht bekannt. Auch über die Höhe des Schadens wird derzeit nur spekuliert.
© dpa, aero.de (boa) | Abb.: Thomas Cook | 23.09.2019 13:14


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