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Singapore Airlines stockt Flüge nach Deutschland auf

Singapore Airlines Boeing 787-10
Singapore Airlines Boeing 787-10, © Singapore Airlines

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FRANKFURT - Singapore Airlines will weltweit die erste vollständig geimpfte Airline werden und verstärkt ihre Frequenzen in Deutschland. Ab dieser Woche wird München erneut angeflogen und Frankfurt wieder täglich bedient - Luftfracht bleibt in der Krise vorerst der wichtigste Umsatzbringer des Lufthansa-Partners.

Im südostasiatischen Stadtstaat Singapur ist die Luftfahrt absolut systemrelevant, der Flughafen Changi und Singapore Airlines (SIA) waren über Jahrzehnte Garanten für Prosperität und Weltgeltung des kleinen Territoriums. Deswegen hat die Aufrechterhaltung des Luftverkehrs höchste Priorität, was die Regierung Singapurs mit ungewöhnlichen Maßnahmen unterstützt.

"SIA kann die erste geimpfte internationale Fluggesellschaft der Welt werden. Versucht das zu schaffen", forderte Verkehrsminister Ong Ye Kung die Mitarbeiter am Montag während einer Impf-Mobilisierungsveranstaltung am Flughafen Changi auf. Über 5.200 Angestellte, etwa die Hälfte der Berechtigten, ließ sich daraufhin bereits registrieren.

Im vergangenen Jahr erst hatte SIA 4.300 oder etwa 20 Prozent ihrer Stellen in der Pandemie gestrichen. Insgesamt will das Land 37.000 Menschen vorrangig impfen, die in der Luftfahrt und Schifffahrt des Verkehrsknotenpunkts arbeiten, um so die Grenzöffnung zu beschleunigen.

Derzeit dürfen nur wenige, vor allem Geschäftsreisende aus asiatischen Ländern unter Anwendung striktester Vorschriften und ohne sich vor Ort frei bewegen zu können nach Singapur einreisen. Einziges nicht-asiatisches Land, dessen Bürger in wichtiger Mission mit offizieller Einladung nach Singapur kommen dürfen, ist derzeit Deutschland.

Bürger Chinas, Australiens, Neuseelands, Vietnams und Bruneis dürfen auch ohne triftigen Grund den Stadtstaat besuchen. Derzeit bedient SIA nur mit etwa 16 Prozent ihrer Vor-Corona-Kapazität insgesamt 37 Prozent ihres zuvor geflogenen Streckennetzes, die Passagier-Auslastung lag im Dezember bei gerade 14 Prozent.

"Die Zahlen sind nicht toll und es wird schwierig bleiben, aber es geht auch darum zu zeigen, dass wir offen sind und die Leuten sehen, dass sie reisen können", so Alastair Hay-Campbell, der neue SIA-Chef für den deutschsprachigen Markt, jetzt in einem Pressegespräch.

Auch aus diesem Grund bietet SIA ab dieser Woche wieder mehr Flüge: Frankfurt wird wieder täglich statt bisher fünfmal wöchentlich angeflogen, das gleiche gilt für Zürich. Ab Donnerstag gibt es erstmals seit März 2020 wieder Abflüge ab München nach Singapur, zunächst dreimal wöchentlich. Alle Europa-Flüge werden mit dem Airbus A350 bedient.

Hay-Cambell räumt ein dass "wir darin nicht eine Flut an Menschen sehen werden", vielmehr sei das Luftfrachtaufkommen von Bedeutung: "Ein Hauptgrund für die Entscheidungen, welche Strecken wir wieder aufnehmen oder verstärken, ist die Luftfracht."

Volle Frachträume

Die Auslastung der Frachtkapazität liege auf Europastrecken bei 95 Prozent gegenüber unter 70 Prozent im Dezember 2019, "Fracht, auch etwa im Bereich Pharma, spielt bei unserem Geschäft gerade eine bedeutende Rolle", so Hay-Campbell. Anders als etwa Emirates heißt es bei SIA, trotz guter Fracht-Nachfrage fliege man weit entfernt von der Gewinnzone. Die SIA-Gruppe hatte sich erst kürzlich Liquidität in Höhe von umgerechnet über acht Milliarden Euro gesichert.

Erhebliche Beschränkungen erlegt Singapur nicht nur Einreisenden auf, sondern SIA auch ihren Besatzungen. Die Flugbegleiter tragen Schutzbrillen und Handschuhe im Kontakt mit Passagieren, zu festgelegten Risikozielen wie London und Johannesburg auch Ganzkörper-Schutzkleidung. An Bord müssen sich die Flugbegleiter aus dem Weg gehen und dürfen sich nicht in der Galley treffen.

Bei Hotelaufenthalten im Ausland zwischen Flügen sind die Regeln für Besatzungen besonders strikt: Kabinen- und Cockpitpersonal muss zwingend in den Zimmern bleiben, auch direkter Kontakt untereinander ist verboten.

Vermutlich weltweit einmalig in der Flugbranche ist der Kontrollmechanismus, den SIA ihren Besatzungen während des gesamten Hotelaufenthalts auferlegt: jeder Mitarbeiter hat ein Ortungsgerät am Körper zu tragen, mit dem sichergestellt werden soll dass sich die Crew-Mitglieder an die Anordnung halten, strikt im eigenen Zimmer zu bleiben.
© Andreas Spaeth, aero.de | Abb.: Airbus | 20.01.2021 07:38

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Beitrag vom 20.01.2021 - 11:39 Uhr
Vermutlich weltweit einmalig in der Flugbranche ist der Kontrollmechanismus, den SIA ihren Besatzungen während des gesamten Hotelaufenthalts auferlegt: jeder Mitarbeiter hat ein Ortungsgerät am Körper zu tragen, mit dem sichergestellt werden soll dass sich die Crew-Mitglieder an die Anordnung halten, strikt im eigenen Zimmer zu bleiben.


Wie sieht es den bei den deutschen Crews aus bezüglich Hotel Quarantäne im Dienst? Betehen da auch ähnliche Anordnungen?

Eine Fußfessel oder sowas in der Art gibt es für deutsche Crews in Asien (noch) nicht, aber dafür eine Zimmerkarte, die nur ein mal funktioniert. In den meisten Ländern darf man das Hotelzimmer nicht verlassen und sich demnach auch nicht mit anderen Crewmitgliedern treffen. 4-5 Sterne Isolationshaft also, aber immerhin ohne Ortungssystem.
Beitrag vom 20.01.2021 - 11:25 Uhr
Vermutlich weltweit einmalig in der Flugbranche ist der Kontrollmechanismus, den SIA ihren Besatzungen während des gesamten Hotelaufenthalts auferlegt: jeder Mitarbeiter hat ein Ortungsgerät am Körper zu tragen, mit dem sichergestellt werden soll dass sich die Crew-Mitglieder an die Anordnung halten, strikt im eigenen Zimmer zu bleiben.

Wenn es keine richtige elektronische Fussfessel ist, bleibt das Ding eben im Hotelzimmer liegen wenn sich jemand nicht drann halten möchte.

Wie sieht es den bei den deutschen Crews aus bezüglich Hotel Quarantäne im Dienst? Betehen da auch ähnliche Anordnungen?

Dieser Beitrag wurde am 20.01.2021 11:25 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 20.01.2021 - 09:33 Uhr
Finde ich abslout richtig. Hier sollte Lufthansa und ihre Töchter mit vorausgehen und die Besatzungen alle schnellstmöglich impfen.
Sie wollen wohl schneller an den Impfstoff komen, als Sie aktuell dran sind? ;-) Das würde außer Ihrem persönlichen Schutz nichts bringen. Da wären andere wichtiger. Ich halte das für einen PR Gag.


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