"Historischer Deal"
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Eurowings soll Serbien und Kosovo verbinden

Eurowings Airbus A320
Eurowings Airbus A320, © Eurowings

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BERLIN - Nach mehr als 20 Jahren bereiten Serbien und Kosovo die Wiederaufnahme einer Flugverbindung zwischen ihren beiden Hauptstädten vor. Maschinen der Lufthansa-Tochter Eurowings sollen den Plänen zufolge ab einem noch unbestimmten Zeitpunkt zwischen Belgrad und Pristina verkehren.

Eine entsprechende Absichtserklärung wurde am Montag in der US-Botschaft in Berlin von Vertretern beider Länder im Beisein von Eurowings-Geschäftsführer Michael Knitter unterzeichnet.

Der bei der Zeremonie anwesende Sicherheitsberater von US-Präsident Donald Trump, Robert O'Brien, sprach von einem "historischen Deal". Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg erklärte in Brüssel: "Das ist ein wichtiger Schritt, der den Transport von Menschen und Gütern in der Westbalkan-Region erleichtern und beschleunigen wird."

Bis zum Zerfall Jugoslawiens hatte das Kosovo den Status einer autonomen Provinz Serbiens. Die Aufhebung der Autonomie durch Serbien führte Ende der 90er Jahre zum Kosovo-Krieg, in den im März 1999 die Nato mit Bombardierungen gegen Serbien eingriff. Belgrad zog schließlich seine Verwaltung und Sicherheitskräfte aus dem Kosovo ab, 2008 erklärte sich das heute fast ausschließlich von Albanern bewohnte Land für unabhängig. Serbien hat sich mit dem Verlust seiner einstigen Südprovinz aber bis heute nicht abgefunden.

Der Flug zwischen Belgrad und Pristina soll etwa 25 Minuten dauern. Heute ist man etwa sechs Stunden mit dem Bus unterwegs, wenn man von der einen Hauptstadt in die andere gelangen will. Eine Zugverbindung gibt es nicht.

Allerdings gibt es noch einige Hürden bis zur Realisierung der Verbindung. Der Leiter der Kosovo-Kanzlei der serbischen Regierung, Marko Djuric, bezeichnete die Unterzeichnung nur als "symbolischen Schritt". Er nannte im staatlichen Fernsehen RTS aber Bedingungen für die Realisierung: "Sie wird zum Leben erweckt, sobald das Kosovo die (Sonder-)Zölle (auf Waren aus Serbien) abschafft und wenn der (derzeit ausgesetzte) Dialog (zwischen Belgrad und Pristina über die Normalisierung der Beziehungen) wieder in Gang kommt."
© dpa-AFX, aero.de | Abb.: Eurowings | 20.01.2020 17:18


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