Covid-19
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Arbeitsgruppe will Flugzeuge in Intensivstationen verwandeln

British Airways Boeing 747
British Airways Boeing 747, © British Airways

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LONDON - Wegen der Covid-19-Krise geparkte Großraumflugzeuge könnten vorübergehend zu Intensivstationen umfunktioniert werden. Eine britische Arbeitsgruppe sucht Unterstützung für das Projekt "Caircraft" - sie sieht in ihrem Vorstoß eine große Hilfe insbesondere für Entwicklungsländer.

Tausende Flugzeuge weltweit stehen derzeit wegen mangelnder Nachfrage nach Flügen herum. Eine Gruppe britischer Experten aus den Bereichen Luftfahrt, Technik und Medizin hat nun vorgeschlagen, die größeren unter ihnen zu Intensivstationen umzurüsten - und damit zusätzliche Kapazitäten für die Behandlung von Coronavirus-Intensivpatienten zu schaffen.

100 bis 150 Intensivbetten passen dem Analysten und Mitglied der Gruppe Chris Tarry zufolge in eine Boeing 747 oder einen Airbus A380. "Die Umrüstung der Flugzeuge ist einfach und wäre in ein paar Tagen erledigt", zitiert ihn "The Times". 

"Sitze entfernen, 100 bis 150 Intensivbetten mit der nötigen Ausrüstung wie Beatmungsgeräten und Sauerstoffmasken aufstellen - und eine Leitung für Sauerstoff aus einem benachbarten Flüssigksauerstofftank und Bodenstrom anschließen."

Wie "The Times" berichtet, hat die Gruppe für das Projekt "Caircraft" bereits die Unterstützung der britischen Luftahrtbehörde CAA. Fehlt noch die der Regierung: ohne sie kann sie eigenen Angaben zufolge keine konkreten Schritte einleiten.

Bei Airlines freigestelltes Bordpersonal könnte das medizinische Personal nach den Vorstellungen der Gruppe unterstützen. Der Vorschlag könnte zwar ein Platzproblem in den Krankenhäusern lösen, den Mangel an Beatmungsgeräten und Pflegepersonal löst er jedoch nicht.

Dennoch könnten laut dem Chirurgen und "Caircraft"-Befürworter Jonathan Sackier zusätzliche Kapazitäten an Intensivbetten gerade in Ländern mit schlecht entwickelten Gesundheitssystemen eine entscheidende Erleichterung darstellen.
© aero.de (boa) | Abb.: British Airways | 06.04.2020 15:33

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Beitrag vom 06.04.2020 - 17:45 Uhr
Die Lufthansa betreibt seit Jahrzehnten eine Intensivtransporteinheit und verkauft diese Leistung an Versicherungen im regulären Linienbetrieb. Diese PTC stehen einer modernen Intensivstation in nichts nach, ausser vielleicht im Platz ;-)

Ich denke 6-8 Einheiten für einen Langstreckenflieger sind realistisch (s. A310 der Bundeswehr). 100-150 ist UTOPISCH. Man benötigt ja auch Platz für das Personal, Ruhemöglichkeiten für das Personal etc.

Die PTC sind zudem bestimmt schon Luftfahrtmäßig zertifiziert und können sofort eingebaut werden. Die Flieger dafür hätte LH auch schon. Es gehen nur bestimmte Flieger mit Sauerstoffausleitungen. Ich glaube da hat das Projekt in GB noch nicht drüber nachgedacht.

Gute Idee aber von der Menge der Patienten her unrealistisch und das Produkt fliegt schon (Bundeswehr/ Lufthansa). Hier würde ich mal anfragen!


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