Boeing 737 MAX
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FAA weist Boeing zurecht – Keine rasche Wiederzulassung

FAA Director Steve Dickson
FAA Director Steve Dickson, © FAA

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WASHINGTON - Die US-Luftfahrtaufsicht FAA hat Boeing mit deutlichen Worten zu verstehen gegeben, dass der Konzern nicht auf eine rasche Wiederzulassung des Unglücksfliegers 737 Max setzen kann. In einer E-Mail mahnte die Behörde den Flugzeugbauer zudem, sich mit öffentlichen Äußerungen zum Zertifizierungsprozess zurückzuhalten.

Die große US-Fluggesellschaft American Airlines strich angesichts der großen Ungewissheit um den Problem-Jet zahlreiche weitere 737-Max-Flüge. An der Börse gerieten Boeings Aktien spürbar unter Druck.

FAA-Chef Steve Dickson habe Bedenken, dass der Flugzeugbauer einen "unrealistischen" Zeitplan verfolge, warnte die Behörde Boeing in der am Donnerstag veröffentlichten E-Mail.

Dickson und Boeing-Chef Dennis Muilenburg seien im Laufe des Tages noch zu Gesprächen verabredet, teilte die Aufsicht mit. Bei dem Treffen gehe es darum, sicherzustellen, dass Boeing sich über die Vorstellungen der FAA beim weiteren Wiederzulassungsverfahrens im Klaren sei. Dickson wolle auch ansprechen, dass einige öffentliche Statements von Boeing offenbar dazu dienen sollten, den Druck auf die FAA zu erhöhen, sich bei der Zertifizierung zu beeilen.

Boeing hatte im November Zuversicht verbreitet, dass die FAA die Verbesserungen an der 737 Max noch vor dem Jahreswechsel abnickt. Dem hatte Dickson bereits am Mittwoch eine Absage erteilt.

An der Börse nehmen nun die Sorgen zu, dass der Airbus-Rivale seine 737-Produktion weiter drosseln oder gar aussetzen muss. Davor hatte Muilenburg bereits gewarnt für den Fall, dass sich die Wiederzulassung des Krisenjets weiter verzögert. Boeings Aktien gerieten am Donnerstag zeitweise deutlich ins Minus.

Die 737 Max - Boeings bestverkauftes Flugzeug - darf wegen zwei Abstürzen binnen fünf Monaten seit März nicht mehr abheben. Insgesamt starben 346 Menschen bei den Unglücken.

American Airlines teilte am Donnerstag mit, die 737 Max voraussichtlich bis zum 7. April nicht mehr einzusetzen. Damit würde die Zwangspause des Unglücksfliegers über ein Jahr andauern.

Betroffene Airlines mussten wegen des Ausfalls bereits zahlreiche Flüge streichen. In den USA haben neben American die großen heimischen Fluggesellschaften Southwest und United Airlines den Krisenflieger in ihren Flotten. In Europa zählen unter anderem der Billigflieger Ryanair und der Reisekonzern Tui sowie der Lufthansa-Ableger Sunexpress zu Boeings 737-Max-Kunden.
© dpa-AFX, aero.de | Abb.: Safran | 13.12.2019 05:09

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Beitrag vom 16.12.2019 - 20:18 Uhr
Die größte Katastrophe in dieser Sache ist die Politik. Boeing war es möglich die Rechte der FAA per Gesetz so einzuschränken, dass man sich selber gewisse Dinge zulassen konnte und kann, ohne das die FAA dort Einfluss nehmen kann. Es ging sogar soweit, dass Boeing ganze Textpassagen des neuen Gesetzes den Politikern selbst nach eigenem Gusto in der Formulierung geliefert hat.
Nach dem Motto "America First" wurde das so auch abgesegnet in der Politik. Kein Wunder, dass die EASA nun argwöhnisch die "Möglichkeit der Untätig(fähig)keit" der FAA betrachtet. Da tut es nur gut wenn ein neuer Mann dort aufräumt um auch das vertrauensvolle Verhältnis zur europäischen Luftfahrtbehörde wieder herzustellen versucht.
Beitrag vom 14.12.2019 - 14:28 Uhr
Sind denn alle bei Boeing blind und taub ??

Mullenberg quatscht sich (und damit Boeing) um Kopf und Kragen. Mit seinen schon bald wöchentlichen Statements das die 737MAX kurz vor der Wiederzulassung stehe, und es dann doch nichts wird, reißt er die Boeing Aktie mit jeder so unqualifizierten Aussage noch ein Stück weiter runter.

Was kann sich Mullenberg denn noch leisten, bis er gestoppt wird?

Vielleicht weiß man bei Boeing ja auch, dass es noch schlimmer kommen kann. Somit wartet man mit seinem Abgang bis es publikumswirksam (Anleger, Behörden, Kunden usw.) als Befreiungsschlag wirkt.
Beitrag vom 14.12.2019 - 12:08 Uhr
Sind denn alle bei Boeing blind und taub ??

Mullenberg quatscht sich (und damit Boeing) um Kopf und Kragen. Mit seinen schon bald wöchentlichen Statements das die 737MAX kurz vor der Wiederzulassung stehe, und es dann doch nichts wird, reißt er die Boeing Aktie mit jeder so unqualifizierten Aussage noch ein Stück weiter runter.

Was kann sich Mullenberg denn noch leisten, bis er gestoppt wird?


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