Impfstoff gegen das Coronavirus
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Vorbereitung auf eine hochsensible Fracht

Lufthansa Cargo am Pharma-Hub in Frankfurt
Lufthansa Cargo am Pharma-Hub in Frankfurt, © Lufthansa Cargo

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FRANKFURT - Über 40 Impfstoffe gegen SARS-CoV-2 befinden sich aktuell in der Testphase. Optimisten rechnen mit der Zulassung eines Mittels gegen das neuartige Coronavirus im Frühjahr 2021, Wissenschaftler halten das erste Halbjahr für realistisch. Ist die Luftfrachtindustrie auf die Verteilung vorbereitet? Bedingt.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage des Internationalen Luftfrachtverbandes TIACA. Demnach fühlen sich nur 28 Prozent der insgesamt 181 befragten Unternehmen gut gerüstet für die reibungslose, sichere und schnelle Verteilung des Impfstoffes.

Geantwortet haben Vertreter von Airlines, Flughäfen, Speditions- und, Bodenabfertigungsunternehmen sowie Anbieter von Logistik- und Softwarelösungen. Sie alle sind am Transport von Medikamenten und Impfstoffen beteiligt - und sollten es auch bei der Vorbereitung sein.

Denn die Impfdosen stellen ein höchst sensibles Frachtgut dar, das konstant gekühlt werden muss und so schnell wie möglich zu seinem Einsatzort gelangen sollte. Dies in einem Umfang zu bewerkstelligen, den Regierungen und Bevölkerungen vor dem Hintergrund der aktuellen Pandemie erwarten, ist eine Herausforderung.

Da bisher kein Impfstoff gegen SARS-CoV-2 allgemein anerkannt wurde, sind die genauen Bedingungen, die es beim Transport einzuhalten gilt, jedoch noch nicht weitläufig bekannt.

Am besten vorbereitet auf den Transport fühlen sich denn auch die 20 Prozent an Airlines und Unternehmen, die schon in direktem Kontakt mit Impfstoffentwicklern stehen. "Was sie im Austausch mit den Pharmaunternehmen an ihren bestehenden Prozessen geändert haben?", wollte TIACA wissen.

Globale Verteilungskämpfe

65 Prozent gaben an, dass ihre aktuellen Standards dem Transport des Impfstoffes genügen. Die übrigen 35 Prozent haben Expertenteams eingesetzt, die sich ausschließlich mit der Verteilung des SARS-CoV-2-Impfstoffes befassen.

Zudem erweitern und vertiefen sie ihre Zusammenarbeit mit den jeweils anderen Beteiligten an dem Transport. Einige verbessern Verpackungsmethoden und Kühlungslösungen mit Trockeneis.

Darüber hinaus investieren sie in Technologien, mit denen sie die Lieferungen dokumentieren und nachverfolgen können. Denn auch das ist eine Herausforderung, die bei den Impfstoffen gegen SARS-CoV-2 neu ist: sie sind weltweit heiß begehrt, Regierungen sichern sich schon vor der Zulassung Millionen von Dosen und werden die Lieferung der ersten Chargen misstrauisch verfolgen.

Und auch dies: genauere Informationen ließen sich die ihrer Ansicht nach gut vorbereiteten Unternehmen nicht entlocken. Denn ihr Wissen bedeutet einen enormen Vorteil im Wettbewerb um die Verteilung des Mittels gegen das Virus.

Vom Frachtgeschäft, das mit den Transporten der Impfstoffe gegen SARS-CoV-2 einhergeht, erhoffen sich insbesondere Airlines eine finanzielle Erleichterung nach den wirtschaftlichen Einbußen, die eben jenes Virus verursacht hat.
© aero.de (boa) | Abb.: Lufthansa Cargo | 15.10.2020 10:59


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