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IAG zürnt über erneute Flybe-Rettung

Flybe-Crew
Flybe in Düsseldorf, © Flybe

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LONDON - Flybe erhält eine neue Finanzspritze und einen staatlich besicherten Kredit. Großbritannien will zudem prüfen, ob Abgaben kleine Airlines zu stark belasten. Nicht jeder ist von der Rettung begeistert.

Flybe wendet eine drohende Insolvenz ab: Eigner Connect Airways - ein Konsortium aus Virgin Atlantic, der Stobart Group und Cyrus Capital - schießt der strauchelnden Regionalairline weiteres Geld zu.

Laut Quellen der Nachrichtenagentur "Bloomberg" kann Flybe aus einem staatlich garantierten Kredit mit weiteren Zuflüssen planen.

Die britische Regierung kündigte am Dienstag zudem die Überprüfung einer Passagierabgabe ab, die Flüge um mindestens 13 Pfund verteuert. Die kleine Regionalairline Flybe sieht sich durch den Aufschlag "in unverhältnismäßigem Umfang" belastet.

Flybe fliegt mit 68 Flugzeugen und 2.000 Mitarbeitern vorwiegend Kurzstrecken im Inland. Vergangenes Jahr buchten acht Millionen Passagiere ein Ticket.

Vor der Übernahme durch Connect stand Flybe 2019 bereits einmal mit dem Rücken zur Wand. Als "Virgin Connect" soll Flybe in Zukunft die Langstrecken von Virgin Atlantic mit Passagieren versorgen. Deren Konkurrent IAG ist von der Rettung der kleinen Airline mit Staatsgarantien daher wenig angetan.

"Missbrauch öffentlicher Gelder"

Der Deal stelle einen "eklatanten Missbrauch öffentlicher Gelder dar", zürnte IAG-Chef Willie Walsh. Dem Steuerzahler werde die Zeche für "Managementfehler" bei Flybe, Virgin Atlantic und deren Hauptaktionär Delta aufgebrummt. Premierminister Boris Johnson verwies am Dienstag hingegen auf die große Bedeutung der Flybe-Linien für das britische Verkehrsnetz.

Großbritanniens Airlinelandschaft hat sich in den vergangenen zweieinhalb Jahren deutlich ausgedünnt: Flybmi, Primera Air, Monarch Airlines und zuletzt Thomas Cook Airlines meldeten Insolvenz an.
© aero.de | 15.01.2020 08:23

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Beitrag vom 16.01.2020 - 11:23 Uhr
Wie kann es denn eigentlich sein, dass ein Tochterunternehmen eines anderen, solventen Unternehmens, Staatshilfe bekommt? Sollte da nicht eigentlich der Mutterkonzern für die Verantwortung tragen?
Natürlich hat die IAG da ihre eigenen Interessen, aber auch als Steuerzahler würde ich mir da Gedanken machen, wenn das hier in D der Fall wäre....
Beitrag vom 15.01.2020 - 13:38 Uhr
Ja, das kann ich mir gut vorstellen, dass Willie Walsh da zürnt. Aber mittelfristig sollte Flybe im neuen Airline-Verbund natürlich schon imstande sein, sich ohne neue Staatskredite finanziell über Wasser zu halten, wenn das Konzept als neuer Regionalzubringer für Virgin Atlantic aufgeht. Das wäre dann auch einmal eine Konsolidierung in die richtige Richtung: Mehr Wettbewerb und nicht weniger.

Dieser Beitrag wurde am 15.01.2020 13:39 Uhr bearbeitet.


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