Thomas Jarzombek
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Luftfahrtkoordinator fordert Mittelstandshilfen

Thomas Jarzombek
Thomas Jarzombek, © Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, Tobias Koch

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BERLIN - Der Luftfahrtkoordinator der Bundesregierung, Thomas Jarzombek, hat für Liquiditätshilfen für mittelständische Luftfahrt-Zulieferer plädiert. Stabilisierung dürfe es nicht nur für die "ganz Großen" geben, sagte der dem Wirtschaftsministerium zugeordnete Experte bei einem Video-Gespräch mit dem Luftfahrt-Presse-Club.

Mittelständler seien der Kern der deutschen Wirtschaft. Es gebe ein übergeordnetes Interesse, ihren Bestand in dieser durch sie unverschuldeten Krise zu schützen. Allerdings liege dem Bund noch keine beihilferechtliche Freigabe durch die EU vor.

Airbus selbst gehe es finanziell gut, so dass dieses Unternehmen trotz der Corona-Auswirkungen erfreulicherweise keine Liquiditätshilfe benötige. Norddeutschland profitiere sehr stark vom Flugzeugbau, auch bei den Arbeitsplätzen.

Der Markt habe sich jedoch binnen kurzer Zeit von höchster Nachfrage zum Einbruch verändert. Zu den laufenden Verhandlungen über Hilfspakete für Condor, und möglicherweise auch Lufthansa, wollte sich Jarzombek nicht äußern.

Aus Sicht der Flugpassagiere sei es "irritierend", dass einige Airlines bei Corona-bedingt gestrichenen Flügen keine Rückzahlung, sondern nur eine Umbuchung oder befristete Gutscheine anbieten wollten. 

Um den Airlines bei der kurzfristigen Liquidität zu helfen, könne man zwar Gutscheine anbieten, diese müssten aber nach dem Verstreichen einer Frist automatisch in eine Bargeldauszahlung umgewandelt werden. Auch das Insolvenzrisiko müsse dabei abgesichert sein. Die Reisebranche riskiere sonst einen Vertrauensverlust.

Die Rückkehr zum normalen Betrieb sei bisher schwer abzusehen, so Jarzombek. Die Nachfrage werde aber nicht in jedem Fall tiefer liegen. So sei im chinesischen Inlandsflugverkehr nach der jüngsten Aufhebung der Corona-Sperren sogar eine Steigerung um 30 Prozent verzeichnet worden.

In Sachen Luftfahrtforschung sagte Jarzombek, das Thema Klimawandel bleibe aktuell. "Beim elektrischen Auto hat uns Tesla zunächst die Butter vom Brot genommen". Dies dürfe sich in der Luftfahrt nicht wiederholen. 

Beim öko-effizienten Fliegen sei neben dem batterie-elektrischen Fliegen auch das Thema Wasserstoff interessant. Sowohl als direkte Antriebsquelle, als auch zur Stromerzeugung an Bord. Für 2030 hoffe er auf eine hybrid-elektrische Version der Do328neu, die in Europa Regionalstrecken bedienen könne. 

Beim Personalnachwuchs für die Luft- und Raumfahrtbranche sieht der Luftfahrtkoordinator noch viel mehr Raum für Mädchen und Frauen. Es gebe noch zu wenige Ingenieurinnen, auch in Führungspositionen.
© FLUGREVUE - Sebastian Steinke | Abb.: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, Tobias Koch | 23.04.2020 07:34

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Beitrag vom 23.04.2020 - 07:56 Uhr
Mittelständler seien der Kern der deutschen Wirtschaft. Es gebe ein übergeordnetes Interesse, ihren Bestand in dieser durch sie unverschuldeten Krise zu schützen.

Durchaus richtig. Und das sind genau NICHT die öffentlich sichtbaren Firmen, die per perfekt organisierter Öffentlichkeitsarbeit ab Tag 1 der Krise auf lautstarke Betteltour gegangen sind wie zB Condor, Lauda, Ryanair und Konsorten.

Im Mittelstand sitzt das deutsche Know-How und die Innovation, die unseren Lebensstandard überhaupt erst ermöglichen. Aber statt hier entschieden zu helfen, sagt Deutschland lieber Ferienfliegern Millionenhilfen zu...

Was ungeschickt ist, denn wenn im Mittelstand signifikant Firmen wegbrechen, brauchen wir nach der Krise auch keine Ferienflieger mehr, weil sich niemand mehr das leisten kann.

Generell:
Ohne Kunden aus Industrie und Handel und ohne starke Wirtschaft in diesen beiden Sektoren werden Dienstleistungen nach der Krise gar nicht mehr benötigt.
Staatshilfen sollten daher in der aktuellen Situation den Dienstleistungssektor weitgehend aussparen und sich auf Handel und Industrie konzentrieren.
Und das schreibe ich, obwohl ich selbst im Bereich Dienstleistungen arbeite.


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