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Und raus bist du?

germanwings Airbus A320
germanwings Airbus A320, © Ingo Lang

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FRANKFURT - Piloten und Flugbegleiter der Germanwings werfen dem Lufthansa-Management vor, die Covid-19-Krise als Vorwand zu nutzen: die Verschlankung des Konzerns sei lange vor der Pandemie erklärtes Ziel der Führungsebene gewesen - das Aus der Germanwings könnte den Anfang einer neuen Sparpolitik markieren.

"Der Flugbetrieb der Germanwings wird beendet", heißt es in der Pressemitteilung der Lufthansa Group, die das Aus der Airline besiegelt. "Alle daraus resultierenden Optionen sollen mit den Sozialpartnern besprochen werden." Die liefen seit Tagen Sturm gegen diese Entscheidung - denn sie hatte sich bereits eine Woche zuvor abgezeichnet. 

"Riskieren Sie nicht, durch kurzfristige, einseitig getroffene Entscheidungen über Umstrukturierungen die Unterstützung Ihrer Mitarbeiter zu verlieren!", schrieben Vereinigung Cockpit, Ufo, ver.di, die Technik Gewerkschaft Luftfahrt, die Industriegewerkschaft Luftfahrt und die Austrian Cockpit Association in einem gemeinsamen Appell an die Unternehmensführung noch am 6. April.

"Das Management hat offenbar die Lage genutzt, die Umstrukturierung des Konzerns auf dem Rücken der Mitarbeiter voranzutreiben", sagt der Präsident der VC Cockpit, Markus Wahl, einen Tag später. "Dieses Vorgehen verunsichert nun tausende Mitarbeiter bei Germanwings und der gesamten Lufthansa-Gruppe." Gelebte Sozialpartnerschaft sehe - auch in Krisenzeiten - anders aus.

Eine Vereinbarung über Kurzarbeit mit Flugbegleitern und Piloten habe die Konzernleitung einseitig ausgeschlagen - obwohl sie laut Cockpit rund 50 Prozent der Personalkosten im Cockpit eingespart hätte. 

Cockpit: Lufthansa kommuniziert über die Presse

Mit der jetzigen Ankündigung des Managements, die Gewerkschaften bei der Suche nach Lösungen für die Germanwings-Mitarbeiter an Bord zu holen, sollte dies dringend nachgeholt werden, findet Daniel Flohr von der Flugbegleitergewerkschaft Ufo. 

"Die Vereinabarungen sind fertig, sie müssen eigentlich nur noch unterschrieben werden", sagt er gegenüber aero.de. "Zum einen würde es den Kostenblock der Personalkosten bei Germanwings massiv reduzieren, zum anderen hätten die Mitarbeiter dann eine belastbare Sicherheit während der Verhandlungen."

Cockpit wittert in dem Vorgehen des Managements den Beginn einer längerfristigen Sparpolitik auf Kosten der Mitarbeiter. "Es drängt sich der Verdacht auf, dass die Krise zur dauerhaften Absenkung der Tarife genutzt werden soll", heißt es von dort in einem Statement.

We are in this together - unter diesen Hashtag hat die Konzernleitung ihre öffentliche Krisenkommunikation gestellt. Gewerkschafter appelieren an sie, es mit den Mitarbeitern genauso zu halten. Aber, so Janis Schmitt von Cockpit: "Das Unternehmen ist bisher noch nicht auf uns zugekommen, kommuniziert über die Presse und lässt die Mitarbeiter in diesen unsicheren Zeiten in Ungewissheit."
© aero.de (boa) | Abb.: Eurowings | 10.04.2020 19:08

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Beitrag vom 12.04.2020 - 20:22 Uhr
"Einer" hat das Sagen, das ist einfach mal so. Und es ist gut so. Ausserdem ist es nicht CS der alles alleine entscheidet. Es sind doch unverhältnismässig viele Piloten im Vorstand/AR bei der LH, oder?

Piloten im Vorstand? Da kenne ich mindestens einen Foristen, der sich dann wohl gleich die Kugel geben würde.

Dachte Herr Spohr persönlich ist auch Pilot.
Beitrag vom 12.04.2020 - 20:12 Uhr
Passt halt zur Lufthansa in den letzten Jahren. Gerade jetzt wo fliegendes Personal sicherlich nicht knapp sein wird, kann man es sich leisten es sich mit den Mitarbeitern zu verscherzen.

Wieso verscherzt man es sich mit Mitarbeitern wenn man diesen betriebsbedingt kündigen muß, um das gesamte Unternehmen zu erhalten? Was für eine seltsame Denkweise haben Sie?
Beitrag vom 11.04.2020 - 14:06 Uhr
Und wie passt das mit ihrem vorherigen Beitrag zusammen? Dass man doch nur den streitsüchtigen Vc und Ufo eins auswischen möchte?

Das war ein anderer (ichglaubdasnicht). Er hat aber recht. Man schlägt den einen eins über. Die anderen erwischt es zwangsläufig. Über die spricht am Ende noch nicht mal einer. Auf eine weiterhin gute Zusammenarbeit bei GWI ... erstmal noch ...

Ich glaub da muss man garnichts zu schreiben. 🤦‍♂️


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